Paulas Nachrichten

Paula mag die schreibenden Hühner

24.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wie werden Eier hergestellt?

Hallo, liebe Kinder,

ich wollte am Donnerstag am Markt einen Salat, ein paar Paprika und Möhren kaufen. Mhhhh, superlecker!

Ich wollte schon wieder weiterwatscheln. Da habe ich an einem Stand den Andreas gesehen. An dem Stand gab es bergeweise Eier. Ich habe mir überlegt: Ich warte mal kurz auf ihn. Dann können wir zusammen weiter watscheln, äh, also ich watscheln, und er gehen.

Aber er ist einfach nicht gekommen . . .

Er hat mit dem Verkäufer gesprochen. Er hat gelabert. Und gelabert. Und . . .

Also bin ich einmal rübergewatschelt. Ich habe gesagt: „So, hallo, ich bin’s, die Paula. Ich will euch nicht stören. Ich wollte nur mal ,Hallo sagen‘.“

Der Andreas war gar nicht sauer, weil ich ihn unterbrochen habe. Er hat mich begrüßt. Der Mann am Eierstand auch. Der Andreas hat zu ihm gesagt: „Ja, vielen Dank für die Erklärung! Jetzt weiß ich Bescheid! Bis zum nächsten Mal!“

Der Mann hat gelächelt. Er hat sich auch bedankt und verabschiedet – und der Andreas und ich sind losgewatschelt, äh, na ja, ihr wisst ja . . .

Ich habe zum Andreas gesagt: „Hast du den Mann vom Arbeiten abgehalten? Was hast du denn von ihm wissen wollen? Wie viele Eier seine Hühner legen?“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Das habe ich jetzt gar nicht gefragt. Aber jeder weiß ja: Ein Huhn legt höchstens ein Ei am Tag. Die legen die immer. Auch wenn sie nicht befruchtet sind von einem Hahn. Denn aus befruchteten Eiern kommen Küken raus. Und aus nicht befruchteten eben nicht. Die sind dann zum essen da. Das sind viele. Denn die Deutschen essen jedes Jahr 15 Milliarden Eier. Das ist eine 15 mit neun Nullen dahinter! Deshalb werden auch gaaaaanz viele Hühner als Eierlegehennen gehalten.“

„Ah“, habe ich gemeint, „das ist ja toll und lieb von den Hühnern!“

Der Andreas hat mir zugestimmt: „Ja, kann man so sagen. Deshalb soll es den Hühnern auch gut gehen. Das wollte ich auch von dem Mann wissen.“

„Ah. Aber geht es denn nicht allen Hühnern gut?“, wollte ich wissen.

„Leider nicht“ , hat der Andreas ein bisschen traurig geantwortet. „Das habe ich den Mann gefragt: Wie werden die Hühner gehalten, die seine Eier legen.“

„Und?“, wollte ich weiter wissen, „wie geht es seinen Hühnern?“

„Denen geht es ganz gut“, hat der Andreas gesagt, „die dürfen Bioeier legen! Die werden in biologischer Landwirtschaft hergestellt. Bevor du fragst: Das kommt vom Wort ,Biologie‘. Und das kommt von den alten Griechenworten ,bios‘ und ,logos‘. ,Bios‘ heißt ,Leben‘ und ,logos‘ heißt Lehre.“

„Was soll denn das? Unlebendige Hühner legen doch natürlich keine Eier“, habe ich geschnattert.

„Klar. Aber der Begriff ,Bio‘ steht da für etwas anderes. Er bedeutet: Die Sachen werden umweltschonend und artgerecht hergestellt. Artgerecht bedeutet: Die Tiere können sich halbwegs so verhalten, wie sie es in der freien Wildbahn tun würden. Bei den Legehühnern heißt das: Sie haben mehr Platz in ihrem Stall und dürfen auch nach draußen. Bei den Freilandhühnern und in der Bodenhaltung ist das anders. Da . . .“

„He“, habe ich gemeint, „Freiland hört sich auch richtig gut an. Geht es denen auch so gut? Rennen die im freien Land herum?“

„Nein“, hat der Andreas streng geantwortet, „der Name täuscht. Die haben weniger Platz im Stall. Bei der Bodenhaltung haben sie noch weniger Platz. Da sitzen die auch auf drei Ebenen übereinander und dürfen nicht raus aus dem Stall. Aber die Hühner mit den Bioeiern haben noch zwei große Vorteile: Ihnen dürfen nicht die Krallen und die Schnäbel geschnitten werden. Dann können die besser picken und scharren, so wie sie es gerne machen. In den engeren Ställen schneidet man sie, damit sie sich bei der Enge nicht gegenseitig picken. Außerdem bekommen die Biohühner natürliches und damit gesünderes Futter.“

„Fein. Und du musst dann immer den Verkäufer fragen, ob das solche Eier sind?“, wollte ich wissen.

„Nein“, hat der Andreas geantwortet, „das steht auch auf den Eiern.“

„Ah, die Hühner schreiben das drauf? Die sind aber clever!“, habe ich gemeint.

Der Andreas hat gleich geschimpft: „So ein Quatsch, Paula! Hühner die schreiben! Nein. Die Landwirte machen da Stempel darauf. Ich zeige dir das mal zu Hause. Die ,0‘ steht für Bio. ,DE‘ steht für Deutschland. Und die Nummer für den Landwirt. Da kann man alles ganz genau kontrollieren. Es ist ja auch gut für die Umwelt und die Frische der Eier, wenn die nicht ewig durch die Gegend gefahren werden.“

„Das finde ich richtig gut“, habe ich gemeint. „Dann kaufst du in Zukunft immer bei dem Mann deine Eier, gell? Oder?“

Der Andreas hat gemeint: „Es ist noch besser: Oft bringt mir meine Nachbarin die Eier direkt von der Alb mit.“

„Super. Die Hühner können wir besuchen und sie fragen, wie es ihnen geht“, habe ich lachend gesagt. Eure Paula

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