Paulas Nachrichten

Paula sind die Bücher zu schwer

16.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal zum Andreas in die Redaktion gekommen. Der saß an seinem Computer und hat einen Bericht geschrieben. Das heißt: Eigentlich hat er gerade nicht geschrieben. Er hat nur auf den Bildschirm gestarrt. Ich habe zu ihm gesagt: „He, was machst du denn da? Guckst du Löcher in deinen Bildschirm?“

Er hat sich ganz langsam umgedreht und mich erst einmal eine Weile angeguckt. Dann hat er geantwortet: „Schönen guten Tag auch, Paula! Nee, ich gucke keine Löcher in den Bildschirm. Ich überlege. Mir fällt etwas nicht ein.“

Da musste ich lächeln. Der Andreas weiß nämlich sonst immer viel. Viel mehr als ich. Ich dachte mir: „Aha, der weiß auch nicht alles.“

Ich wollte ihn aber etwas ärgern. Deshalb habe ich gemeint: „Ach so, du weißt also doch nicht alles! Ich dachte . . .“

„Ich weiß nicht alles?“, hat er mich angeschnattert, äh, zurückgequatscht. „Das ist ja was ganz was Neues! Natürlich weiß ich nicht alles. Ich bin ja keine Enzyklopädie!“

„Enzydingswas? Ist das ein besonders schlaues Tier oder was? Oder einfach nur ein Schlaumeier, ein Besserwisser, ein . . .“, habe ich geschnattert.

„Ein Tier?“, hat der Andreas gesagt und gelacht. „Das wäre es noch! Aber das könntest du eben in einer Enzyklopädie nachgucken. Du könntest in einer Enzyklopädie nachgucken, was eine Enzyklopädie ist. Das ist nämlich ein Lexikon.“

„Oh Mann“, habe ich geschnattert, „das nervt. Du erklärst ein blödes Fremdwort mit einem anderen. Und dann erklärst du ein Fremdwort auch noch mit demselben Wort. Uah!“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „jetzt rege dich doch nicht so auf! Ich habe dich ja auch nur ein bisschen ärgern wollen. So wie du mich auch ärgern wolltest. Ich erkläre dir das jetzt mal ganz normal.“

Ich habe noch ein bisschen streng geguckt und gemeint: „Na, das wird ja auch Zeit!“

Dann hat der Andreas mir das wirklich erklärt. Er hat gesagt: „Also, das wirklich sehr, sehr schwierige Wort kommt von den Griechen. Da heißt es so viel wie ,allgemeine Bildung‘. Man könnte auch sagen: Das ganze Wissen der Welt. Man kann das in eine Reihe von Büchern schreiben. Und man ordnet das in alphabetischer Reihenfolge von A bis Z. Dann kann man es leicht finden. Das ist dann wie in einem Lexikon. Bevor du wieder fragst: Lexikon kommt auch von den alten Griechen. Bei denen ist ein Lexikon einfach ein Wörterbuch. Denn das Wort ,lexis‘ heißt einfach ,Wort‘. Komm’, ich zeige dir das mal.“

Dann sind wir zu seiner Chefin ins Büro gegangen. Die hatte in ihrem Bücherschrank auch 24 Bücher. Die haben beinahe gleich ausgesehen. Man hat gemerkt: Die gehören zusammen.

Der Andreas hat gelacht und gemeint: „So, schau mal, Paula. Die Bücher steckst du jetzt in deine Tasche und dann trägst du sie immer mit dir rum. Dann kannst du immer alles nachgucken und musst mich nie fragen.“

„Oh je“, habe ich gemeint, „das ist ja viel zu schwer für mich kleine Zeitungsente. Außerdem sind die Bücher total staubig. Werden die nie benützt? Weiß deine Chefin immer alles?“

„Nein, nein“, hat der Andreas gemeint, „nicht deshalb. Heute kann man ja in der Wikipedia nachgucken. Die ist im Internet zu finden. Da gibt man das Wort ein und gleich findet man die Erklärung.“

„Hm“, habe ich überlegt, „Wikipedia . . . das Wort hört so ähnlich auf wie die Enzydingspedia.“

„Das hast du sehr gut beobachtet“, hat mich der Andreas gelobt, „das hat auch einen Grund. ,Pedia‘ oder ,Pädie‘ ist ja ein griechischer Wortteil. Und der Wortteil steht für das Wort ,Bildung‘“, hat mir der Andreas erklärt.

„Und Wiki?“, habe ich gemeint, „ist das ein Buch von den Wikingern? Waren die so schlau?“

„Nee, so schlau waren die nicht. ,Wiki‘ ist ein Wort von den Hawaiianern. Die wohnen auf einer Insel im großen Pazifischen Ozean. Und bei denen heißt ,wiki‘ einfach ,schnell‘.“

„Schnelle Bildung?“, habe ich geschnattert, „Klar, weil man das im Computer immer schnell nachgucken kann. Ich verstehe! Hm, dann könnte man die Bücher ja eigentlich . . .“

„Nein, nein“, hat der Andreas dazwischengeschnattert, „wegschmeißen sollte man Bücher nicht. Das tut mir weh. Es ist auch viel schöner, in einem Buch zu suchen. Man fühlt das Papier. Man riecht es. Und so merkt man sich das Gelesene viel besser. Aber man kann ja beides machen. Gerne immer wieder in das Lexikon schauen. Und auch mal auf Wikipedia nachgucken. Übrigens gibt es auch ein Wikipedia für Kinder. Das heißt Klexikon. Man findet es im Internet unter www.klexikon.de.“

Das fand ich super. Ich habe gleich mal reingeguckt am Computer vom Andreas. Psssst, ich verrate es euch: Ich habe nach dem Wort ,Zeitungsente‘ gesucht. Und stellt euch vor: Da gab es ein Bild von mir!“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula hat gar keine Räder

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich war fast da. Da hat es angefangen zu regnen. Normal macht mir Wasser nicht so viel aus. Ich bin ja eine Ente. Aber der Regen war richtig blöd kalt. Und es wehte ein ganz stürmischer Wind dazu.…

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