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Paulas Nachrichten

Paula mag Kirschen lieber als Fußbälle

28.06.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gekommen. Stellt euch vor, liebe Kinder: Der hat schon wieder Fußball geguckt! Er hat geschimpft: „Mensch, jetzt gib ihm doch die Kirsche!“

Ich habe ihn angeguckt wie ein Auto. Kirschen? Die mag ich sehr gerne. Aber mit Kirschen kann man doch nicht kicken. Die sind doch viel zu klein. Und was soll denn ein Fußballer überhaupt während des Spiels damit? Da kann der doch nichts essen, habe ich mir gedacht.

Also habe ich losgeschnattert: „Die Kirsche geben? Wer soll da wem eine Kirsche geben? Muss der seinem Mitspieler zur Strafe Kirschen pflücken, weil er am Tor vorbeigeschossen hat?“

Der Andreas hat langsam seinen Kopf vom Fernseher weggedreht und gesagt: „Kirschen? Wieso Kirschen pflücken? Mensch, Paula, ich gucke jetzt Fußball – und du denkst nur ans Essen!“

„Aber, aber“, habe ich gestottert, „du hast doch gesagt: ,Gib ihm die Kirsche!‘“

„Ach so“, hat der Andreas geantwortet, „das meinst du! Kirsche ist ein anderes Wort für den Ball! Es gab mal einen tollen deutschen Fußballer. Der hieß Lothar Emmerich. Der lebt leider nicht mehr. Der hat immer zum Ball Kirsche gesagt, wenn er ihn wollte.“

Das habe ich verstanden. Durch das Fußball- und Kirschen-Gequatsche hatte ich aber jetzt richtig Lust auf leckere Kirschen. Ich habe wohl ganz verzweifelt geguckt. Denn der Andreas hat zu mir gesagt: „Keine Bange, Paula. Kirschen sind zurzeit nicht nur Fußbälle. Peter und Paul schlagen sich jetzt sogar die Kirschen ums Maul!“

„Was?“, habe ich losgeschnattert. „Was sind denn das für Typen? Die hauen sich mit Kirschen? Die spinnen wohl!“

Jetzt musste der Andreas lachen. „Aber Paula! Das ist doch nur ein Sprichwort! Peter und Paul sind zwei Heilige. Die waren ganz wichtig für die Kirche. Und die haben am Sonntag Namenstag. Tja, und jetzt ist wieder wie immer um ihren Namenstag herum Kirschenzeit. Die Bäume hängen auch jetzt total voll mit den Kirschen. Und mit dem Sprichwort meint man: Man weiß gar nicht, wohin mit den vielen Kirschen!“

Ich habe ihn wieder ganz groß angeguckt und gemeint: „Hm, ich wüsste schon, wohin damit. Ich würde sie niemanden aufs Maul schlagen. Ich würde sie lieber alle in meinen Schnabel stecken. Dafür würde ich sogar auf mein geliebtes Glas Wasser verzichten.“

Der Andreas hat geantwortet: „Ah, du hast Angst vor Bauchweh? Früher hat man ja tatsächlich immer gesagt: Wenn man Kirschen isst, soll man kein Wasser danach trinken. Aber das stimmt anscheinend gar nicht. Ich erkläre dir das mal: Auf den Kirschen sitzen winzige Tierchen. Die nennt man Keime. Die sitzen eigentlich auf jedem rohen Obst. Nur beim Kochen gehen die kaputt. Auf dem rohen Obst aber kommen die in unseren Magen. Die machen dort aus dem Zucker in den Kirschen Alkohol. Das nennt man Gärung. Davon wird man zwar nicht betrunken, aber man kann Bauchweh dabei bekommen. Dabei entstehen nämlich Gase. Und dann wird unser Bauch ganz dick, wir müssen pupsen, und manchmal kriegen wir auch Durchfall.“

Ich habe ganz komisch geguckt. Das hörte sich nicht gut an. Der Andreas hat weitererklärt: „In unserem Magen ist Säure. Die zerkleinert unser Essen und hilft uns so beim Verdauen. Die Menschen haben früher gedacht: Das Wasser nach den Kirschen macht die Magensäure dünner und deshalb überleben mehr Keime von den Kirschen. Aber das Bauchweh kam wahrscheinlich von etwas anderem: Früher waren in Wasser aus Brunnen oft noch mehr Keime. Denn das Wasser hat man nicht so sorgfältig behandelt wie heute. Dann hat man nach dem Trinken richtig Bauchweh bekommen. Also kannst du nach den Kirschen ruhig ein Gläschen Wasser trinken. Man soll aber nicht zu viel Kirschen auf einmal essen. Sonst gibt es viel Gas im Bauch! Also sei nicht so gierig. Dann ist mit den Kirschen richtig gut Kirschen essen!“

Das habe ich wieder nicht verstanden. Ich habe gefragt: „Mit wem kann man gut Kirschen essen?“

Und der Andreas hat geantwortet: „Das ist wieder so ein Spruch. Der geht so: ,Mit dem ist nicht gut Kirschen essen‘. Das soll heißen: Bei einem Typen muss man gut aufpassen. Der könnte richtig gemein werden. Der Spruch hieß zur Ritterzeit eigentlich: ,Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen: Die spucken einem die Kerne ins Gesicht.‘ Das bedeutete: Die reichen Menschen sind zu den ärmeren Menschen richtig doof. Deshalb müssen die Ärmeren aufpassen, wenn sie was mit den Reicheren zu tun haben. Man hat sich das so vorgestellt: Die Reichen essen einfach das leckere Fruchtfleisch. Und mit den Stielen und den Kernen bewerfen sie die Ärmeren. Also, Paula, für dich heißt das zweierlei: Erstens darfst du nicht viele Kirschen auf einmal essen, sondern immer nur kleine Portionen. Und zweitens musste du als vornehme Zeitungsente immer zu allen anderen lieb sein.“

„Das mache ich, klar doch“, habe ich gesagt. Der Andreas hat gelacht und gemeint: „Dann darfst du mit in die Redaktion kommen. Und dort bekommst du vom Kirschbaum meines Kollegen ganz viele Kirschen.“

So war’s dann auch. Hm, waren die Kirschen lecker! Eure Paula

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