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Paula mag keinen Buchstabensalat

16.08.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paula mag keinen Buchstabensalat

Hallo liebe Kinder,

als ich vor Kurzem zum Andreas gekommen bin, ist er ganz still dagesessen. Er hat nur auf seinen Computerbildschirm geschaut. Den erschrecke ich mal, habe ich mir gedacht.

Ich habe mich hinter ihn gestellt und mal ganz laut gerufen: Buuuuhhhhh!

Hei, war das ein Spaß! Der ist wirklich richtig erschrocken!

He, Paula, das war jetzt aber nicht nett von dir, hat er ganz verärgert gemeint. Da bleibt einem ja das Herz stehen!

Oh, habe ich gesagt, das wollte ich jetzt nicht. Das kann doch sehr gefährlich werden, wenn einem das Herz stehen bleibt!

Ja, Paula, das sagt man so, wenn man richtig erschrocken wird. Aber mein Herz ist nicht stehen geblieben, keine Angst.

Da bin ich aber froh, dass nichts passiert ist, habe ich erleichtert gemeint.

Naja, lass’ mal schauen, Paula, hoffentlich ist aus dem Text, den ich gerade geschrieben habe, kein Buchstabensalat geworden vor lauter Schreck.

Oje, dachte ich mir. Buchstabensalat ist bestimmt nichts zu essen, oder?, habe ich gefragt.

Da hast du recht. Buchstabensalat kann man nicht essen. Nicht einmal, wenn man eine Zeitungsente ist wie du.

Das fand ich schade. Ich hatte nämlich Hunger. Und mein Magen knurrte gleich so laut, dass es sogar der Andreas gehört hat.

Na, habe ich dir Appetit auf Salat gemacht, liebe Paula?, hat er gelacht. Buchstabensalat sagt man einfach, wenn irgendwelche Buchstaben durcheinander dastehen und keinen Sinn machen. Aber vielleicht kann ich dir ja gleich zu Mittag eine Buchstabensuppe anbieten.

Das ist fies, habe ich gesagt. Erst machst du mir mit dem Wort Salat Appetit. Und jetzt auch noch mit Suppe. Und essen kann man es dann doch nicht.

Doch, doch Paula, hat er mich beruhigt. Eine Buchstabensuppe kann man wirklich essen. Das ist einfach eine Suppe mit Nudeln, die aussehen wie Buchstaben. Und es gibt auch noch leckere Kekse in Buchstabenform. Die heißen aber Russisch Brot.

Das war sehr verwirrend. Deshalb habe ich gesagt: Weißt du, Andreas, dann bleibe ich ganz einfach bei meinem normalen Salat. Wenn man von Salat spricht, weiß gleich jeder auf der ganzen Welt, dass man mein leckeres Lieblingsessen meint.

Denkst du, hat der Andreas gesagt. Für viele Menschen bedeutet aber Salat was ganz anderes. Es gibt doch die Moslems, Paula. Das sind die Menschen, die ihren Gott Allah nennen. Viele Türken oder Araber sind Moslems. Und wenn die Salat hören, denken sie ans beten. Salat nennen sie nämlich die fünf Gebete, die sie jeden Tag beten müssen. Das kommt vom Wort „beugen“ oder „krümmen“. Sie knien sich zum Gebet nämlich hin und beugen den Rücken.

Das ist ja interessant, habe ich gesagt. Und warum heißt dann in Deutschland der Salat Salat? Weil man den Rücken beugen und sich bücken muss, wenn man ihn erntet?, wollte ich wissen.

Hm, hat der Andreas gesagt, das ist eine sehr gute Überlegung, Paula. Aber sie stimmt nicht. Unser Wort Salat kommt zwar nicht aus dem Lateinischen, aber immerhin aus dem Italienischen. Da heißt Salat „Insalata“ und das kommt vom Wort „insalare“. Das heißt so viel wie einsalzen. Du weißt ja, die Menschen essen ihren Salat nicht pur, sie würzen ihn.

Mir schmeckt der Salat auf jeden Fall immer – ob er pur ist oder gewürzt worden ist. Eure Paula

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