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Paula sucht paar Olle

27.02.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Passwörter gab es früher schon

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche war ich eine Runde watscheln am Neckar. Denn das Wetter war wunderbar. Wie im Frühling! Ich bin dann wieder in unser Heimbüro gekommen. Der Andreas ist dagesessen und hat gearbeitet. Ich bin mal ganz langsam näher gewatschelt, habe die Tür nur einen Spalt aufgeschoben und habe ihn beobachtet. Er hat weiter auf den Bildschirm geguckt und auf der Tastatur geschrieben. Tack, tack, tack – tack, tack, tock! Der Andreas kann ganz schön schnell schreiben. So schnell kann ich höchstens schnattern. Aber klar: Der übt das ja auch schon jeden Tag seit vielen, vielen Jahren.

Plötzlich hat er aber irgend etwas gesagt, ohne zu mir zu gucken. Es klang wie eine Frage. Und er hat das sehr laut und scharf gesagt. Ich habe das trotzdem nicht so richtig verstanden. Es hat sich angehört wie „Paar Olle?“

Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. „Äh, ein paar Alte? Alte was? Also, ich bin noch eine junge Ente. Eigentlich. Deshalb finde ich ...“, habe ich gestottert.

Der Andreas hat gleich noch einmal das Wort wiederholt: „Parole! Kennst du die Parole?“

Ich habe geguckt wie ein Auto. Mit ganz großen Augen. Ich habe gemeint: „Wie gesagt: Ich bin ja noch jung. Hm, ob ich ein paar Alte kenne. Hm ... Also außer dir, äh, na ja, wart’ mal ...“

Der Andreas hat immer noch nicht hergeguckt. Aber er hat wieder etwas gesagt. Diesmal habe ich es verstanden. Er hat „Oh, Paula!“ geraunt. Und: „Ein Alter? Ich soll ein Alter sein? Aber darum geht es doch gar nicht.“

Und dann hat er angefangen zu buchstabieren und noch einmal das komische Wort gesagt: „P-a-r-o-l-e. Parole! Du musst die Parole sagen!“

„Na gut“, habe ich zögerlich geschnattert. Denn ich wusste immer noch nicht, was er meinte. So habe ich einfach gemeint: „Also: Parole! Die Parole!“

„Falsch“, hat der Andreas gemeint und jetzt endlich mal hergeguckt. „Falsch! Du wirst verhaftet! Ich sperre dich ein und dann verhöre ich dich!“

„Was?“, habe ich losgeschnattert, „erst einmal bist du nicht die Polizei. Und zweitens habe ich gar nichts gemacht. Ich habe nicht einmal unseren Schokoladen-Vorrat aufgegessen. Ich habe mir gerade nur ein kleines Stück genommen. Ich habe das gebraucht. Als Stärkung nach meinem Spazierwatscheln, also nach meinem Spaziergang.“

Jetzt hat der Andreas noch viel mehr gelacht. Und er hat gesagt: „He, das war ja ein super Trick von mir! Du kannst die Parole gar nicht kennen. Denn wir haben ja gar keine. Die haben ja meistens die Soldaten. Wir müssen ja zum Glück keine Soldaten sein. Aber du blickst das nicht. Ich wollte dich nur ein bisschen veräppeln. Und da verrätst du mir dann einfach freiwillig deinen Schoko-Klau! Aber das ist ja in Ordnung. Es ist ja unsere Schokolade. Also mit der Betonung auf ,unsere‘.“

Jetzt habe ich den Andreas gaaanz groß angeguckt. Denn ich habe es überhaupt nicht mehr verstanden. Meine großen runden schönen Entenäuglein sind immer größer geworden. Der Andreas hat das natürlich gemerkt und gemeint: „Na, jetzt entspanne dich mal, Paula. Ich erkläre dir das! Also: Eine Parole gibt es beim Militär. Bei den Soldaten. Das gab es schon früher bei den Rittern. Stell’ dir mal vor: Da ist ein Lager von Soldaten. Das wird bewacht. Die Feinde würden natürlich gerne die Soldaten drinnen überfallen.“

„Äh, klar, die lässt man dann halt nicht rein“, habe ich den Andreas unterbrochen. „Dazu gibt es ja Wachen!“

„Ah“, hat der Andreas gesagt und ein bisschen die Augen verdreht. „Aber dann wollen vielleicht auch mal eigene Soldaten rein. Und vielleicht ist es sogar Nacht. Man sieht kaum etwas. Deshalb gibt es die Parole. Das ist ein geheimes Kennwort. Das kennen nur die eigenen Soldaten. Dann ruft die Wache: , Parole?‘ Die anderen müssen dann die Parole sagen. Und dann dürfen sie rein.“

„Ah“, habe ich geschnattert, „und wenn dann keine Antwort kommt oder die falsche ... Klar, dann können sie die fangen. Geschickt, so eine Alte, äh, Olle, äh, Parole. Dann ist die Parole wie ein Passwort am Computer. Da sitze ich auch manchmal davor und muss das Passwort überlegen.“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „und damit du dir das merkst, erkläre ich dir auch noch das Wort. Das Wort ,Parole‘ haben sich die Deutschen in der Ritterzeit von den Franzosen geklaut. Die hatten das von den alten Römern und den alten Griechen. Bei den Griechen ist die ,Parabel‘ eine Geschichte, die man Gleichnis nennt. Man erklärt etwas mit einer Geschichte. Und eigentlich bedeutet das griechische Wort ,parabéllein‘ so viel wie ,nebeneinander werfen‘ oder ,vergleichen‘.“

„Ah ja,“, habe ich gemeint, „dann kann ich mir das jetzt merken. Aber wenn wir mal eine Parole haben, musst du mir das vorher sagen.“ Eure Paula

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