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Paula will, dass es nachts regnet

14.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

war das ein Krach, als ich gestern zum Andreas gekommen bin! Ich habe ihn schon von Weitem gehört. Er war in seinem kleinen Gärtlein. Und er hat sehr laut geschimpft.

Er stand mit einem Spaten in der Hand direkt neben dem Beet mit meinen Salatköpfen. Das ist ein seltenes Bild. Eigentlich kenne ich ihn eher mit einem Stift in der Hand. Oder mit den Fingern auf der Tastatur seines Computers. Mit einem Spaten sehe ich ihn nun wirklich nicht sehr oft. Das könnt ihr mir glauben!

Er hat ein bisschen geschwitzt. Obwohl es am frühen Morgen noch gar nicht so richtig kalt war.

„He, was machst du denn für einen Krach? Hast du etwas Größeres vor?“, habe ich zu ihm gesagt.

„Klar, Paula. Ich soll für meine Frau ein Loch im Garten graben“, hat er mir geantwortet.

Ich bin noch näher zu ihm hingewatschelt. Ich habe ganz genau hingesehen. Aber das Loch konnte ich nicht entdecken.

„So, und wo ist dein Riesenloch?“, habe ich ihn gefragt.

Er hat mich ganz sauer angeschaut. Dann hat er gesagt: „Wer spricht denn von einem Riesenloch? Sie will ja nur eine Blume einpflanzen. Für die habe ich das Loch gegraben.“

Dabei hat er mit seinem Spaten auf ein wirklich nicht besonders großes Loch gezeigt.

„Und wegen dem kleinen Loch machst du so ein Geschrei?“, wollte ich wissen.

Das hätte ich mal lieber nicht tun sollen. Er hat nämlich gleich noch sauerer ausgesehen.

Er hat mir seinen Spaten hingehalten und mich richtig angepflaumt: „Du kannst es ja mal selber ausprobieren. Mal sehen, wie lange du brauchst für so ein kleines Loch!“

Der Spaten war mir zu groß. Ich habe es trotzdem mal versucht. Aber nichts ging.

„Jetzt siehst du mal, Paula: Das war eine schwere Geburt!“, hat der Andreas gesagt.

Ich habe ihn ganz groß angeguckt. Ihr wisst schon: Ich habe geguckt wie ein Auto.

„Geburt? Wer soll denn hier geboren worden sein in deinem Garten? Irgendwelche Ameisen oder was?“

„Aber Paula“, hat der Andreas lächelnd gesagt. „Das sagt man nur so, wenn etwas sehr schwer fällt. Und mir ist das Graben von dem kleinen Loch sehr schwer gefallen. Es hat nämlich leider schon ewig nicht mehr richtig geregnet. Das ist ein richtig blödes Wetter!“

Das habe ich nun überhaupt nicht verstanden. Ich habe gesagt: „Aber das Wetter ist doch wunderbar so! Es scheint die Sonne! Es regnet kaum! Da kann man raus und spielen. Das ist toll! Außerdem macht Samstag das Freibad wieder auf. Da kann man doch keinen Regen gebrauchen. Du kannst doch dann nicht so auf das Wetter schimpfen!“

„Natürlich muss ich da schimpfen!“, hat der Andreas zurückgeschnattert. „Der Regen fehlt der Natur. All die Pflanzen brauchen das Wasser! Wenn dein Salat kein Wasser bekommt, wächst er auch nicht. Und dann will ich dich mal schnattern hören!“

Das hat mich natürlich beunruhigt. Ich habe gleich mal auf das Salatbeet im Garten vom Andreas geschaut. Da sah aber alles ganz gut aus.

„Ich weiß nicht, was du willst“, habe ich gemeint. „Mein Salat sieht doch ganz gut aus.“

Der Andreas hat geantwortet: „Natürlich. Das ist ja auch ein ganz kleines Beet. Das kann meine Frau gut mit dem Wasserschlauch gießen. Du siehst ja hier an der Stelle des kleinen Lochs: Ohne Gießen ist der Boden total ausgetrocknet. Der ist dann knochenhart. Stelle dir mal vor: Ein Bauer hat ein riesiges Feld. Das kann der gar nicht alles gießen. Der braucht den Regen. Sonst trocknen die Felder aus. Dann bekommt zum Beispiel Getreide zu wenig Wasser. Deshalb kann es nicht so wachsen. Und dann wird die Ernte in diesem Jahr schlecht. Der Bauer verdient dann schlechter. Und seine Produkte werden teurer, weil es weniger davon gibt.“

„Das ist aber echt blöd“, habe ich mir überlegt. „Auf was soll man denn dann hoffen? Für das Freibad braucht man gutes Wetter. Sonst kommen da zu wenig Gäste. Und die Menschen von den Eisdielen brauchen auch gutes Wetter. Denn bei Regen wollen weniger Menschen Eis essen. Aber mir ist schon auch klar: Die Pflanzen und die Bauern brauchen mehr Regen.“

„Weißt du, Paula“, hat der Andreas gemeint, „das ist wie so oft im Leben: Es kommt immer auf die Mischung an. Schönes Wetter ist toll. Aber es macht uns auch nichts aus, wenn es mal ausgiebig regnet. Dann bleiben wir halt drinnen und machen da etwas. Und für die Natur ist das toll. Es ist immer so: Wenn man von einer Sache zu viel hat, wird sie blöd. Und wenn man zu wenig hat, wird es auch blöd.“

Das habe ich verstanden. Und jetzt hoffe ich auf Regen. Ganz toll wäre es natürlich, wenn es nachts regnet. Dann könnten wir am Tag wieder raus. Eure Paula

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