Paulas Nachrichten

Paula mag ihren Zwickrüssel gerne

08.02.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum gibt es Rüssel und Schnäbel?

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Der hatte den Mund voll und hat irgendetwas gemurmelt. Aber ich habe ihn nicht verstanden. Deshalb habe ich geschnattert: „He, was ist denn mit dir los? Was hast du denn da ohne mich gegessen?“

Der Andreas hat ein paar Mal geschluckt und mich dabei nur angeguckt. Dann hat er mich angegrinst und gesagt: „Ich? Etwas gegessen? Du musst deinen Rüssel ja nicht überall reinstecken!“

Jetzt habe ich den Andreas angeguckt wie ein großes Auto. Denn ich habe das nicht verstanden. Dann habe ich einfach mal so in Richtung von meinem schönen orangenen Schnabel geschielt. Der war aber immer noch da. Darum habe ich gesagt: „Rüssel? Äh ... was soll das denn?“

Der Andreas hat gelacht und gesagt: „Na klar, Paula! Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern. Es gibt doch für neugierige Menschen den Spruch: ,Stecke deine Nase nicht in alle Dinge‘ und ich ...“

Da musste ich den Andreas aber gleich unterbrechen. Ich habe dazwischengeschnattert: „Ja, aber eine Nase habe ich ja nicht. Dann hättest du vom Schnabel sprechen müssen. Denn ich bin ja ein Vogel und als solcher ...“

Jetzt hat mich der Andreas wiederum unterbrochen und gemeint: „Ja, ja, ich weiß. Ich wollte dich halt ärgern. Bei den Menschen nennt man eine große Nase Rüssel. Und das passt zum neugierig sein. Deshalb habe ich das zu dir gesagt!“

„Ach so“, habe ich gemeint. „Mir gefällt mein schöner orangener Rüssel sowieso am besten. So ein grauer Elefantenrüssel würde mir gar nicht passen.“

Ich habe nämlich schon Elefanten gesehen. Die sind zwar lustig. Und zu denen passt so ein Schnabel, äh, Rüssel, auch. Aber mir würde das nicht stehen.

Der Andreas hat mir geantwortet: „Na ja, zu dir würde das vielleicht wirklich nicht passen. Aber so ein Rüssel ist ein richtiges Wunderwerkzeug.“

„Echt?“, habe ich gefragt, „Riechen die damit nicht nur besonders gut?“

„Ja“, hat mir der Andreas recht gegeben. „Die riechen sogar hervorragend damit. Die können Wasser in zehn Kilometer Entfernung riechen. Also könntest du von Nürtingen aus Wasser in Neuffen oder so riechen. Und sie können am Geruch gefährliche und ungefährliche Menschen unterscheiden. Denn in Afrika werden sie von manchen Menschen gejagt. Dazu können sie ihren Rüssel wie eine Antenne nach oben strecken. So können sie ihn auch wie einen Schnorchel benützen und aus dem Wasser strecken. Außerdem saugen sie damit bis zu zehn Liter Wasser ein und spritzen es sich zum Trinken in den Mund. Das sind zehn große Wasserflaschen!“

„Na ja“, habe ich gemeint, „das brauchen Enten als Wasservögel ja nicht.“

„Klar“, hat der Andreas geantwortet und weiter erklärt: „Aber der Rüssel ist sonst noch für vieles gut. Der ist auch sehr stark. Er besteht aus 40 000 Muskeln. Damit können sie schwere Baumstämme wegräumen. Oder sie reißen Gras zum Fressen damit aus und können auch feine und kleine Sachen wie Nüsse zum Fressen vom Boden aufheben. Ja, und sie schütteln sich die Rüssel zur Begrüßung wie die Menschen die Hände.“

„Na gut“, habe ich gemeint, „das haben die Elefanten schlau gemacht.“

Aber der Andreas hat gemeint: „Na ja, das waren die ja nicht selbst. Das war die Evolution.“

„Ah“, habe ich gemeint, „und wer ist das nun wieder?“

Der Andreas hat mir erklärt: „Das ist keine Person oder so. Das ist die Entwicklung der Lebewesen. Das Wort kommt vom Römerwort ,evolvere‘ und das heißt eben auch ,entwickeln‘. Es gab nicht immer Elefanten mit so langen Rüsseln. Das hat Jahrmillionen gedauert. Der Rüssel hat sich aus der Oberlippe und der Nase entwickelt. Der war aber noch nicht immer so lang. Kinder haben immer so einen Körper wie ihre Eltern. Aber manchmal gibt es beim Fortpflanzen kleine Fehler und Unterschiede. Dann ist der Rüssel beim Babyelefanten größer oder kleiner geworden als bei den Mama- und Papa-Elefanten. Und der längere Rüssel war sehr geschickt. So konnte sich der Elefant besser ernähren und wehren und so. Und so haben alle Elefanten mit längerem Rüssel einen Vorteil gehabt.“

„Ja“, habe ich dazwischengeschnattert, „und den haben sie wieder ihren Baby-Elefanten weitervererbt! Und es gab immer mehr Langrüsselelefanten! Klasse! Und bei uns Vögeln war dann der Schnabel geschickt, oder was?“

„Du bist echt eine schlaue Zeitungsente, Paula“, hat der Andreas mich gelobt. „Wissenschaftler haben da eine Idee dazu: Aus den Händen oder Pfoten der Vogeltiere sind ja Flügel zum Fliegen geworden. Also brauchten sie etwas anderes zum Greifen und ...“

„Ha“, habe ich wieder dazwischengeschnattert, „und da hat sich dann der Schnabel zum Greifen entwickelt. Ja, und zum Zwicken. Denn für mich als Zeitungsente ist das wichtig: Wenn mein Redakteursfreund frech ist und mir nichts zum Essen abgibt ...“ Eure Paula

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