Paulas Nachrichten

Paula will auch ein Schloss

01.03.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich den Andreas getroffen. Er hatte einen kleinen Koffer dabei. Ich habe geschnattert: „Was? Gehst du in den Urlaub?“

„Nein, nein, Paula“, hat er geantwortet. „Ich komme gerade wieder nach Hause. Ich war in Berlin.“

Ich habe weitergeschnattert: „So, dann hast du also dort Urlaub gemacht.“

Er hat den Kopf geschüttelt: „Nein, Paula. Ich habe gearbeitet. Ich habe dort mit Kollegen von anderen Zeitungen gesprochen. Das nennt man Tagung.“

„Ach so“, habe ich gesagt, „dann konntest du dir ja gar nichts angucken.“

Er hat geantwortet: „Ich habe schon auch etwas von der Stadt gesehen. Auf dem Weg zum Hotel. Die größte Baustelle von Berlin schaue ich mir immer an. Die bauen da nämlich mitten in unserer Hauptstadt das Schloss.“

Das habe ich jetzt gar nicht verstanden. Ich habe wieder geschnattert: „Was? Die bauen ein Schloss? Haben die denn einen König in Berlin? Oder eine Prinzessin? Ich dachte, die haben da nur die Kanzlerin, die Angela Merkel.“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Nee, also die haben wirklich bloß die Merkel. In Deutschland gibt es ja keinen König oder Kaiser mehr.“

Das habe ich immer noch nicht verstanden. „Ja, aber bauen die jetzt ein Schloss für die Merkel? Dann hätten sie doch den Kaiser behalten können!“

Na ja, der Andreas hat jetzt sogar ein bisschen mehr gelächelt. Dann hat er geantwortet: „Also, die bauen das Schloss nicht für die Merkel. Die bauen das für gar keinen Politiker oder so. Das ist eigentlich auch gar kein neues Schloss. Da stand früher schon ein Schloss. Im letzten Weltkrieg ist es beinahe ganz zerstört worden. Nach dem Weltkrieg lag die Ruine in Ostberlin. Das hat zum anderen Deutschland gehört, zu Ostdeutschland. Das war die DDR. Die herrschenden Politiker dort wollten alle Spuren von Königen und Kaisern vernichten. Und sie hatten wahrscheinlich auch kein Geld, um das Schloss wieder aufzubauen. Also haben sie es vollends gesprengt. Dann haben sie später ein anderes riesiges Haus darauf gebaut. Das nannten sie ,Palast der Republik‘. Dort saß ihr Parlament. Und es gab Räume für Veranstaltungen. Aber die hatten da beim Bau Asbest verwendet. Das ist ein gefährliches Material. Davon kann man krank werden. Deshalb hat man den giftigen Palast wieder abgerissen. Das hat man gemacht, als Deutschland wieder vereint war.“

„Ach, und da hatten die einen riesigen Platz übrig“, habe ich überlegt.

„Ja“, hat der Andreas gesagt, „und der war sehr hässlich. Außerdem hat man sich überlegt: Es wäre doch schön, wenn man an die Geschichte denkt. Deshalb will man den Menschen zeigen, wie Berlin früher ausgesehen hat. Sie bauen jetzt nur die Fassade, also die Außenmauern, vom Schloss auf. Und innen soll es Platz geben für Wissenschaftler, für Künstler und so weiter. Komm, ich zeige dir mit dem Computer ein Bild. Da kann man direkt schauen, wie die gerade bauen.“

„Das finde ich toll“, habe ich gemeint. Und ich musste kurz überlegen. Dann ist es mir eingefallen. Ich habe ganz aufgeregt geschnattert: „Du, Andreas, in Nürtingen gab es doch auch mal ein Schloss! Können wir das nicht auch wieder aufbauen?“

Der Andreas hat auch kurz überlegt. Dann hat er gesagt: „Na, da musst du mal den Oberbürgermeister fragen. Und du musst schon mal sparen. Das kostet nämlich sehr viel Geld.“

Also werde ich sparen – und mal den Oberbürgermeister fragen. Eure Paula

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Paula hat gar keine Räder

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich war fast da. Da hat es angefangen zu regnen. Normal macht mir Wasser nicht so viel aus. Ich bin ja eine Ente. Aber der Regen war richtig blöd kalt. Und es wehte ein ganz stürmischer Wind dazu.…

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