Paulas Nachrichten

Paula will doch nicht so viel schippen

26.01.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Donnerstag bin ich morgens aufgestanden wie jeden Tag. Ich habe erst einmal zum Fenster hinausgeguckt. Hm, da war alles weiß! Es hatte endlich mal geschneit. „Wie schön“, habe ich mir gedacht.

Also bin ich erst einmal zum Andreas gewatschelt. Es gab schon einen freigeschippten Weg vor seinem Haus. Das hat mich gewundert. Denn normalerweise liest er um die Zeit noch bei einer Tasse Kaffee im Warmen Zeitung.

Darum habe ich ihn so begrüßt: „Na, heute warst du ja schon fleißig. Aber das mit dem Schnee macht Spaß, gell? Auch das Schippen!“

Der Andreas hat „Guten Morgen“ zu mir gesagt. Dabei hat er aber ein bisschen die eine Augenbraue nach oben gezogen. Das macht er oft. Immer wenn er nicht so ganz einer Meinung mit mir ist. Dann hat er gesagt: „Na ja, das ist schon in Ordnung. Aber es wird jetzt nicht mein Hobby. Das kann ja auch nerven. Es könnte ja jetzt weiterschneien und dann muss man öfters schippen. Puh! So wie in den Bergen letzte Woche! Da hat es Berge von Schnee geschneit. Aber das kannst ja du dann übernehmen, Paula. Dir macht das Schippen ja Spaß!“

Da musste ich erst einmal meine schönen, runden Entenäuglein ein bisschen zusammenziehen. Denn das hat sich für mich gefährlich angehört. Also habe ich geschnattert: „Äh, so habe ich das nicht gemeint. Berge von Schnee mag ich auch nicht schippen. Stell dir das mal vor: Da schippe ich das alles vor mir schön weg. Und dann ist hinter mir schon wieder alles zugeschneit. Das wäre ja echt fies. Da kann ich ja dann gar nicht mehr aufhören!“

Der Andreas musste lächeln. Und er hat gesagt: „Tja, das ist wirklich hart. Paula als Sisyphus! Das würde ich fotografieren! Oder noch besser filmen!“

Jetzt habe ich ihn angeguckt wie ein Auto. Gaaaanz groß habe ich ihn angeguckt. Das komische Wort habe ich nämlich gar nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Was? Als süßer Fuß? Ich weiß, dass ich wunderschöne orangene Beinchen habe! Aber ich müsste ja dann den ganzen Tag durch den eiskalten Schnee stapfen. Und dann würden die auch ganz schön kalt werden! Von wegen süßer Fuß! Kalter Fuß!“

Der Andreas musste jetzt richtig lachen. Dann hat er gemeint: „Ah, Paula, anscheinend hat es in deine Ohren geschneit! Ich habe doch nichts von einem ,süßen Fuß‘ gesagt. Ich habe Sisyphus gesagt. Das ist eine Figur aus den alten griechischen Sagen. Du weißt doch: Das sind diese Geschichten ganz ähnlich den Märchen. Darin haben es die Menschen oft mit grätigen Göttern zu tun. Der Sisyphus ist in so einem Märchen ein ganz schön frecher König. Der hat die Götter veräppelt. Deshalb bestraften sie ihn ganz fies. Er musste ewig lange einen ganz schweren Steinbrocken einen supersteilen Berg hochrollen. Und wenn er oben war, ist das Ding wieder runtergerollt. Deshalb gibt es das Sprichwort von der Sisyphus-Arbeit. Das ist eine schwere, sinnlose Arbeit. Die niemals fertig ist!“

„Ah“, habe ich gemeint, „jetzt verstehe ich das. Aber es schneit ja nicht ewig bei uns. Irgendwann fängt ja der Frühling an!“

„Da hast du recht“, hat der Andreas geantwortet. „Aber es wäre zumindest eine ganz schöne Kärrner-Arbeit.“

Jetzt habe ich schon wieder so ein komisches Wort nicht verstanden. Deshalb habe ich geschnattert: „Was, Kehrer-Arbeit? Wegen dem Schnee, oder was? Weil ich den wegkehren müsste? Das stimmt schon!“

Wieder musste der Andreas lachen. Dann hat er gemeint : „Oh, Paula! Ja, Kehren ist schon eine Arbeit. Aber das ist damit nicht gemeint. Das ist auch so ein sprichwörtliches Wort. Das schreibt man K-ä-r-r-n-e-r. Das kommt von Karren. Das ist ein Wagen. Damit wurden früher alle möglichen Dinge transportiert. Und der Kärrner fuhr den Karren. Das war aber ganz schwere Arbeit. Deshalb sagt man heute noch zu schwerer Arbeit Kärrnerarbeit.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „dann habe ich das jetzt verstanden. Aber Paula Print wäre ein schlauer Sisyphus. Ich würde mir so einen Kärrnerkarren holen. Und dann würde ich den Steinbrocken draufladen und damit um den steilen Berg drum rum fahren.“

„Ha“, hat der Andreas gemeint, „sehr schlau, schlaue Zeitungsente! Dann kannst du ja jetzt hier mal üben. Und zwar mit dem Schnee vor meinem Haus, schlaue Sisyphus-Kärrner-Ente!“

Da musste ich erst einmal schlucken Aber zum Glück hat es dann nicht mehr so arg geschneit! Eure Paula

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