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Paula trifft den Kapitän ohne Schiff

22.07.2017 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal abends zum Andreas gekommen. Er ist gerade ins Auto gestiegen. Er hat gesagt: „Hallo, Paula, komm, steig ein! Wir fahren zum Sennerpokal!“

Das habe ich nicht so richtig verstanden. Senner heißt doch die Firma von unserer Zeitung. „Was?“, habe ich geschnattert, „zum Sennerlokal? Habt ihr jetzt eine eigene Kneipe? Warte mal . . . Bekommt man da etwas zu essen?“

Der Andreas musste lachen. „Ich habe doch nicht Sennerlokal gesagt. Ich habe Sennerpokal gesagt. P-o-k-a-l! Das ist ein großes Fußballturnier. Das veranstaltet unsere Zeitung! Da spielen viele Mannschaften aus der Gegend mit.“

„Ah“, habe ich gemeint, „Fußball . . . nix zu essen . . .“

Der Andreas hat geantwortet: „Aber Paula, Fußball ist doch toll. Und, hm, zu essen gibt’s auch viele leckere Sachen!“

„Na gut“, habe ich da gleich gemeint, „ich wollte schon immer mal Fußball gucken. Lass uns losgehen!“

Der Andreas musste da lächeln. Das ist für mich ja schon mutig. Eigentlich bleibe ich ja am liebsten in unserem Städtle. Aber man kann ja schon einmal in ein anderes Dorf fahren. Die Fahrt war dann auch echt schön. Wir sind nach Beuren gedüst. Und da lag die Alb ganz arg schön vor uns.

Auf dem Fußballplatz war sehr viel los. Die Leute haben mich ganz lieb begrüßt. Das habe ich richtig genossen. Aber plötzlich hat sich keiner mehr um mich gekümmert. Plötzlich sind alle einem Typen in einem weißen T-Shirt hinterhergelaufen.

Ich habe natürlich ein bisschen komisch geguckt. Ich habe ganz kleinlaut zum Andreas geschnattert: „Sag mal, wer ist das denn? Ist der vielleicht berühmter als ich?“

Ich habe aber keine Antwort bekommen. Ich habe mich umgedreht. Und der Andreas war gar nicht mehr da. Er hat auch nach dem Typen geguckt.

„He . . .“, habe ich gerufen. „Was ist denn los?“

Der Andreas ist zurück zu mir gekommen. Er hat gemurmelt: „Psssst, Paula, das ist ein ganz berühmter Fußballer!“

„Ach“, habe ich gemeint, „und der spielt hier mit? Bei einer Mannschaft aus unserer Gegend?“ Das kam mir nämlich ein bisschen komisch vor. Ich habe weiter gesagt: „Hat der deshalb gar keine Fußballklamotten an? Und keine so seltsamen Schuhe? Kann der einfach so mitspielen? Weil der so gut ist?“

Jetzt musste der Andreas ein bisschen lachen. „Der spielt hier gar nicht mit. Der macht nur einen Besuch und guckt seinen alten Kumpels zu. Das ist der Christian Gentner, der Kapitän vom VfB Stuttgart! Der kommt aus Beuren und hat hier als Kind schon Fußball gespielt.“

Ich habe gleich wieder geschnattert: „Kapitän? Haben die denn ein Schiff beim VfB?“

Der Andreas musste noch mehr lachen. Dann hat er erklärt: „Nein, ein Schiff haben die keines. Jede Mannschaft hat einen Kapitän. Das ist meistens einer der erfahrensten und wichtigsten Spieler. Er führt die Mannschaft an. Drum nennt man ihn auch Spielführer. Er ist so etwas wie der Chef.“

„Das ist ja toll, dass der VfB-Chef hierherkommt. Da freuen sich natürlich alle. Klar. Guck mal, der lässt sich auch mit den Kindern fotografieren. Wie ich manchmal! Da vergesse ich ja richtig meinen Hunger. Aber hier riecht es sowieso überall nach gebratenem Fleisch und gegrillten Würsten. Das esse ich eh nicht.“

Der Andreas musste lächeln. Er hat gesagt: „Pass mal auf, Paula. Die Frau da drüben, das ist die Mama vom Christian Gentner. Die arbeitet ganz viel bei dem Turnier mit. Sie versorgt auch die Mitarbeiter von unserer Zeitung mit Essen und Trinken während der Arbeit. Die bringt dir bestimmt was. Du gehörst ja auch zur Zeitung. Und du berichtest ja jetzt bestimmt für die Kinder über den Sennerpokal. Ich glaube, hier gibt es sogar leckeren Salat! Komm, wir fragen mal.“

Das haben wir gemacht. Und sie war ganz lieb zu mir. So wie ihr Sohn zu den Kindern! Eure Paula

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