Paulas Nachrichten

Paula sucht den Morgenpapa

21.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Was ist eigentlich eine Fata Morgana?

Hallo, liebe Kinder,

gestern Morgen bin ich ganz komisch aufgewacht. Irgendwie habe ich da dauernd an einen Typen in einem roten Mantel gedacht. Und dann bin ich irgendwie wieder eingeschlafen. Und wieder aufgewacht. Dann wusste ich gar nicht mehr: Habe ich den Typen wirklich gesehen?

Ich bin dann mal zum Andreas gewatschelt. Ich wollte auf andere Gedanken kommen. Aber das Bild von dem Typen ist mir nicht aus meinem runden, hübschen Entenköpflein gegangen. Ich habe auch überall nach dem Typen gesucht. Aber gesehen habe ich ihn nicht mehr.

Deshalb habe ich zum Andreas gesagt: „He, guten Morgen! Hast du so einen Typen in einem roten Mantel gesehen? Den habe ich heute Morgen oder in der Nacht zuvor gesehen, glaube ich . . .“

Der Andreas hat mich zuerst begrüßt. Dann hat er eine Augenbraue nach oben gezogen und gemeint: „Ah, einen Typen mit rotem Mantel? Womöglich noch mit langem weißen Bart? Hm . . . und hat er auch noch einen großen, braunen Sack dabeigehabt?“

„Äh, ja“, habe ich gestottert. „So ähnlich hat er ausgesehen.“

„Na, Paula“, hat der Andreas lächelnd gesagt, „dann war das eine Fata Morgana!“

Jetzt habe ich geguckt wie ein riesengroßes Auto. Denn das habe ich nicht verstanden. Also habe ich losgeschnattert: „Was? Einen Vater am Morgen? Und so ein Morgenpapa hat einen roten Mantel an? Und der ist heute Nacht rumgeschlichen? Kennst du den? Was macht denn der da, der Morgenpapa?“

Der Andreas musste lachen. Er konnte beinahe gar nicht mehr aufhören zu lachen. „Ein Morgenpapa? Oder vielleicht doch eine Morgenmama?“, hat er geschnattert, äh, gerufen. „Das ist gut! Aber falsch! Das schreibt man F-a-t-a M-o-r-g-a-n-a. Das hat nichts mit dem Papa und auch nichts mit dem Morgen zu tun. Manchmal sieht man etwas. Und das gibt es an der Stelle gar nicht. Das hat mit der Luft zu tun. Warme Luft ist dünner als kalte. Und wenn das Licht erst durch eine dickere und dann durch eine dünnere Schicht geht, kann das passieren. Dann wird das Licht abgelenkt. Und deshalb denkt man, dass irgendetwas an einer anderen Stelle ist. Das gibt es häufiger auf dem Meer oder in der Wüste. Der Wüstensand heizt die Luft in Bodennähe auf. Die ist dann wärmer als die weiter oben. Dann sieht man zum Beispiel Palmen, obwohl es dort gar keine gibt.“

„Da ist ja richtig fies. Da denkt man: Bei den Bäumen gibt es auch Wasser. Und das ist in der Wüste doch ganz knapp“, habe ich geschnattert. „Zum Glück gibt es hier keine Wüste. Aber dann kann es ja bei uns auch kein Fatadings geben!“

„Das geht im Sommer schon auch mal hier. Das hast du auch schon gesehen. Der Straßenasphalt kann auch ganz heiß sein und die Luft über ihm aufwärmen. Dann flirrt das so auf der Straße. Weil das Licht von Gras oder Häusern am Straßenrand dort so abgelenkt wird. Man sagt: Das Licht wird gebrochen.“

„Ja, schön“, habe ich geschnattert. „Aber bei uns ist es gerade kalt.“

„Klar“, hat der Andreas lächelnd gesagt, „das war auch ein bisschen spaßig gemeint von mir. Ich habe mir überlegt: Die Paula sieht in der Vorweihnachtszeit einen Typen mit roten Mantel – wie der Weihnachtsmann. Dabei kommt der doch erst an Heiligabend ...“

„Ach so“, habe ich gemeint, „dann wolltest du mich veräppeln mit deinem Lichtbruch. Aber warum heißt der dann so komisch?“

Der Andreas hat mir das erklärt: „ Zur Ritterzeit gab es ein schönes Märchen. Da spielte eine Fee die Hauptrolle. Die hieß Morgana. Die soll auf der Märcheninsel Avalon gewohnt haben. Dort konnte aber kein normaler Mensch hin in dem Märchen. Dann gab es mal so eine Lichtbrucherscheinung im Meer vor Italien. Da sah man eine Insel mitten im Meer. Aber die lag eigentlich ganz woanders. Da hat man gesagt: ,Das ist die Insel von der Fee Morgana.‘ Denn ,Fee‘ heißt auf italienisch ,Fata‘.“

„Tolle Geschichte“, habe ich gemeint. „Aber was hat das jetzt mit meinem roten Typen zu tun? Hier gibt es kein Meer. Keine Wüste. Keine Fee. Kein Italien. Und Weihnachten ist auch noch nicht!“

Der Andreas hat mich ganz lieb in den Arm genommen und gemeint: „Weißt du was, Paula? Ich glaube: Du freust dich ganz arg auf Weihnachten. Und deshalb hast du heute kurz vor dem Aufwachen vom Weihnachtsmann geträumt. Und so ein Morgentraum kommt uns oft ganz echt vor.“

Das hat mich beruhigt. Ich habe zum Andreas gesagt: „Na, hoffentlich ist der Weihnachtsmann dann an Heiligabend auch nicht nur so ein Morgenpapa!“

„Bestimmt nicht“, hat der Andreas geantwortet. Eure Paula

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