Paulas Nachrichten

Paula sucht die Zeit zwischen den Jahren

29.12.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

zuletzt war ich gar nicht so viel unterwegs. Ich war ein bisschen krank. Da war ich viel beim Andreas zu Hause. Ich bin meistens schön zugedeckt auf seinem kuscheligen Sofa gelegen – und er hat mir Tee gebracht.

Deshalb bin ich wieder fit geworden. So konnte ich diese Woche gleich mal durch die Stadt watscheln. Ich habe mich genau umgeguckt. Schließlich könnte es ja etwas Neues geben. Und das müsste ich als Zeitungsente doch wissen.

Plötzlich habe ich jemanden gehört: „Na, Paula, was suchst du denn so alleine unterwegs zwischen den Jahren?“

Ich habe ihn zuerst kurz angeguckt wie ein Auto. Weil ich ihn nicht so richtig verstanden habe. Aber ich habe mir das mal nicht gleich anmerken lassen. Deshalb habe ich geschnattert: „Äh, ja. Ich suche was Neues, äh, zwischen Jahren, ja, halt so was Neues!“

Dann bin ich weitergewatschelt Richtung Redaktion. Ich habe mir immer überlegt: „Hm, zwischen den Jahren . . . Wie soll das denn gehen?“

In der Redaktion habe ich auf dem Schreibtisch vom Andreas zwei Kalender gefunden. Der eine war noch vom Jahr 2018. Und der andere schon vom neuen Jahr 2019. Ich habe mal ein bisschen rumgeblättert und den einen Kalender ein bisschen hochgehoben. Aber irgendwie habe ich nichts gefunden.

Dann ist wieder der Andreas dazugekommen. Jetzt hat er gesagt: „Na, Paula, und was suchst du jetzt?“

„Na ja“, habe ich gemeint, „also wenn ich ehrlich bin: Ich finde die Zeit zwischen den Jahren nicht. Wie soll das denn auch gehen? Das eine Jahr geht zu Ende an Silvester. Und dann fängt doch gleich das neue Jahr an Neujahr an. Also so um Mitternacht. 2018, und dann gleich 2019. Da ist doch nichts dazwischen. Kein Tag. Nicht einmal eine Minute. Oder eine Sekunde. Oder doch?“

Mit meinen letzten Worten habe ich noch einmal zwischen die zwei Kalender geguckt. Aber ohne Erfolg.

Der Andreas hat mich erst wie ein Auto angeguckt. Dann hat er gelächelt. „Ach so“, hat er gemeint, „die Zeit zwischen den Jahren. Ich habe davon gesprochen, ja, ja. Aber . . .“

Das hat mich ein bisschen grätig gemacht. Ich habe ihn direkt unterbrochen und geschnattert: „Aber was? Bestimmt ist das wieder bloß so ein Sprichwort. Bestimmt sagst du gleich wieder: ,Das sagt man halt so, liebe Paula. Aber geben tut es die Zeit zwischen den Jahren gar nicht.‘ Das finde ich aber blöd!“

„Nein, nein“, hat der Andreas gesagt, „die Zeit zwischen den Jahren gibt es schon. Aber du findest sie nicht auf unseren Kalendern. Warte, ich erkläre dir das. Also, du hast schon recht: Das alte Jahr endet an Silvester und das neue beginnt gleich. Aber trotzdem nennt man die Zeit zwischen Weihnachten und dem 6. Januar, dem Feiertag der Heiligen Drei Könige, die Zeit ,zwischen den Jahren‘. Zum einen sind das die zwölf Raunächte. Das Wort kommt eigentlich vom Rauch. Denn vor langer, langer Zeit haben die Menschen noch an Geister geglaubt. Und in dieser düsteren Zeit haben sie Kräuter verbrannt. Damit wollten sie die Geister verjagen.“

„Ach und die Geister haben das irgendwie mit den Jahren kaputt gemacht? Haben die das geglaubt? Die waren ja ganz schön komisch!“, habe ich dem Andreas dazwischengeschnattert.

„Nee, nee, Paula“, hat der Andreas gemeint und mich ganz streng angeguckt, „da haben keine Geister was kaputt gemacht. Das war anders. Nämlich so: Der Kalender war nicht immer so wie er heute ist. Da gab es zwischen der Römerzeit und der Ritterzeit immer ein Hin und Her. Manche haben ihren Kalender nach dem Mondlauf gemacht. Und manche haben nach der Sonne geguckt. Ja, und bei den ganz alten Römern hat das Jahr erst im März angefangen. Dann kamen die Christen. Die haben das Jahr zuerst am 6. Januar mit der Taufe von Jesus anfangen lassen. Dann hat später ein Papst, der Christenchef also, den Geburtstag von Jesus als Jahresanfang festgelegt, also Weihnachten. Das war geschickt. Denn da haben die alten Nichtchristen ein Fest für einen ihrer Götter gefeiert. Das konnte man dann gleich ausnützen. Bei manchen hörte das Jahr also vor Weihnachten auf. Bei manchen fing das neue Jahr erst am 6. Januar an. Ein einziges Durcheinander!“

„Ah, und deshalb war das die Zeit zwischen den Jahren! Aber das ist doch schon so lange her . . .“, habe ich gemeint.

„Das stimmt“, hat der Andreas gesagt. „Aber das war bis nach der Ritterzeit so ein Hickhack. Dann erst hat der Papst Gregor gesagt: ,Das neue Jahr beginnt am 1. Januar.‘ Und deshalb endet das alte Jahr direkt davor am 31. Dezember, das ist der Gedenktag für den uralten Papst Silvester. Heute ist das immer noch so: Das alte Jahr ist nach Weihnachten eigentlich schon vorbei. Und vor dem 6. Januar geht das neue Jahr nicht richtig los. Viele haben Ferien und Urlaub. Deshalb trifft das mit der Zeit zwischen den Jahren immer noch ganz gut zu.“

„Na gut“, habe ich gemeint, „dann tue ich auch noch ein bisschen langsam.“

Aber die Zeit zwischen den Jahren geht bestimmt bald vorbei. Deshalb wünsche ich euch auf jeden Fall ein tolles neues Jahr, liebe Kinder! Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula hat gar keine Räder

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich war fast da. Da hat es angefangen zu regnen. Normal macht mir Wasser nicht so viel aus. Ich bin ja eine Ente. Aber der Regen war richtig blöd kalt. Und es wehte ein ganz stürmischer Wind dazu.…

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