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Paula will Amerika mit Talern helfen

19.10.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gewatschelt. Der saß gerade auf dem Sofa und hat einen Kaffee getrunken. Da freue ich mich immer. Da gibt es nämlich immer ein Stückchen Schokolade dazu.

Der Andreas hat mir meine Freude darüber in meinen Entenäuglein angesehen. Er hat gelächelt und gemeint: „Na, meine liebe Zeitungsente, willst du wieder was abstauben?“

„Wie bitte?“, habe ich geschnattert. „Abstauben? Nein, das will ich nicht.“

Der Andreas hat noch frecher gegrinst. Dann hat er das letzte Stückchen Schokolade ganz genüsslich in seinen Mund geschoben. „Hmmmmm“, hat er gesagt, „das war echt lecker.“

Meine Entenäuglein sind immer größer geworden. Der Andreas hat gesagt: „Na, nun guck nicht so traurig. Ich habe dich doch gefragt, ob du was abstauben willst. Und du hast ,nein‘ gesagt.“

„Aber ich wollte ja auch nichts abstauben. Ich will doch hier nicht putzen. Und du sitzt zur selben Zeit auf dem Sofa und isst leckere Schokolade“, habe ich ihm erklärt.

Jetzt ist der Andreas aufgestanden und hat mich in den Arm genommen. „Aber Paula, du hast das mit dem Abstauben ganz falsch verstanden. Natürlich kann man einen Tisch abstauben. Oder einen Schrank. Das Wort kann aber auch was anderes bedeuten. Wenn man gerne irgendetwas für sich haben will und sich das dann halt irgendwie so nimmt. Du hättest also ein Stück von meiner Schokolade abgestaubt.“

Das hatte ich dann verstanden. Aber die Schokolade war trotzdem weg. Ratzeputz. Auch das hat der Andreas mir an meinen Augen angesehen. Deshalb hat er gesagt: „In Ordnung, Paula. Ich schulde dir ein Stückchen Schokolade. Ich bin so tief in deiner Schuld, du könntest mich in den Schuldturm stecken!“

„Schuldturm? Was ist denn das? Ich kann dich da reinsperren und du darfst erst wieder raus, wenn du mir Schokolade gibst?“, habe ich gefragt.

„Genau! So war das früher. Zur Ritterzeit. Und später auch noch. Da sind die Menschen eingesperrt worden, wenn sie irgendjemandem Geld geschuldet haben und das Geld nicht zurückzahlen konnten. Der Schuldturm war ein Gefängnis“, hat der Andreas erklärt.

Jetzt habe ich gelächelt. Und gesagt: „Naja, so schlimm war das mit der Schokolade auch wieder nicht. Ich würde dich deswegen nicht ins Gefängnis stecken. Aber ich weiß schon: Das hast du auch gar nicht gemeint, gell? Du hast mich veräppelt, oder? Ich bin ja schließlich keine doofe Zeitungsente!“

„Na, das würde ich auch nie behaupten“, hat der Andreas gemeint. „Es war ein Spaß. Da müssten ganz andere erst in den Schuldturm, bevor ich wegen eines Stückchens Schokolade rein müsste.“

Da ist mir plötzlich etwas eingefallen. Ich habe losgeschnattert: „Ja, ja, zum Beispiel der Chef von Amerika. Der macht immer ganz viele Schulden. Das habe ich in der Zeitung gelesen. Und jetzt kriegt er richtigen Ärger mit anderen Politikern. Haben die in Amerika noch einen Schuldturm? Muss der Arme da rein? Sollen wir ihm dann nicht ein paar solche Taler schicken? Du hast doch noch welche in deiner Urlaubssparkasse. . .“

Ich bin also zu der kleinen Urlaubskasse vom Andreas gewatschelt. Er hat zwar „Äh, Paula, äh“ dazu gesagt. Wahrscheinlich, weil ihm das nicht gepasst hat. Aber ich habe trotzdem mal in der Kasse nachgeschaut. Sechs Scheine waren drin. Der Andreas hat gesagt: „Das sind sechs Dollar, und nicht Taler. Aber so unrecht hast du gar nicht. Das amerikanische Wort ,Dollar‘ kommt vom deutschen Wort ,Taler‘.“

„Sechs Dollar. Meinst du, das hilft dem?“, habe ich gefragt.

Der Andreas hat geantwortet: „Kaum. Das ist zwar lieb gemeint, aber zu wenig. Außerdem hat unser Land auch Schulden bei den Banken. Aber normalerweise können die Länder das Geld an die Banken immer wieder zurückzahlen. Sie müssen halt mehr Geld geben, als sie sich geliehen haben. Das nennt man Zinsen. Das ist Geld, mit dem sie das Ausleihen bezahlen. Die Amerikaner können ihre Schulden eigentlich auch immer bezahlen. Manche Politiker in Amerika sind aber sowieso gegen den Präsidenten und manche Sachen, die er tut. Deshalb wollten sie ihn so richtig ärgern. Deshalb haben sie gesagt: Du darfst keine Schulden mehr machen. Aber er braucht das Geld. Die müssen ja all die Angestellten zahlen. Und die Straßen. Und die Lehrer. Und. . .“

„Hör auf, das hört sich ja schrecklich an“, habe ich gemeint. „Vielleicht sollten wir ihm doch deine Dollars schicken. Dann kann er sich wenigstens eine Schokolade kaufen, der Arme. Als Trost sozusagen.“

„Naja, vielleicht überlegst du dir das noch mal, Paula. Sie haben sich in Amerika erst einmal auf eine Lösung geeinigt. Und du wolltest doch auch Schokolade. . .“, hat der Andreas gemeint.

Da hat er recht. Da muss ich echt noch einmal nachdenken. Eure Paula

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