Paulas Nachrichten

Paula watschelt auch ohne Strom

10.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Was unterscheidet Akkus und Batterien?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder mal zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Das war ganz schön anstrengend. Denn es hatte ganz arg geregnet und die Sonne kam schon wieder heraus. Beim Andreas musste ich erst einmal durchschnaufen.

„Na, Paula, du siehst aber fertig aus! Du musst erst einmal wieder deine Akkus aufladen!“, hat der Andreas gesagt.

Ich habe ihn gleich angeschnattert: „Ich bin halt ein bisschen angestrengt und müde! Aber wieso sollte ich deshalb eine Kuh auf mich laden? Die ist viel zu schwer für mich! Da breche ich dann doch noch zusammen und bin fertig!“

Der Andreas hat mich angeguckt wie ein Auto. Wie ein riesiges Auto. Dann hat er aber verstanden, was ich nicht richtig verstanden hatte: „Du bist echt lustig, Paula! Du sollst doch keine Kuh aufladen. Du sollst deine Akkus aufladen. Das sind doch die Stromspeicher. Die macht man leer. Zum Beispiel mit dem Handy. Und dann kann man sie an der Steckdose wieder aufladen!“

„Und das soll ich auch machen?“, habe ich geschnattert. „Du spinnst wohl! Ich weiß genau: Von Steckdosen muss man die Finger weglassen. Das ist sehr gefährlich. Da fließt elektrischer Strom! Außerdem bin ich ein Lebewesen und keine elektrische Puppe! Ich brauche keinen Strom!“

Der Andreas hat mich jetzt ganz ernst angeguckt und gemeint: „Also gut, Paula. Dann mal der Reihe nach! Nun, Akkus sind einfach Energiespeicher. Die braucht man für Fotoapparate. Oder eben für Handys. Oder sonst für viele kleinere elektrische Geräte. Die Geräte gehen aus, wenn die Akkus leer sind. Deshalb gibt es auch diese Redensart für müde Menschen und Zeitungsenten: Man muss dann seinen Akku wieder aufladen. Also einfach ein bisschen ausruhen. Etwas trinken. Eventuell etwas essen.“

„Ach so“, habe ich gleich viel freundlicher geschnattert, „das verstehe ich. Hast du dann etwas zu essen für mich?“

„Oh, Paula, einen Keks kannst du haben. Und ein Glas Wasser auch“, hat der Andreas gemeint.

Ich habe also meinen Keks und mein Wasser bekommen. Ich habe fröhlich gemeint: „Das Aufladen gefällt mir! Aber was hat das mit einer Kuh zu tun? Weil die auch viel Wasser saufen?“

Der Andreas hat jetzt wieder den Kopf geschüttelt und gemeint: „Nee! Akku schreibt man A-k-k-u. Das hat mit der Kuh nichts zu tun. Es ist die Abkürzung für das Wort Akkumulator. Das kommt vom Römerwort ,cumulare‘. Das bedeutet so viel wie ,anhäufen‘. Man kann nämlich mit dem Akku Energie anhäufen. Und die gibt der Akku dann an das Gerät ab. Das ist wie mit den Batterien. Aber die Batterien kann man nicht wie einen Akku wieder aufladen!“

„Ah“, habe ich überlegt, „dann heißt Batterie in der Römersprache wahrscheinlich so etwas wie Nichthaufen!“

Der Andreas hat mich wieder mit ganz großen Augen seltsam angeguckt. Dann hat er gesagt: „Oh je, Paula, du bist ja heute so richtig schlau und lustig.“

Ich habe ihm an den Augen natürlich angesehen: Das meint er nicht so. Das ist ironisch. Er meint genau das Gegenteil.

Ich habe etwas kleinlauter gemeint: „Na ja, ich überlege halt nur!“

„Ach so“, hat der Andreas gemeint und mir weitererklärt: „Batterie kommt von keinem Römerwort. Das kommt von einem Franzosenwort. Die waren nämlich früher mit der Technik ihrer Soldaten führend. Und eine Batterie waren einfach mehrere Kanonen zusammen.“

Jetzt habe ich den Andreas wieder groß angeguckt. Ich habe gesagt: „Dann sind Batterien ja richtig gefährlich!“

„Nein, nein“, hat der Andreas gesagt und mir einen Haufen alter Batterien gezeigt. Die waren echt klein und sahen harmlos aus.

Ich habe gefragt: „Hä? Und was sollen die kleinen Dinger mit Kanonen zu tun haben?“

„Na, ganz einfach. In Batterien wird elektrische Energie in metallhaltigen Flüssigkeiten gespeichert. Und ganz früher hat man mehrere Behälter von solchen Flüssigkeiten hintereinandergeschaltet. So wie man mit mehreren Kanonen schoss. Deshalb sagt man heute noch Batterie. Auch wenn so eine Batterie nur noch ein Behälter ist.“

„Ah“, habe ich gemeint, „aber dann sind ja die Akkus sowieso besser. Weil man die wieder aufladen kann, gell?“

„Das stimmt, schlaue Zeitungsente“, hat der Andreas gesagt. „Deshalb sammeln wir die alten Batterien auch für das Recycling. Das ist ein englisches Wort und es bedeutet so viel wie Wiederverwenden. Das kommt vom griechischen Wort kyklos. Das heißt Kreis. Man bringt also bei den Batterien zum Beispiel die Rohstoffe wie die Metalle wieder in der Kreis der Benutzung zurück. Die wären sonst schlimmer Müll.“

Das fand ich gut. Ich habe gelacht und gemeint: „Gut, dass ich keine Strombatterien brauche und mit Wasser und Keksen watschele. Das ist am besten für die Umwelt.“ Eure Paula

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