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Paula sucht das Blaue am Himmel

19.05.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

das war ja bitter kalt in den letzten Tagen! Und heute ist doch Maientag! Unser tolles Volksfest mit dem tollen Umzug! Ich habe schon richtig Angst gehabt. Deshalb habe ich vor ein paar Tagen schon den Andreas gefragt: „He, weißt du, wie das Wetter wird am Samstag?“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Ah, du fragst wegen des Maientags! Es soll auf jeden Fall besser werden, Paula. Aber das Blaue vom Himmel kann ich dir nicht versprechen!“

Ich habe ihn ganz groß angeguckt. So wie die Autos mit ihren Lichtern immer gucken. Dann habe ich losgeschnattert: „Wie? Das Blaue vom Himmel? Das kann man wirklich nicht runterholen? Gar nicht? Niemand?“

Der Andreas war ein bisschen genervt. „Aber, Paula“, hat er gesagt, „natürlich geht das nicht! Deshalb nimmt man doch auch dieses Sprichwort. Das Blaue vom Himmel versprechen heißt ganz einfach: Ich verspreche dir etwas Unmögliches, etwas, das ich ganz bestimmt nicht halten kann. Am besten irgendetwas ganz Tolles. In dem Fall passt das natürlich sehr gut zusammen. Denn der blaue Himmel steht ja für gutes Wetter.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „du meinst damit, dass du mir gutes Wetter nicht versprechen kannst. Aha, jetzt habe ich das verstanden! Aber . . .“ – ich habe dann angefangen zu überlegen – „aber das Blaue vom Himmel . . ., hm, wenn man auf einen ganz hohen Baum auf einem ganz hohen Berg klettern würde . . .“

Der Andreas hat mich beinahe unterbrochen. Er hat ganz energisch gesagt: „Also, Paula, die Bäume wachsen gar nicht bis in den Himmel. Auch nicht die Bäume auf den ganz hohen Bergen.“

Ich habe nicht aufgegeben: „Und wenn man mit einer Rakete oder einem Flugzeug zum Himmel hinauf fliegen würde . . .“

„Auch dann nicht, Paula!“, hat der Andreas gemeint. „Den Himmel kann man gar nicht erreichen. Den gibt’s nämlich eigentlich gar nicht.“

Das habe ich jetzt gar nicht verstanden. Ich habe gefragt: „Den Himmel gibt’s gar nicht? Hä? Und warum gibt es dann ein Wort dafür?“

Der Andreas hat geantwortet: „Die Menschen haben oft Worte für Dinge, die es gar nicht gibt. Zum Beispiel ,Geister‘. Die gibt’s auch nicht. Und trotzdem haben sie ein Wort dafür gemacht. Weil sie sich manches halt einfach so irgendwie vorstellen.“

Ich habe nicht lockergelassen: „Ja, aber den Himmel kann ich doch sehen. Der ist doch blau! Zumindest wenn es keine Wolken gibt .  . .“

„Tja, Paula, der Himmel ist aber nicht blau angemalt worden“, hat der Andreas mir erklärt. „Das ist eigentlich nur Licht, das du da siehst!“

Das habe ich nun aber gar nicht verstanden: „Aber Licht ist doch nicht blau. Das ist doch einfach hell oder einfach nur weiß.“

Der Andreas hat weiter erklärt: „Das denkst du nur, Paula! Aber das Sonnenlicht besteht aus den Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett. Die findest du auch im Regenbogen. Die Sonnenstrahlen treffen auf die Luft. Die umgibt unsere Erde. Und dann zerlegen die Luftteilchen das weiße Sonnenlicht in seine farbigen Teile. Man sagt: Die Luft streut das Licht. Das blaue Licht wird besonders gut gestreut. Deshalb sehen wir Blau am Himmel. Und deshalb kann ich dir das Blaue vom Himmel nicht holen und auch nicht versprechen. Aber eines kann ich dir versprechen: Der Maientag wird richtig schön. Egal, wie das Wetter wird.“

Da hat er recht, liebe Kinder. Ich freue mich schon! Eure Paula

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