Paulas Nachrichten

Paula muss nicht nach Italien fahren

15.02.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum sind manche Türme schief?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er hat mich begrüßt und gefragt: „Na, kommst du auch mal zur Arbeit?“

Ich habe ihn komisch von der Seite angeguckt. Denn wir Zeitungsenten arbeiten immer. Das bedeutet: Ich habe in der Stadt immer meine schönen runden Entenäuglein offen. Damit ich alles mitkriege. Wir wollen ja alles Wichtige berichten. Und ich rede mit allen Leuten. Mit den Kindern. Aber auch mit den Älteren. So erfährt man immer alles.

Der Andreas hat gemeint: „Na, jetzt guck’ nicht so schief. Das war doch nur ein Spaß. Sonst machst du noch dem schiefen Turm von Pisa Konkurrenz.“

Jetzt habe ich noch komischer geguckt und gesagt: „Ein Turm? So groß bin ich nun auch wieder nicht! Und was heißt hier schief? Ein schiefer Turm würde ja gleich umfallen. Das geht ja gar nicht. Das muss die Lisa doch auch wissen!“

„Die wer? Die Lisa? Was  ...?“, hat der Andreas losgeschnattert, äh, gequatscht und ganz schief geguckt.

Dann aber hat er gelacht und gemeint: „Lisa! Klar! Nein, nein. Es geht nicht um den Turm von einer Lisa. Du musst dir echt mal wieder deine Gehörgänge durchputzen, Paula. Das ist der schiefe Turm von Pisa. Mit einem großen P vorne. Das ist eine Stadt in Italien. Die ist berühmt für den Glockenturm von ihrem Dom. Der ist nämlich komplett schief.“

„Äh“, habe ich gesagt, „wieso das denn? Waren da die Maurer betrunken?“

Der Andreas musste wieder lachen. Dann hat er gesagt: „Nein, nein. Ich glaube nicht, Paula. Die haben den Turm während der Ritterzeit gebaut. Und da konnte man noch nicht so genau unter die Erde in den Untergrund schauen. Lange vor dem Bau gab es dort in der Römerzeit ein Hafenbecken. Das war dann in der Ritterzeit voller Sand. Das haben die vor dem Bau aber nicht gesehen. So stand der Turm auf Sand, Morast und Lehm. Der Kirchturm von Pisa ist 55 Meter hoch. Damit ist er sogar noch ein bisschen höher als der Turm von unserer Nürtinger Laurentius Kirche. Und deshalb ist er auch ganz schön schwer. Der Kirchturm von Pisa wiegt so viel wie rund 15 000 meiner Autos!“

„Oh je“, habe ich geschnattert, „kein Wunder, dass er dann schief wird. Aber warum fällt er nicht um?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „Man hat immer wieder an dem Turm gearbeitet. Und so wurde er richtig sicher gemacht. Zuletzt vor 20 Jahren. Da wäre er beinahe eingestürzt. Deshalb hat man ihn damals saniert. Jetzt kann man wieder auf ihn rauf.“

Da habe ich den Andreas ganz ängstlich angeguckt und gemeint: „Na ja, äh, und wenn er doch umfällt? Ich würde ihn mir nur von unten angucken!“

„Keine Bange“, hat der Andreas gemeint, „der wird von Wissenschaftlern richtig gut überwacht. Aber wenn du Angst hast: Der sieht auch von unten lustig aus. Und du kannst dich noch witziger mit ihm fotografieren lassen. Du musst dich in einer ganz bestimmten Position hinstellen. Dann denkt jeder: Die superstarke Paula stützt den Turm ab!“

„Das hört sich wirklich lustig an“, habe ich gesagt. „Aber dafür muss ich ja erst einmal nach Italien kommen. Und du weißt doch: Ich verreise eigentlich nicht. Ich bleibe doch immer lieber bei den Kindern in Nürtingen.“

„Na gut“, hat der Andreas gemeint, „da habe ich etwas für dich!“

Dann hat er mit seinem Freund gesprochen. Das ist der Fotograf Jürgen. Und der hat mir dann ein Bild von einem schiefen Kirchturm gezeigt. „Das soll Italien sein?“, habe ich gefragt.

„Eben nicht!“, hat der Andreas geschnattert, äh, gesagt. „Das ist der Kirchturm von Neckartailfingen. Das ist gleich hier um die Ecke. Das ist die Martinskirche. Der Turm wurde am Ende der Ritterzeit gebaut. Und er wurde gleich schon während des Bauens schief.“

„Äh“, habe ich überlegt, „gab es da auch mal einen Hafen früher? Vielleicht einen Neckarhafen?“

„Gute Überlegung, Paula. Aber nicht ganz richtig. Der Boden dort besteht aus Knollenmergel. Der entstand, weil es da vor Millionen Jahren viele Seen und Sümpfe gab. Am Hang über dem Neckar gibt es den oft. Und da ist es schwer zu bauen. Aber der Kirchturm von Neckartailfingen ist auch gut gesichert worden. Da kannst du gerne mal vorbeiwatscheln.“

Das werde ich machen. Eure Paula

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