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Paula Print: Canyoning macht auch Kindern riesig Spaß

15.09.2021 05:30, Von Rebecca Krizak — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Es wird kalt, es wird nass, es wird schwindelerregend – und es wird auf jeden Fall super! Bei der Sportart Canyoning geht es durch Wasserfälle hinab in eine Schlucht.

Canyoning in Slowenien: Mal ist die Stecke steil, mal kommt man gut voran. Foto: Rebecca Krizak/dpa
Canyoning in Slowenien: Mal ist die Stecke steil, mal kommt man gut voran. Foto: Rebecca Krizak/dpa

KOBARID. Etwas wackelig stehen die Teilnehmer an der Felskante. Jetzt bloß nicht zu lange überlegen, sondern allen Mut zusammennehmen und springen! Sekunden später platscht es: Die erste Springerin ist einige Meter tiefer im eiskalten Wasser gelandet.

Was die Gruppe hier macht, nennt man Canyoning (gesprochen: känjäning). Canyon ist das englische Wort für „Schlucht“. Beim Canyoning bewegt man sich durch eine Schlucht, meist mit Wasserfällen. Man steigt an einer oberen Stelle in die Schlucht ein und folgt dem Wasser nach unten.

„Wir bewegen uns heute auf verschiedene Arten“, erklärt Tomaz, der die Gruppe durch die Schlucht im Land Slowenien führt. „Wir rutschen, springen und laufen. Laufen ist dabei das Gefährlichste!“

In der Gruppe kommt jetzt aber Zweifel auf. Ist es gefährlicher zu laufen als zwischen den Felskanten in die Tiefe zu springen? Bei den ersten Tritten auf den moosigen, glitschigen Steinen wird klar: Tomaz hat recht.

Überhaupt sollte jeder beim Canyoning auf erfahrene Gruppenführer vertrauen. Alleine und ohne die richtige Ausrüstung in eine Schlucht zu gehen ist gefährlich. Die Führer wissen genau, wo das Wasser tief genug ist zum Reinspringen. Sie kennen Gefahren wie scharfe Kanten. Und sie kennen Schleichwege, falls einem eine bestimmte Stelle zu schwierig wird.

Ist das Thema Sicherheit geklärt, kann man in der Schlucht richtig viel Spaß haben. An einigen Stellen hat das Wasser die Steine so ausgewaschen, dass natürliche Rutschen entstanden sind. Die kann man auf dem Po herunterrutschen. Besonders Mutige legen sich sogar auf den Rücken und rutschen rückwärts und mit dem Kopf voran nach unten. Dort landet man in einem Wasserloch, ein natürliches Planschbecken.

So hüpfen, springen und rutschen alle einige Stunden durch die Schlucht. Doch auf dem letzten Stück ist der Fels plötzlich zu hoch, um herunterzuspringen. „Jetzt wird es noch mal spannend“, sagt Tomaz und rollt Seile aus.

Gesichert mit Gurten, seilen sich alle aus der Gruppe damit an der Felswand ab. Wie Kletterer sehen sie jetzt aus. Nach und nach baumeln die Leute an der Wand über dem Wasser. Erst kurz vor der Wasseroberfläche lässt Tomaz das Seil los. Ein kurzer Schreckmoment – und schon platscht der erste Teilnehmer aus der Gruppe lachend ins Wasser. Geschafft!

Canyoning macht Spaß, das ist jetzt natürlich klar. Aber schadet der Spaß der Umwelt? Das hat der Deutsche Alpenverein schon vor rund 20 Jahren herausfinden wollen. Die Fachleute untersuchten zum Beispiel, wie sich der Sport auf Tiere und Pflanzen auswirkt.

Tatsächlich eignen sich gar nicht so viele Schluchten fürs Canyoning. Und: Von den wenigen Schluchten werden einige ohnehin schon vom Menschen genutzt. Etwa durch den Bau von Wasserkraftwerken.

Schwierig wird es aber, wenn zum Beispiel bedrohte Vogelarten an einer Schlucht nisten. Dann sollten Sportler die Tiere auf keinen Fall stören.

In Deutschland ist Canyoning deshalb in vielen Schluchten verboten. Wer den Sport ausprobieren will, muss sich deshalb zuerst bei Anbietern schlau machen, was in seiner Gegend erlaubt ist.

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