Paulas Nachrichten

Paula schaut sich tief in die Augen

03.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Haben auch Tiere verschiedene Augenfarben wie die Menschen?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich den Andreas in der Stadt getroffen. Er war auf dem Weg zum Rathaus. Ich habe gesagt: „He, was machst du denn da? Besuchst du den neuen Bürgermeister? Oder sagst du ,Tschüss‘ zum alten Bürgermeister?“ „Das ist eine ganz gute Idee, Paula. Aber heute bin ich nur wegen meines neuen Ausweises da“, hat der Andreas gesagt.

„Ah, einen Ausweis, das habe ich schon gehört. Damit beweist du, dass du wirklich der Andreas bist, gell?“, habe ich geschnattert. „Deshalb brauche ich ja auch keinen. Mich kennt sowieso jeder!“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt. „Hier in Nürtingen kennt dich jeder. Ja. Aber wenn du mal ins Ausland verreist . . .“

„Na“, habe ich gemeint, „ich bleibe ja immer lieber hier bei den Kindern in Nürtingen. Von der weiten Welt lasse ich mir von dir erzählen, gell. Aber so ein Ausweis interessiert mich schon. Da ist einfach ein Bild von dir darauf, oder?“

„Ja“, hat mir der Andreas recht gegeben. „Aber da stehen auch andere Sachen darauf. An denen kann man mich erkennen. Da steht meine Größe darauf. Ich bin 1,80 Meter groß. Und meine Augenfarbe steht darauf. Weißt du, ich kann meine Haare färben. Meine Brille abnehmen. Mir einen Bart wachsen lassen. Dann sehe ich vielleicht wie jemand anderes aus. Denn das kann ich alles verändern. Aber meine Augenfarbe bleibt immer gleich. Das ist ein unveränderliches Merkmal, sagt man. Ich habe blaugraue Augen.“

Ich habe dem Andreas jetzt mal tief in die Augen geschaut. Dann habe ich gesagt: „Stimmt! Das sieht wirklich blaugrau aus. Aber was bringt das denn? Jeder Mensch hat doch dann diese Augenfarbe! Wie soll man euch da dann damit unterscheiden?“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Tja, tatsächlich hat jeder eine Augenfarbe. Aber jeder Mensch hat eine andere Augenfarbe. Deshalb kann man die Menschen daran unterscheiden! Zumindest wenn sie älter sind . . .“

„Älter?“, habe ich losgeschnattert. „Und was ist mit den Jüngeren? Haben die dann alle dieselbe Farbe? Bekommt man dann die andere Farbe erst als Opa, oder was? Das ist . . .“

Jetzt hat der Andreas einfach dazwischengeschnattert, äh, dazwischengeplappert. Er hat sich voll aufgeregt und gemeint: „He, wieso Opa? Ich bin doch kein Opa! Das dauert auch gar nicht so lange. Ich erkläre dir das mal! Sonst fallen dir noch mehr Frechheiten ein! Also: Die meisten Babys mit heller Haut werden mit blauen Augen geboren. Das heißt, ihre Iris ist blau. Bevor du dazwischenschnatterst: ,Iris‘ ist ein griechisches Wort. Es bedeutet ,Regenbogen‘. Deshalb kann man auch Regenbogenhaut sagen. Der Regenbogen hat ja verschiedene Farben. Deshalb sagt man das so.

Aber die Farbe im Auge ändert sich ganz schnell in den ersten Monaten schon. Entweder sie wird dunkelblauer. Oder grün. Oder sogar braun. Oder sie wird gemischt. So wie bei mir. Blaugrau eben. Jeder hat in seiner Haut solch kleine Farbteilchen.“

„Ah“, habe ich wieder dazwischengeschnattert, „und dann kommt alles auf die Farbe von den Teilchen an!“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Nein, das stimmt nicht. Die Teilchen haben keine verschiedenen Farben. Aber die Babys haben noch ganz wenig solche Teilchen. Die Farbe ihrer Augen ist deshalb einfach blau. Dann bekommen sie aber gleich immer mehr Farbteilchen. Und ihre Augen werden dunkler. Bei manchen werden dann aus blauen Augen dunkelblaue. Bei manchen grüne. Bei manchen sogar braune oder sogar dunkelbraune. Es kommt also nicht auf die Art der Farbteilchen an. Entscheidend ist die Menge der Teilchen. Desto mehr, desto dunkler. Mit einem Jahr steht dann bei den Babys die Farbe fest.“

Jetzt habe ich mal in den Spiegel geguckt. Ich habe mir ganz tief in die Augen geschaut. Dann habe ich gesagt: „Hm, ich habe wohl ganz viele Farbteilchen. Meine Augen sind ja schwarz.“

Der Andreas hat mir auch in die Augen geguckt und „Hm“ gesagt. Dann hat er aber weiter erklärt: „Bei den Tieren ist das nochmal ganz anders. Also bei wilden Tieren. Bei Haus- und Nutztieren wie Katzen, Pferden und Ziegen zum Beispiel ist das zwar ähnlich wie bei den Menschen. Aber bei Wildtieren haben alle die gleiche Augenfarbe. Sie ändert sich nur mit den Jahreszeiten oder dem Alter. Aber bei allen gleich. Und bei den Vögeln könnte die Augenfarbe mit dem Gefieder zusammenhängen.“

„Ah“, habe ich dann gleich losgeschnattert, „dann ist das ja klar. Ich bin eine Zeitungsente. Und in meinem Gefieder ist viel schwarze Farbe. Deshalb sind meine Augen schwarz. Da brauche ich gar keine andere Farbe. Die gefällt mir. Das passt gut!“

„Das stimmt wahrscheinlich“, hat der Andreas gemeint. „Dann kann jeder gleich sehen: Aha, da kommt die Paula. Die ist eine Zeitungsente. Sie hat ja auch schwarze Augen. Das würde auch in deinem Ausweis stehen. Wenn du einen brauchen würdest . . .“ Eure Paula

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