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Paulas Nachrichten

Paula möchte auch gerne hitzefrei

04.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

natürlich war ich in dieser Woche wieder in der Stadt unterwegs. Mir gefällt es da ja. Und da ich zu Fuß unterwegs bin, habe ich auch keine Probleme mit den ganzen Baustellen. Am Donnerstag bin ich um die Mittagszeit am Schillerplatz rumgewatschelt. Da ist mir eine ganze Horde Kinder entgegengekommen. Die haben alle gelacht und gesungen. „Nanu“, habe ich mir gedacht. „Warum freuen die sich denn so? Haben die schon wieder Ferien?“ Sogar die Ochsen vom Ochsenbrunnen haben die Kinder ganz komisch angeguckt.

Ich bin mal zu den Kindern hingewatschelt und habe sie gefragt: „He, ihr Faulpelze, ist das Schuljahr schon wieder vorbei? Habt ihr schon wieder Ferien? Oder habt ihr alle ganz tolle Noten bekommen?“ Der Sohn von Andreas war dabei. Er hat mir geantwortet: „Nein, Paula! Aber heute ist hitzefrei!“

Und dann haben er und seine Freunde angefangen zu singen, zu tanzen und in die Hände zu klatschen. „Hi-, hi-, hitzefrei!“, haben sie immer wieder gesungen. Sie sind ganz lustig weitergegangen. Naja, weitergetanzt wäre eher das richtige Wort. Die waren richtig gut drauf.

Aber ich bin wieder mal ins Grübeln gekommen. Hitzefrei? Was soll das denn sein? Ich habe ihnen noch hinterhergerufen. Aber die waren so begeistert von ihrem Hitzefrei, dass sie mich nicht mehr gehört haben. Also bin ich mal zum Andreas gegangen. Der weiß so etwas, habe ich mir gedacht.

Er hat sich gefreut, als er mich gesehen hat. „Na, Paula, hast du auch hitzefrei?“, hat er mich gefragt. „Das ist ja komisch. Ich wollte dich gerade fragen, was das eigentlich ist, das Hitzefrei“, habe ich ganz verwirrt geantwortet. „Das ist doch klar, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Wenn es zu heiß ist, schickt der Schulrektor, das ist der Chef der Schüler und der Lehrer, alle nach Hause.“ Ich habe zum Andreas gesagt: „Ich habe immer gedacht, dass das Lernen so wichtig ist. Da kann man doch nicht einfach nach Hause gehen, wenn es mal ein bisschen heiß ist.“

„Weißt du, Paula“, hat der Andreas gemeint, „wenn den Kindern dauernd der Schweiß runterläuft, beklecksen und verschmieren sie höchstens ihre Hefte. Dann gehen die Kinder lieber mal einen Tag nur morgens in die Schule, wenn es noch nicht so heiß ist. Nachmittags ist es noch heißer. Da müssen sie dann nicht in die Schule. Wenn es so heiß ist, wird man nämlich ganz schnell müde und man kann gar nicht richtig lernen. Da fällt einem alles so richtig schwer.“

„Schweiß? Was ist denn das?“, wollte ich wissen. Der Andreas hat gelacht. „Klar Paula, das muss ich dir erklären. Ihr Enten schwitzt ja nicht! Vögel kühlen ihre Gefieder im Flug ab. Und wenn die irgendwo sitzen und es ihnen heiß wird, dann hecheln sie. Das heißt, sie atmen ganz schnell. So könnt ihr euren Körper kühlen. Die Menschen aber schwitzen. Ihre Haut wird mit Flüssigkeit, dem Schweiß, bedeckt. Und wenn die verdunstet, also an die Luft abgegeben wird, entsteht Kälte. So wird der Körper gekühlt. Wenn man nämlich zu heiß wird, strengt alles viel mehr an.“

Da war ich ein bisschen traurig. Ich habe zum Andreas gesagt: „Hm, bloß weil wir Enten nicht schwitzen, kriegen wir nicht hitzefrei. Bekommst du denn hitzefrei?“ Der Andreas hat sehr gelacht: „Nein, Paula, ich bekomme nicht hitzefrei. Es gibt ja jeden Tag eine Zeitung. Egal, wie heiß es ist. Ich kann ja nicht einfach auf eine Zeitungsseite schreiben: Liebe Leser, die Seite bleibt heute leer. Es war uns zu heiß. Da sind wir lieber ins Freibad gegangen! Eure Redakteure.“

Da musste ich auch lachen. „Stimmt“, habe ich gesagt, „das geht nicht. Aber mit dem Freibad hast du mich auf eine gute Idee gebracht. Ich watschele gleich mal los. Tschüss, Andreas!“ Der hat vielleicht komisch geguckt! Wie ein Auto! Ha, der war bestimmt richtig neidisch. Klar, wer möchte bei dem Wetter nicht hitzefrei haben und ins kühle Wasser springen? Eure Paula

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