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Paula mag ihre   Kumpels     aus Stoff

10.10.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum haben    auch Erwachsene      Kuscheltiere so gerne?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich mal eine kleine Pause gemacht bei der Heimbüro-Arbeit. Dann bin ich einfach durch die Stadt gewatschelt. Natürlich habe ich auch bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken wollen. Aber es ist richtig kalt geworden und es hat auch noch angefangen zu regnen. Deshalb bin ich gleich wieder heim zum Andreas gewatschelt. Denn dort ist ja auch immer noch unser Büro.

„Na, das ging aber schnell“, hat er gesagt und mich gleich reingelassen.

„Na ja“, habe ich geantwortet, „draußen ist es ja echt auch nicht schön.“

Ich habe etwas nachgedacht. Und ich habe richtig selber gemerkt: Oh, Paula, deine schönen runden Entenäuglein gucken immer trauriger.

Der Andreas hat das auch gesehen und gefragt: „He, liebe Paula, was ist denn mit dir los? Kann ich da sogar ein Tränchen in deinen schönen runden Entenäuglein entdecken?“

„Äh“, habe ich gemeint, „na ja, das kann schon sein . . . weißt du, ich glaube, der Sommer ist jetzt so richtig vorbei! Und der war schon schön! Heute habe ich die doofe Sonne noch gar nicht gesehen. Die blöden Wolken haben sie total versteckt. Und aus denen sind dann auch nur noch fiese, kalte Regentropfen gekommen. Ich habe geschimpft mit denen allen. Aber es hat nichts genützt.“

Der Andreas hat mich in den Arm genommen und gemeint: „Ja, Paula, da hast du wohl recht. Der Sommer ist vorbei. Aber der Herbst und der Winter haben doch auch ihre Reize!“

„Ja“, habe ich gemeint, „das stimmt schon. Aber erst einmal bin ich traurig wegen des Sommers. Denn . . .“

Der Andreas hat mich aber sofort unterbrochen. „Aber klar doch, Paula. Das kann ich schon verstehen. Da kann man schon auch mal traurig sein!“

Der Andreas hat mich in den Arm genommen und gedrückt. Das machen Freunde so. Das hat sehr gut getan. Dann hat er aber gleich gemeint: „So, Paula, jetzt muss ich aber weiterarbeiten! Hast du nichts mehr zu tun?“

„Nein“, habe gemeint, „heute bin ich schon fertig.“

„Na gut“, hat er Andreas geantwortet, „dann setz dich doch ein bisschen auf unser schönes grünes Bürosofa.“

Das habe ich gemacht. Aber irgendwie bin ich traurig geblieben. Der Andreas hat immer wieder vom Schreibtisch zu mir geschielt. Deshalb ist ihm das aufgefallen. „Also, Paula, das kann ich gar nicht mit angucken, du Arme! Das ist ein Fall für die Kuscheltierebande!“, hat er gesagt.

Ich habe ihn angeguckt wie ein Auto. Wie ein großes Auto. Wie ein Lastwagen. Dann ist der Andreas in ein anderes Zimmer gegangen. Zurück ist er mit einem uralten Teddy gekommen. Der war schon ziemlich fleckig. Er hat gesagt: „So, der hat schon immer auf meinen Sohn aufgepasst.“

„Ach“, habe ich gemeint, „der ist das. Der ist auch schon uralt. Das sieht man ja!“

Ich habe ihn zu mir aufs Sofa genommen. Der Andreas hat uns angeguckt und gemeint: „Na, du kannst ja schon wieder ein bisschen lächeln, Paula. Das ist gut! Und du meinst, der Bär wäre uralt? Na dann warte mal!“

Der Andreas hat die Türe einer Glasvitrine aufgemacht. Da sind viele, viele Sachen drin. Man kann gar nicht alles richtig sehen. Deshalb war ich dann auch sehr überrascht. Er hat mir nämlich ein anderes Stofftier rausgeholt. Das sah noch viiiiiiiiiiieeeeel älter aus als der Bär. Das war überall gestopft. Es war aber kein Bär. Ich musste eine Weile überlegen. Dann habe ich an den Ohren erkannt: Das muss ein Hase sein! Den hat mir der Andreas auch aufs Sofa gesetzt.

Irgendwie war ich dann entspannter. Ich habe gelächelt. Die Tränchen sind aus meinen großen, runden Entenäuglein verschwunden.

Aber nach einer Weile habe ich mir wieder etwas überlegt und zum Andreas gemeint: „Duuuu, das sind doch Kuscheltiere! Die sind doch eigentlich für Kinder. Und wir sind zwar Kinderreporter, aber wir sind doch keine Kinder mehr, oder?“

„Das stimmt“, hat er Andreas gemeint, „aber das macht doch nichts. Als Kind mag man seine Kuscheltiere. Sie sind wie Freunde. Man kann mit ihnen alles spielen. Man kann ihnen alles erzählen. Und viele mögen dann als Erwachsene ihre Kuscheltiere eben auch noch. Sie stehen für schöne Kindheitserinnerungen. Und wir fühlen uns bei ihnen auch immer noch geborgen, wie früher. Weißt du, und dann spricht man ja sowieso manchmal mit Dingen, die nicht leben.“

„Echt?“, habe ich nur gemeint.

Der Andreas hat nur gelacht und gemeint: „Ja, ich kenne eine Zeitungsente. Die hat sich heute anscheinend mit der Sonne, mit Wolken und mit Regentropfen unterhalten. Also, da kann man auch mit lieben Stofftieren sprechen.“

Darüber haben wir beide dann zusammen richtig lachen müssen. Und dann ging es mir wieder richtig gut, liebe Kinder! Eure Paula

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