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Paula will eine Buchdetektivin sein

24.10.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wozu sammelt man heute noch Bücher?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich den Andreas mal in der Stadt getroffen. Das war ganz in der Nähe unserer Laurentiuskirche. „He“, habe ich gesagt, „ich habe schon für unsere Kinderseite gearbeitet. Und du? Bist du spazieren gegangen?“

Das war natürlich nur ein Spaß. Aber der Andreas hat trotzdem seine Augenbraue nach oben gezogen. Das macht er immer, wenn er ein bisschen grätig ist. Deshalb hat er auch geschnattert, äh, gemeckert, also gesagt: „Hahaha, sehr lustig, Paula! Nein, ich war nicht spazieren! Ich habe einen Termin gehabt. Auch in Heimbüro-Zeiten muss ein Reporter mal draußen etwas machen. Ich war in der Turmbibliothek!“

Ich musste kurz überlegen. Dann habe ich gesagt: „Aha! Turm! Deshalb habe dich in der Nähe der Kirche getroffen! Du warst im Kirchturm! Aber, äh, wo warst du da genau? In der Turmbibeldings? Ah, klar! Bibel! Der Turm ist der Turm von der Kirche. Und in der Kirche haben die natürlich eine Bibel. Ja, und die Bibel ist im Turm von der Kirche. Und du hast dir die angeschaut. Äh, ja, aber du hast doch auch so viele Bücher! Da habe ich auch schon eine Bibel gesehen! Ich kann sie dir zeigen. Komm, wir gehen heim.“

Jetzt hat der Andreas wieder ganz entspannt gelächelt. Dann hat er gesagt: „Uffff! Wo soll ich jetzt nur anfangen. Also zuerst einmal: Ich sage jetzt nur noch Sherlock zu dir!“

„Was?“, habe ich dazwischengeschnattert. „Scheerlok? Was ist denn das für eine Lok? Und warum sagst du das zu mir? Weil ich so schnell wie eine ganz starke Lok von einem Zug auf den Grund von deinem Termin gekommen bin?“

Der Andreas hat nun doch wieder ein bisschen seine Augen verdreht. Aber er hat dennoch ganz lieb weitergeredet: „Nein, nein, Paula. Sherlock schreibt man S-h-e-r-l-o-c-k. Das ist der Name von dem schlauen Sherlock Holmes aus Büchern mit erfundenen spannenden Geschichten. Der löst als Detektiv immer alle Kriminalfälle. Er schaut sich alle Tatsachen an und bringt die dann zusammen. Und dann weiß er den Verbrecher. Man sagt: ,Er kombiniert.‘ Das heißt einfach: ,Sachen in Gedanken zusammenbringen.‘ Du hast das mit Turm, Kirche und Bibel so gemacht. Wie eben der schlaue Detektiv Sherlock Holmes in den Büchern.“

„Ah“, habe ich überlegt, „das ist ja dann ein Lob. Ich dachte schon, von dem Sherlock steht was in der Bibel im Turm in der Kirche.“

„Nein, Paula, und da haben wir auch deinen kleinen Kombinationsfehler. Ich habe nämlich nicht von der Turmbibel gesprochen. Ich habe von der Turmbibliothek gesprochen. Das klingt sehr ähnlich. Deshalb hast du auch nicht total unrecht gehabt. Die Wörter ,Bibel‘ und ,Bibliothek‘ haben dieselbe Herkunft. Bei den alten Griechen hieß ,Biblia‘ einfach Bücher. Und dann gibt es das schwierigere Wort ,B-i-b-l-i-o-t-h-e-k‘. So hieß bei den Griechen einfach ein Behälter für Bücher. Das konnte eine Kiste sein oder ein Kasten. Damals bei den alten Griechen und den alten Römern waren die Bücher ja eher so Papierrollen. Die konnte man in den Kisten aufbewahren. Viel später dann, lange nach der Ritterzeit, hat man in Europa dann größere Büchersammlungen oder ganze Häuser voll mit Büchern so genannt.“

„Ah, das ist sehr interessant“, habe ich gemeint, „dann ist der ganze Turm von unserer Kirche voll mit Büchern?“

„Nein“, hat der Andreas gesagt, „das nicht. Aber es gibt einen Raum im Turm mit Büchern. Die sammelt man da. Das sind sehr alte Bücher. Eines ist am Ende der Ritterzeit entstanden. Das hat man noch mit der Hand geschrieben. Das haben Mönche gemacht. Nur die konnten das. Und so ein Buch war natürlich deshalb sehr teuer. Das konnten sich nur reiche Leute leisten. Und es konnten ja auch bei Weitem nicht alle Menschen lesen früher. Meistens waren das noch Bücher für die Kirche. In unserem Turm stehen aber auch Bücher über den Weinanbau zum Beispiel. Oder auch über andere Sachen. Da konnte man dann etwas nachschauen.“

„He“, habe ich überlegt und gesagt, „das ist ja heute wie mit dem Internet.“

„Ja, du bist ja echt ein richtiger Detektiv. Aber Zeitungsenten und Reporter müssen ja auch so schlau arbeiten“, hat der Andreas gesagt und auch eine Weile überlegt. Dann hat er weitergesprochen: „Ja, mit so einer Büchersammlung wollte man schon das ganze Wissen der Welt zusammensammeln. Deshalb sind die Bücher auch heute so wichtig. Von ihnen können wir viel lernen. Nicht nur durch das, was in ihnen geschrieben steht. Wir können auch etwas anderes lernen. Zum Beispiel, was den Menschen früher wichtig war.“

„Ja“, habe ich noch mal überlegt und gemeint, „und heute geht das auch! Jetzt gucke ich gleich noch mal deine Büchersammlung zu Hause an. Dann lerne ich was über dich. Dann sehe ich, was dir wichtig ist.“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Du bist echt ein echter Buchdetektiv, Paula!“

Das habe ich dann auch gemacht. Und das war sehr interessant. Eure Paula

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