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Paula sucht den Nabel der Welt

01.08.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wo findet man denn diesen Punkt?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gekommen. Er hat sich gerade mit seinem Sohn unterhalten. Beide haben gekichert. Ich habe einfach mal „Hallo“ gesagt. Beide haben gleich aufgehört zu schnattern, äh, zu reden. Dann haben sie sich angeguckt und sind auseinandergegangen. Ich habe sie ganz groooß angeguckt. Aber sie haben auch nur ganz normal „Hallo“ zu mir gesagt.

Das fand ich komisch. Also habe ich geschnattert: „He, was ist denn mit euch los? Habt ihr womöglich über mich geredet? Irgendetwas Gemeines oder so?“

Der Andreas hat den Kopf geschüttelt. „Nein, nein, Paula, wie kommst du denn da drauf?“, hat er gefragt.

Ich habe geantwortet: „Na ja, ihr habt gekichert und mit Reden aufgehört . . .“

„Oh, Paula“, hat der Andreas kopfschüttelnd gesagt, „du bist zwar die berühmteste Zeitungsente in Nürtingen. Aber es gibt ja viele Gesprächsthemen. So, aber jetzt muss ich los zu einem Termin. Bis nachher.“

Er ist runter zur Tür gegangen und hat noch irgendetwas anderes gesagt. „Tschüss“ war es nicht. Und „Ade“ auch nicht. Ich habe es aber nicht richtig verstanden. Irgendwie habe ich „Gabel der Welt“ verstanden. Ich habe zu seinem Sohn gesagt: „Hä? Was will der mit einer Gabel? Und dann auch noch eine Gabel der Welt? Geht der jetzt essen? Ohne uns? Gleich am Morgen?“

Sein Sohn hat auch den Kopf geschüttelt. Dann hat er gemeint: „Oh, Paula, von einer Gabel der Welt hat er bestimmt nicht gesprochen. Bestimmt hat er den Nabel der Welt gemeint!“

Das habe ich wieder nicht verstanden. Ich habe gemeint: „Einen Nabel der Welt? Hat die auch einen Nabel?“

Der Sohn vom Andreas hat wieder „Oh“ zu mir gesagt. Und er hat ein bisschen hoch zur Decke geguckt. Dann hat er gemeint: „Also, das musst du jetzt selbst rausbekommen. Ich muss nämlich jetzt auch weg. Und du bist ja selber eine schlaue Zeitungsente. Deshalb weißt du ja, wie man Sachen rausbekommt.“

Da hat er ja recht. Also bin ich erst einmal zu unserem großen Bücherregal gewatschelt. Da macht das Suchen nämlich oft viel mehr Spaß als mit dem Computer. „Hm“, habe ich überlegt. „Ich nehme mir erst einmal einen Atlas.“

Das ist ein großes Buch mit vielen Landkarten von der ganzen Welt drin. Das ist nach so einem alten griechischen Märchenriesen benannt. Der hat in so einer Geschichte den Himmel getragen. Ich habe mal ganz hinten in dem dicken Buch geguckt. Da sind die Namen von vielen Orten auf der ganzen Welt drin. Nach dem Alphabet geordnet. Der Andreas hat mir das schon gezeigt. „,N wie Nabel‘“, habe ich gemurmelt und geguckt. Aber statt Nabel habe ich nur die russische Stadt Nabereschnyje Tschelny und die tunesische Stadt Nabeul entdeckt.

Dann habe ich mir überlegt: „Meistens haben die Sprüche vom Andreas mit den alten Römern zu tun. Die mag der.“

Deshalb habe ich mal bei der italienischen Hauptstadt Rom geguckt. Aber da habe ich auch keinen Nabel gefunden.

Dann kam der Andreas wieder heim. Er hat gesagt: „Na, Paula, was suchst du denn?“

„Na, deinen Weltnabel“, habe ich geschnattert. „Aber den finde ich nicht einmal in Rom.“

„Ah“, hat der Andreas gemeint, „dabei hast du das dort richtig gut gesucht. Denn die alten Römer hatten so einen Nabel der Welt. Das war ein kleiner Tempel. Von dort haben sie die Länge aller ihrer Straßen durch ihr Weltreich gemessen. Sie haben gesagt: ,Das ist der Mittelpunkt Roms und des Reichs.‘ Und weil die sich so toll fanden, haben sie diesen Mittelpunkt auch ,Nabel der Welt‘ genannt. Die alten Griechen hatten so einen Nabel übrigens in ihrer heiligen Stadt Delphi. Da war der Nabel ein Stein. Der war als Meteor vom Himmel gefallen. Der war der Mittelpunkt ihrer Welt.“

„Ach“, habe ich gemeint, „und was habe ich damit zu tun? Ich bin doch kein Tempel. Und vom Himmel bin ich auch nicht gefallen. Ich kann nämlich flattern.“

„Na, Paula“ hat der Andreas lächelnd gesagt, „das ist eben so eine Redensart. Das sagt man so, wenn sich jemand für ganz wichtig hält.“

„Ach so“, habe ich ganz leise und traurig gemeint, „ihr habt dann vorher gar nicht von mir gesprochen. Denn ihr sprecht auch von anderen Menschen und so, gell. Deshalb soll ich mich nicht für den Nabel der Welt halten.“

„Stimmt, Paula“, hat der Andreas gemeint, „aber das braucht dich nicht traurig zu machen. Denn du bist sehr wichtig für uns. Auch wenn wir nicht immer nur über dich sprechen.“

Das hat mich gefreut. Eure Paula

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Paula will mal die Venus besuchen

Paulas Thema heute: Wie kommt eine römische Sterngöttin zu den Steinzeitmenschen auf die Alb?

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in dieser Woche habe ich euch doch schon von den Sternschnuppen erzählt. Ich wollte die nochmal richtig gut beobachten. Aber das Wetter war doof. Es…

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