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Paula will auch so einen Regenhut

18.09.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Was ist eigentlich ein Nationalpark und was machen dort die Ranger?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte der Andreas in der Mittagspause mal einen kleinen Spaziergang machen. Da watschele ich eigentlich oft gerne mit. Sonst sitzen wir ja in unserem Heimbüro einfach zu viel herum. Diesmal habe ich aber gesagt: „Geh’ nur ohne mich. Dann bist du schneller! Dann kommst du nicht in den Regen!“

Der Andreas hat seltsam gelächelt und gemeint: „Ach, liebe Zeitungsente, du denkst da wirklich nur an mich, gell? Und gar nicht an dich. Nicht, dass du vielleicht heute keine Lust zum spazieren watscheln hast, oder? Um mich brauchst du dich nicht zu sorgen. Ich setze meine Mütze auf und nehme zur Sicherheit einen Schirm mit.“

„Ja“, habe ich gemeint, „deine Mützen sind nicht unbedingt wasserfest.“

„Richtig“, hat der Andreas geantwortet, „da müsste man dann schon einen richtigen Räyinscher-Hut dafür nehmen!“

„Einen was?“, habe ich geschnattert. „Einen Räyinscher-Hut? Ah! Ich verstehe! Das hat mit dem englischen Wort für Regen zu tun, gell! Das klingt so ähnlich! Ja, ja, ein paar englische Wörter kenne ich auch! Dann ist das ein Regenhut! Das ist toll. So einen hätte ich auch gerne!“

Der Andreas hat mich erst ganz ruhig und ganz groß angeguckt. Dann hat er gelächelt und gesagt: „Ah so! Das ist gut überlegt, Paula. Und das englische Wort für ,Regen‘ klingt echt so, stimmt, du bist ganz schön schlau. Aber es stimmt so trotzdem nicht. Das Regenwort schreibt man r-a-i-n. Unser das Wort mit dem Hut schreibt man R-a-n-g-e-r. Das kommt vom Wort, das so klingt wie Räyinsch. Das schreibt man R-a-n-g-e. Und das heißt auf deutsch einfach ,Landschaft‘ oder ,Gebiet‘. Ein Ranger kümmert sich also eigentlich um eine Landschaft. Da ist aber etwas ganz Besonderes damit gemeint. Ranger arbeiten zum Beispiel in den Nationalparks in Amerika.“

„Ein Nationalpark?“, habe ich geschnattert. „Warum heißt das denn so? Weil es so groß ist wie ein Land, eine Nation? Bei den Amerikanern ist doch immer alles so groß!“

„Nein, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „deshalb heißen die nicht so. In den Nationalparks gibt es wunderschöne und empfindliche Natur – mit toller Landschaft und tollen Tieren. Das ist etwas ganz besonderes für das Land. Und deshalb passt die Nation, der Staat, besonders darauf auf. Da kommen auch die Ranger ins Spiel. Sie pflegen die Landschaft und die Tiere und passen auf sie auf. Sie sorgen aber auch dafür, dass die Menschen die Natur und die Tiere angucken können, ohne sie zu gefährden.“

„Ah, das ist ja toll“, habe ich gemeint, „und die Parks sind dann wirklich nicht so groß?“

„Doch“, hat der Andreas geantwortet, „manche sind schon groß. Da ist zum Beispiel der Yellowstone-Nationalpark. Dort gibt es Bisons, Wölfe, Bären und heiße, sprudelnde Quellen und Wasserfälle mit bunten Steinen. Deshalb heißt er ja auch Gelbstein-Park, bevor du wieder rätst, Paula. Der Schwefel hat die Steine dort gelb gemacht. Der Yellowstone-Nationalpark wurde schon zur Cowboy-Zeit gegründet. Der ist schon beinahe 150 Jahre alt. Er war der erste Nationalpark dort und eigentlich auch der erste auf der Welt. Seitdem passen Ranger auf ihn auf.“

„Ah, ich weiß“, habe ich geschnattert, „und weil die Ranger immer draußen sind, haben sie so tolle Hüte!“

Der Andreas hat gestrahlt und gesagt: „Richtig, Paula! Das hast du gut erkannt! Die Hüte sind richtig hart und schwer. Sie schützen nicht nur gegen Regen. Aber wart’ mal, Paula, ich habe was für dich!“

Der Andreas ist kurz verschwunden. Dann kam er mit einer Tasche mit bunten Abzeichen zurück.

„Guck’ mal“, hat er gesagt, „die Abzeichen hat mein Sohn als Kind in den Nationalparks in Amerika bekommen. Er hat viel über die Natur gelernt und nach einem Test durfte er sich „Junior Ranger“ nennen und hat so ein Abzeichen bekommen.“

Dann hat der Andreas aus der Tasche eine Bärenpuppe mit so einem Hut rausgeholt.

„Den haben wir mal aus Amerika mitgebracht“, hat der Andreas gesagt, „der hat eine Ranger-Uniform und einen Ranger-Hut. Der müsste dir passen. Er leiht ihn dir.“

Dann hat er hat mir den Hut aufgesetzt. Er hat tatsächlich gepasst – und ich war sehr stolz darauf. Eure Paula

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