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Paula sucht den Zeitungsententag

11.05.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

könnt ihr euch noch an letzte Woche erinnern? Da habe ich den Andreas an einem Mittwoch beim Wandern getroffen. Das war ein Feiertag. Der Feiertag hieß Tag der Arbeit. Er hat aber nichts gearbeitet an dem Tag. Das hatte mich gewundert. Aber der Andreas hat mir das erklärt.

Ich habe das dann auch verstanden. Und darauf war ich stolz. Aber wisst ihr, was mir in dieser Woche passiert ist? Ihr werdet es nicht glauben. Mir ist genau dasselbe passiert! Diesmal habe ich den Andreas am Donnerstag getroffen. Er hatte wieder Mütze, Wanderschuhe und Rucksack dabei. Ich habe gleich losgeschnattert: „Ja, was ist denn jetzt schon wieder für ein Feiertag? Schon wieder ein Tag der Arbeit? Oder warum gehst du schon wieder mitten in der Woche zum Wandern statt in die Redaktion?“

Der Andreas musste lachen. „Du hast recht, Paula. Es sind gerade schon wieder sehr viele Feiertage hintereinander. Und heute ist auch noch Vatertag!“ Das hat mich gewundert. „Vatertag?“, habe ich gefragt. „Werden da alle Väter gefeiert?“

Der Andreas hat geantwortet: „Das stimmt. Heute denkt man an die Väter. Die sind ja immer für ihre Kinder da. Zumindest sollten sie das sein!“ Das klang gar nicht schlecht.

Ich bin dann ein Stück mit dem Andreas und seiner Familie gewatschelt. Dann kamen uns ein paar Jungs entgegen. Die waren noch so richtig jung. Sie hatten einen Leiterwagen dabei. Auf dem haben sie ein Bierfass transportiert. Das fand ich komisch. Ich habe gesagt: „Du, Andreas. Waren das auch schon Väter? Die sind ja selber noch Kinder?“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Das stimmt. Die sind bestimmt noch keine Väter.“ Ich habe überlegt: „Das ist ja aber blöd. Dann müssten die doch aber in die Arbeit oder in die Schule gehen. Am Vatertag sollten nur die Väter frei haben, oder?“ „Ganz so einfach ist das nicht, Paula. Aber ich kann dir das erklären“, hat der Andreas gemeint. Und dann hat er mir erklärt: „Also, heute ist schon der Ehrentag der Väter. Heute müssen die meisten Menschen auch nicht arbeiten. Aber das hat mit dem Vatertag eigentlich nichts zu tun. Heute feiern die Christen den Feiertag Christi Himmelfahrt. Der ist immer 40 Tage nach Ostern. Sie stellen sich in einer ihrer alten Geschichten vor, dass an diesem Tag Jesus Christus in den Himmel gefahren ist. Den Vatertag hat man auf diesen Tag gelegt. Da kann man dann was unternehmen. Und deshalb haben heute nicht nur die Väter frei.“

„Ach so“, habe ich gemeint. „Und die Nicht-Väter gehen dann feiern, weil sie sich für die Väter freuen?“ „Naja, die freuen sich auch für sich selber. Manchmal sagt man nämlich zum Vatertag auch Herrentag. Deshalb gehen die Männer dann einfach mit ihren Kumpels feiern“, hat der Andreas geantwortet.

„Das ist ja eigentlich eine schöne Idee mit dem Vatertag. Wer hat denn die gehabt?“ „Die Idee hatte eine Amerikanerin vor über 100 Jahren. Sie wollte einfach ihren Vater ehren. Tja, und einen Muttertag gibt es ja schließlich auch“, hat der Andreas gesagt.

Das fand ich schon gut. Schließlich haben die Kinder ihre Mütter ja sehr lieb. Und die Mütter sind auch immer für ihre Kinder da. Trotzdem fand ich das seltsam: „Hm, Vatertag, Muttertag . . . Braucht ihr Menschen für alles gleich einen Feiertag?“

Der Andreas hat ganz lieb gelächelt und mich in den Arm genommen. Dann hat er gesagt: „Das ist eine kluge Überlegung. Eigentlich sollten die Kinder ihren Eltern immer zeigen, dass sie sie lieb haben. Die Idee zum Muttertag hatte auch eine Amerikanerin vor beinahe 150 Jahren. Sie wollte ihre Mutter ehren. Und die anderen Mütter auch. Viele von den amerikanischen Müttern hatten damals ihre Männer und Söhne in einem schrecklichen Krieg verloren. Die Mütter wollten Frieden. Aber damals hatten die Frauen noch gar nicht die gleichen Rechte wie die Männer. Sie durften zum Beispiel noch gar nicht ihre Regierung wählen. Dagegen wollte die Erfinderin des Muttertags auch kämpfen. Das haben die Geschäftsleute dann für sich ausgenutzt. Und so bekommen Väter am Vatertag und Mütter am Muttertag oft von ihren Kindern etwas geschenkt. Die Muttertags-Erfinderin fand das doof. Sie wollte nicht, dass die Frauen und Mütter einfach an einem Tag etwas geschenkt bekommen und dass man sie dann wieder vergisst. Sie wollte deshalb den Muttertag wieder abschaffen. Aber das hat sie nicht hingekriegt.“

„Naja“, habe ich gemeint. „Das ist ja auch blöd. Man kann ja seiner Mutter am Muttertag gerne was schenken. Und an den anderen Tagen kann man sie ja trotzdem lieb haben und ihr das zeigen. Geschenke sind doch schön!“

Der Andreas hat mir recht gegeben: „Das stimmt. Deshalb werden viele Kinder ihren Müttern an diesem Sonntag auch was schenken. Da ist nämlich schon Muttertag.“ Ich fand das ja schön mit den ganzen Feiertagen. Aber ein Tag hat mir gefehlt. Deshalb habe ich abends beim Andreas mal ganz genau auf den Kalender geguckt. Der Andreas ist dazu gekommen. Er hat gleich gesagt: „Na, Paula, suchst du den Zeitungsententag?“

Ich bin beinahe rot geworden. Ich habe gemeint: „Woher weißt du das nur? Ich habe doch gar nichts gesagt.“ Der Andreas hat mich wieder ganz lieb in den Arm genommen und gemeint: „Na, ich habe dich halt lieb. Deshalb kenne ich dich auch ganz gut, liebe Paula.“

Das hat mich ganz arg gefreut. Ich habe zum Andreas gesagt: „Das ist aber schön, dass du mir das sagst.“

Das ist auch wirklich so. Wenn man sich lieb hat, ist das das schönste Geschenk. Da ist es gar nicht schlimm, dass es gar keinen Zeitungsententag gibt. Eure Paula

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