Paulas Nachrichten

Paula tut das Fern nicht weh

23.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

das war ja wie im Frühling letzte Woche! Die Wärme und das Sonnenlicht haben mir richtig gutgetan. Also bin ich natürlich mal zum Andreas nach Hause gewatschelt. Der saß auf seinem Sofa und hat ein Buch gelesen. Ich habe ihn gleich mal angeschnattert: „He, guten Tag! Lass uns mal nach draußen gehen! Wir könnten ein bisschen durch die Stadt watscheln und gucken, was los ist!“

Der Andreas hat ganz langsam geantwortet: „Äh, ja, äh, Paula. Das könnten wir tatsächlich. Wir könnten aber auch auf dem Sofa sitzen und das Buch lesen. Hach, ein Buch über Amerika . . .“

Am Ende hat er ganz traurig geguckt. Ich wollte ihn ein bisschen aufmuntern. Aber auch ein bisschen ärgern: „Oh, über Amerika! Und was ist daran so traurig? Der komische Präsidenten-Typ? Wegen seinen gelben Haaren?“

Jetzt musste der Andreas tatsächlich ein bisschen lachen. Er hat gesagt: „Klaro, wegen dem bin ich traurig! Nein, nein, nur Spaß. An den habe ich mich schon gewöhnt. Ich bin wegen etwas anderem traurig: Amerika ist dort und ich bin hier!“

Jetzt habe ich den Andreas angeschaut wie mein berühmtes großes Auto. Ich habe nämlich gar nichts verstanden und geschnattert: „Hä? Das ist doch aber normal! Amerika ist doch immer dort drüben hinter dem großen Meer. Und, äh, du bist doch eigentlich immer hier. Äh, fast immer. Also außer wenn du im Urlaub bist. In Amerika zum Beispiel . . .“

„Genau“, hat der Andreas jetzt ein bisschen kräftiger geschnattert, äh, gesagt. „Das ist es doch! Mich plagt das Fernweh!“

„Fernweh? Oh je! Was ist denn das für ein Wehweh? Und wo tut das denn weh?“, wollte ich wissen. „Das Fern kenne ich gar nicht. Was ist das denn für ein Körperteil? Wir Enten haben so etwas nicht. Habt nur ihr Menschen ein Fern? Und warum tut dir das jetzt weh?“

Der Andreas hat mich ganz komisch angeguckt. Genau, liebe Kinder, er hat wie ein Lastwagen geguckt. Ja, und dann hat er plötzlich vor Lachen richtig losgeprustet: „Ein Fern? Das nur Menschen haben? Und das mir wehtut?“

Das fand ich ein bisschen übertrieben. Schließlich wollte ich ja nur etwas lernen. Und ich kannte so ein Fern wirklich nicht. Also habe ich gesagt: „Na, das ist ja toll. Jetzt kannst du mich schon wieder auslachen. Dann kann dir dein Fern ja gar nicht mehr so wehtun! Dann brauchst du nicht mehr zum Fern-Doktor in Amerika. Oder warum wolltest du da hin mit deinem Fern?“

Der Andreas hat dann aufgehört zu lachen. Er hat gesagt: „Du bist süß, Paula. Verzeih, dass ich gelacht habe. Aber das ist nicht böse gemeint. Das weiß du doch. Also: Menschen haben genauso wenig ein Fern wie ihr Enten. Ich weiß auch gar nicht so richtig, wo das Fernweh wehtut. Hm . . . Vielleicht wird es einem da ein bisschen schwer ums Herz. Oder die Augen spürt man ein bisschen – weil man vielleicht eine Träne vergießen will. Man muss damit auch nicht zum Doktor. Fernweh bedeutet nämlich: Man sehnt sich nach der Ferne. Man will verreisen. Ich würde zum Beispiel gerne wieder einmal nach Amerika. Aber ich wäre auch mit einer Reise woanders hin einverstanden. Hm, nach Portugal. Oder Griechenland. Oder nach Italien. Oder so.“

„Ah“, habe ich gemeint, „jetzt verstehe ich das. Das Fernweh ist das Gegenteil von Heimweh!“

„Ja, das stimmt, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Wenn man zu Hause ist, hat man manchmal Fernweh. Und wenn man weg ist, hat man manchmal Heimweh.“

„Das ist ja komisch“, habe ich überlegt.

Der Andreas hat mir recht gegeben: „Stimmt. Man will oft das, was man gerade nicht hat. Vielleicht will man sich auch immer beweisen, dass man immer machen kann, was man will. Also einfach verreisen. Oder aber einfach nach Hause gehen.“

Ich musste noch mehr überlegen. Dann habe ich gemeint: „Na ja, ich bleibe ja am liebsten immer zu Hause. Aber ich lasse mir schon auch gerne von deinen Reisen berichten.“

„Ja, du hast es halt gut, liebe Zeitungsente“, hat der Andreas gesagt.

Ich habe gesagt: „Na, dann gibt erst mal das Buch her. Dann denkst du nicht so an Amerika.“

„Ach“, hat der Andreas geantwortet, „das Buch hilft mir eher ein bisschen. Ich mache dann eine Reise mit den Gedanken. An meinem Fernweh ist eher dein tolles Frühlingswetter schuld. Die Wärme erinnert mich ans Verreisen. Weil ich eher in der wärmeren Jahreszeit verreise.“

Jetzt habe ich den Andreas ganz streng angeguckt und geschimpft: „Na klar, und wenn es kalt ist und nach Schnee riecht, willst du nach Island.“

Dann haben wir beide lachen müssen und uns die Amerika-Bücher zusammen angeschaut. Mein Fern hat aber trotzdem nicht wehgetan. Eure Paula

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Paula hat gar keine Räder

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich war fast da. Da hat es angefangen zu regnen. Normal macht mir Wasser nicht so viel aus. Ich bin ja eine Ente. Aber der Regen war richtig blöd kalt. Und es wehte ein ganz stürmischer Wind dazu.…

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