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Paula sucht keinen Salatschatz

16.01.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Darf man eigentlich einfach nach wertvollen Sachen graben?

Hallo, liebe Kinder,

vor ein paar Wochen hatten wir einen spannenden Artikel auf meiner Seite. Da ging es um einen Schatzsucher. Der ist meistens auf einem Acker oder so unterwegs. Der hat schon alte Münzen oder Schmuck gefunden. Gestern war der Andreas nicht daheim. Und draußen hat sich das so richtig nach Frühling angehört. Denn meine Vogelkumpels haben lustige Melodien gepfiffen. Das war sicher wegen dem tollen Sonnenschein. Da sind die auch gleich glücklicher.

Ich bin dann auch immer voller Kraft. Deshalb wollte ich draußen etwas unternehmen. Da ist mir der Bericht von dem Schatzsucher eingefallen. Also habe ich mir gedacht: „Paula, was der kann, kannst du schon laaaaang!“

Zu einem Acker wollte ich jetzt nicht watscheln. Denn trotz des Sonnenscheins war es ganz schön kalt. Das musste ich aber gar nicht. Denn der Andreas hat auch ein kleines Gärtle an seinem Haus. Ich habe mir eine warme Mütze geholt. Und meine Sonnenbrille. Dann habe ich mir eine kleine Schaufel geschnappt und wollte gleich loslegen.

Das war aber nicht so leicht. Eigentlich war es unmöglich. Denn der blöde Boden war ganz hart gefroren. Ich habe trotzdem eine Weile rumgehackt und musste ganz schön schnaufen. Deshalb habe ich nichts anderes mehr mitbekommen und bin plötzlich ganz arg erschrocken. Denn hinter mir dröhnte eine laute Stimme. Die Stimme rief: „Aha! Ein maskierter Dieb in meinem Garten. Der will mir, äh, der will mir, äh, etwas klauen. Äh, aber was will er mir denn da klauen? Hartgefrorene Erde oder was? Oder halt! Das ist ja eine Ente! Die sucht bestimmt nach Salat! Na ja, da kann sie lange suchen mitten im Winter!“

Ich habe mich schnell wieder beruhigt. Denn die laute Stimme hat zum Andreas gehört. Dann habe ich zurückgeschnattert: „Salat? Nee. Salat ist zwar auch ein Schatz! Aber ich suche eher nach Gold und anderen wertvollen Sachen! Und die Mütze habe ich nur wegen der Kälte auf. Und die Brille wegen der Sonne!“

„Ach so“, hat der Andreas lachend gesagt, „du suchst in meinem Garten nach einem Schatz für mich!“

„Für dich?“, habe ich gestottert, „äh, na ja, eigentlich nicht so richtig. Ich suche eigentlich für mich!“

„Ach“, hat der Andreas gemeint und eine Augenbraue nach oben gezogen, „das geht aber nicht so einfach. Da musst du mich schon um Erlaubnis fragen! Ja, und wenn du etwas findest, musst du das mit mir teilen!“

„Äh, ach so“, habe ich ganz kleinlaut gemeint, „das wusste ich nicht. Das stand ja in dem Bericht vor Kurzem gar nicht drin. Entschuldigung!“

Jetzt hat der Andreas wieder ganz lieb gelächelt, mich in den Arm genommen und gesagt: „Das ist ja bei uns überhaupt kein Problem, Paula! Ich wollte dich nur ein bisschen erschrecken. Aber eigentlich ist das schon so. Das stand in dem Bericht nur nicht drin. Und wir haben Post von einem Archäologen bekommen. Die wollte ich dir noch zeigen. Der erklärt das mal ganz genau!“

„Der erklärt das? Der Archedings? Ist das der Kapitän von dem großen Schiff mit den vielen Tieren drin? Gibt es den wirklich?“, habe ich geschnattert.

Der Andreas musste lachen. Dann hat er geantwortet: „Der Archedings heißt A-r-c-h-ä-o-l-o-g-e. Mit der Arche hat der nichts zu tun. Der Schiffschef aus der Bibel heißt Noah. Die beiden Worte haben auch nichts miteinander zu tun. Noahs Arche ist benannt nach dem Römerwort ,arca‘. Das heißt einfach ,Kasten‘. Und der Archäologe ist ein Wissenschaftler. Das kommt vom alten Griechenwort ,arachaios‘. Das heißt einfach ,alt‘. Und ,logos‘ heißt eigentlich Lehre.“

„Ah!!!“, habe ich ganz aufgeregt dazwischen geschnattert. „Dann kennt sich der Archäomann mit den alten Dingen aus. Und in der Erde findet man ja auch alte Schätze. Wie die alten Münzen in dem Bericht.“

„Genau“, hat der Andreas gesagt, „Archäologen graben auch alte Dinge aus und erforschen so für uns die Vergangenheit.“

„Ah ja, und was hat er sonst noch so geschrieben? Außer dass man auf fremdem Land nicht einfach rumgraben soll?“, wollte ich wissen.

„Na ja“, hat der Andreas geantwortet. Er hat geschrieben: Man macht ja beim Graben auf einem Acker auch den Acker von einem Bauern kaputt. Das sollte man nicht machen. Und dann kann man ja eventuell wirklich etwas Altes finden. Aber die Kinder und die allermeisten Erwachsenen sind ja keine Archäologen. Dann würden sie das Entdeckte vielleicht sogar kaputt machen. Und die Wissenschaftler können es dann gar nicht erforschen und erklären. Das wäre doof. Oder man findet etwas aus einem vergangenen Krieg. Gewehrkugeln oder Teile von Bomben. Das wäre sehr gefährlich.“

„Äh, ja“, habe ich gestottert, „dann grabe ich nicht mehr in meinem Garten.“

„Na“, hat der Andreas lachend gesagt, „keine Angst! Das findet man eher tiefer. Wenn man mit so einem Metallsuchgerät gräbt. Hier in meinem Garten ist das nicht gefährlich. Da findest du höchstens alte Getränkedosen oder Zigarettenschachteln von den Bauarbeitern.“

„Ja, aber die räume ich dir auch nicht weg! Den Schatz kannst du selber suchen“, habe ich gemeint. Eure Paula

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