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Paula will auch den Kindern im Kongo helfen

27.07.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

die Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Da ist so langsam Urlaubszeit. Die werden immer weniger da. Eine Kollegin aber hat ihren Urlaub wohl schon hinter sich. Der Andreas hat nämlich gerade zu ihr gesagt: „Na, das war ja ein ganz besonderen Urlaub!“

Da bin ich natürlich neugierig geworden. Ich habe gesagt: „Ein besonderer Urlaub? Warst du dauernd am Strand?“

Sie hat gelächelt und geantwortet: „Nein, Paula!“

Ich habe es noch einmal probiert: „Ah, dann warst du in den Bergen wandern.“

Da musste sie ganz kurz überlegen. Dann hat sie wieder gelächelt und wieder geantwortet: „Nein, Paula!“

„Hm“, habe ich überlegt, „dann warst du in einer Stadt und hast dir lauter alte Häuser und so ein Zeugs angeschaut?“ Erwachsene machen das ja manchmal. Und sie finden das auch noch ganz toll.

Die Kollegin vom Andreas hat aber wieder gesagt: „Nein, Paula!“

Jetzt hatte ich keine Idee mehr. Deshalb hat sie gesagt: „Ich war im Kongo.“

Da habe ich das mit dem „besonderen Urlaub“ verstanden. Ich habe ganz aufgeregt losgeschnattert: „Was? Du warst bei King Kong? Diesem riesigen Affen? Ist der nicht sehr gefährlich?“

Der Andreas und seine Kollegin haben erst sich angeschaut, dann mich – und dann haben sie losgelacht. „Du musst echt mal zum Ohrenarzt“, hat der Andreas gesagt. „Sie war nicht bei King Kong. Sie war im Kongo. Das ist ein Land in Afrika. Das ist benannt nach einem riesigen Fluss mit dem Namen Kongo. Hier, ich zeige es dir auf der Weltkugel.

Aber so Unrecht hast du gar nicht, Paula. Auch wenn es den King Kong gar nicht gibt. Der ist ja nur ein Filmaffe. Aber die Idee für den Film und den Namen hatten die Filmmenschen wahrscheinlich von einer Serie. Und die hieß tatsächlich ,The King of the Kongo‘. Das ist englisch und heißt ,Der König vom Kongo‘.“

Das hatte ich verstanden. Aber was sie da im Urlaub gemacht hatte, wusste ich immer noch nicht. Ich habe gesagt: „Hm, und in dem Land Kongo kann man nicht baden oder wandern? Was hast du denn da gemacht?“

Seine Kollegin hat nur gelächelt. Und der Andreas hat gesagt: „Naja, eigentlich hat sie dort Menschen geholfen.“

„Das ist aber lieb, dass sie das in ihrem Urlaub macht“, habe ich gemeint. „Aber warum muss man denen dort helfen?“

Der Andreas hat mir das erklärt: „Das ist eine lange Geschichte, Paula. In dem Land Kongo ist seit vielen Jahren Krieg. Da gibt es Rebellengruppen. Rebellen halten sich an keine Gesetze und gehorchen keiner Regierung. Im Kongo gibt es im Boden viel Gold und Diamanten. Um die streiten sie sich.“

„Das finde ich voll blöd. Mir ist es egal, ob ich Gold und Diamanten habe“, habe ich dazwischengeschnattert.

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt, gelächelt und gefragt: „Telefonierst du manchmal mit dem Handy, Paula?“

Ich habe geantwortet: „Hm, das müssen wir Reporter doch manchmal, oder?“

Und der Andreas hat gemeint: „Das stimmt. Aber für die Handys braucht man Coltan. Das ist ein Metall. Das gibt’s vor allem im Kongo. Auch darum kämpfen die Rebellen dort.“

„Und wie hilft deine Kollegin dann dort? Nimmt sie denen die Waffen weg?“, habe ich gefragt.

„Nein, nein, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Das wäre viel zu gefährlich. Die Rebellen überfallen auch ganz normale Dörfer. Dann werden oft auch Menschen getötet. Sie hat jetzt eine Gruppe Frauen und Kinder besucht. Die Männer von den Frauen und die Väter sind oft getötet worden. Die Frauen sind dann mit den Kindern geflüchtet. Und manche Kinder haben gar keine Eltern mehr. Die Leben dann mit bei den Frauen mit deren Kindern zusammen. Die wohnen oft zu acht oder zu neunt in einem kleinen Zimmer. Deshalb sind sie viel draußen. Zum Kochen oder zum Spielen. Die sind halt alle sehr arm.“

„Hm, haben die dann überhaupt was zum Spielen?“, wollte ich wissen.

„Das ist eine sehr gute Frage, Paula. Natürlich nicht. Deshalb hat meine Kollegin ein paar Kuscheltiere von meinem Sohn mitgenommen für die Kinder. Die haben sich sehr gefreut. Viele von denen haben noch nie etwas geschenkt bekommen. Das musst du dir mal vorstellen. Komm’, ich zeige dir ein Bild.“

Dann hat er weiter erzählt: „Meine Kollegin hat aber auch zum Beispiel Verbandsmaterial für Kranke hier bei uns gesammelt und dorthin bringen lassen. Die Sachen hätte man hier bei uns nicht mehr benützen dürfen.“

„Was? Und für die armen Kinder dort soll das gut genug sein?“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat mich gestreichelt und gemeint: „Auch eine gute Frage, Paula. Unser Krankenhaus in Nürtingen ist ja in ein neues Haus umgezogen. Da waren die großen Verpackungen schon offen. Und ein Gesetz sagt bei uns: Das dürfen die nicht ins neue Krankenhaus mitnehmen. Die Sachen sind aber noch sehr gut zu verwenden.“

Das fand ich toll. Vielleicht fällt mir auch mal ein, wie ich den Kindern in meinem Urlaub helfen kann. Eure Paula

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