Paulas Nachrichten

Paula setzt ihre Entenfreunde nicht aus

21.01.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche habe ich den Andreas in der Redaktion besucht. Er hat sich gerade fürchterlich aufgeregt. Seine Kollegen haben auch geschimpft. „So ein Gauner“, hat er gesagt, „er ist ein Capitano Dilettante!“

„Was? Deine Tante ist ein Kapitän?“, habe ich geschnattert.

Er hat mich komisch angeguckt. „Meine Tante ein Kapitän? Hä? Ach, du meinst Capitano D-i-l-e-t-t-a-n-t-e?“, hat er mir dann ganz deutlich gesagt und den Namen buchstabiert. Das hat mir aber nicht viel weitergeholfen. Ich kannte den Namen trotzdem nicht.

Der Andreas hat das am Blick meiner großen, runden Entenäuglein natürlich sofort erkannt. Deshalb hat er gesagt: „Das ist ganz einfach. Capitano Dilettante nennen manche Menschen den Kapitän vom italienischen Schiff Costa Concordia. Das ist doch vor Kurzem untergegangen. Der Kapitän hat das Schiff auf einen Felsen fahren lassen. Er hat wohl gar nicht aufgepasst. Und er ist dann auch noch ganz schnell von seinem sinkenden Schiff ab gehauen.“

„Ach ja, das von dem Schiff habe ich schon gehört“, habe ich geantwortet. „Aber das ist doch normal: Ich würde mich auch schnell von einem sinkenden Schiff retten.“

„Tja, für eine Zeitungsente wäre das auch absolut in Ordnung gewesen. Aber für einen Kapitän nicht. Der Kapitän verlässt als Letzter das sinkende Schiff. Erst müssen alle seine Passagiere und seine Mannschaft in Sicherheit sein. Dafür muss er sorgen“, hat mir der Andreas erklärt.

„Ach so, dann heißt ,dilettanti‘ einfach Feigling, oder?“, habe ich laut überlegt.

Der Andreas hat gelächelt und mich gelobt: „Das hast du dir gut überlegt. Aber es stimmt nicht. ,Dilettante‘ kommt vom Wort ,Dilettant‘ oder vom Wort ,dilettantisch‘. Ein Dilettant ist einer, der etwas nicht richtig kann und es trotzdem macht. Das Wort kommt natürlich aus dem Lateinischen, vom alten Römerwort ,delectare‘. Das heißt einfach ,sich erfreuen‘. Das bedeutet: Man macht etwas, weil man es gerne macht. Heute ist aber mit dilettantisch eher schlecht gemeint.“

Das habe ich verstanden. Schließlich sind ja bei dem Schiffunglück Menschen gestorben. Das habe ich zum Andreas gesagt. Und er hat gemeint: „Richtig, Paula. Und jetzt droht das Schiff auch noch das Meer zu verpesten. Es hat nämlich noch viel Treibstoff an Bord.“

Ich habe mir überlegt: „Zum Glück hat es nicht noch andere giftige Sachen geladen gehabt. Sonst wäre das noch schlechter für das Meer und die Tiere darin gewesen.“

„Das stimmt“, hat mir der Andreas recht gegeben. „Das kommt gar nicht so selten vor. Vor 20 Jahren ist im Pazifik ein Schiff untergangen. Das hatte richtig große Container an Bord. Und darin waren fast 30 000 Plastikenten und andere Plastiktiere. Fast so viele, wie es Nürtinger gibt! Die schwimmen seitdem über die Weltmeere.“

„Plastikenten? Die sind doch süß. Das ist doch kein Müll“, habe ich geschnattert.

„Na gut, süß sind sie“, hat der Andreas geantwortet. „Aber die Fische und andere Tiere verwechseln sie mit Nahrung. Das ist gefährlich für die. Denn das Plastik ist ungesund, wenn man es isst. Das einzig Gute ist: Es gibt einen Wissenschaftler. Der beobachtet die Enten. Dadurch kann er etwas über die Strömungen im Meer aussagen.“

Das hat sich gut angehört. Ich habe an die Enten und Badetiere im Bad vom Andreas gedacht. Vielleicht könnte ich ja auf dem Neckar so etwas mit ihnen versuchen. Aber dann habe ich mir gedacht: Die sind viel zu süß und der Versuch wäre viel zu gefährlich. Sie könnten ja auch von anderen Tieren geholt werden. Vielleicht probiere ich das mit ihnen einfach mal in der Badewanne aus! Eure Paula

Paulas Nachrichten