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Paula mag die Paparazzi nicht

16.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern war ich natürlich schon in der Stadt unterwegs. Ihr wisst ja: Mission Olympic! Zum Glück hat mir der Andreas das schon letzte Woche erklärt. Sonst hätte ich mich doch sehr gewundert. All die Kinder gingen gestern gar nicht zur Schule, die Faulpelze! Viele von ihnen sind um ihre Schule herumgelaufen! Runde um Runde sind die gerannt!

Da war auch der Sohn vom Andreas dabei. Im Ziel war der ganz außer Atem. Ich habe ihn erst einmal ausschnaufen lassen. Dann habe ich ihn gefragt: „He, warum lernt ihr nicht lieber was? Dafür geht ihr doch in die Schule!“

Er hat gelächelt und gemeint: „Klar, normalerweise ist das so. Aber heute rennen wir um die Schule herum. Und für jede Runde bekommen wir Geld. Damit können wir dann unseren Schulhof verschönern.“

Das fand ich schon wichtig. Und viele andere Menschen fanden das auch wichtig. Natürlich war auch der Freund vom Andreas unterwegs. Der Jürgen. Ihr kennt ihn ja auch: Das ist der mit dem großen Fotoapparat.

Dann bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. „He, ich habe gerade deinen Kumpel Jürgen getroffen. Der ist wieder einmal mit seinem großen Fotoapparat unterwegs!“

„Klar“, hat der Andreas geantwortet, „der spielt wieder einmal den Paparazzi!“

Ich hab ihn nur ganz groß angeschaut. Richtig: Wie ein Auto habe ich geguckt. Und ich habe natürlich gleich losgeschnattert: „Papa? Von wem der Papa?“

„Aber Paula“, hat der Andreas gesagt, während er mit dem Kopf geschüttelt hat. „Das hat mit Papa eigentlich nichts zu tun. Die Paparazzi sind ganz besondere Fotografen.“

„Ah, dann ist das ein tolles Kompliment für den Jürgen“, habe ich mir überlegt.

Der Jürgen kam schon ein paar Minuten später ganz verschwitzt in die Redaktion zurück. Ich wollte gleich mit meinem neuen Wissen glänzen und habe gerufen: „Hi, Jürgen, alter Paparazzi, hast du heute wieder viel zu tun?“

Der hat mich aber nur ganz böse angeguckt, hat seinen Foto mit dem riesigen langen Objektiv vorne dran abgestellt und ist gleich weitergegangen. Ich habe mal durch seinen Foto durchgeguckt. Ich habe aber nichts entdeckt, was ihn so sauer gemacht haben könnte.

„He, was ist denn mit dem los? Ich habe ihn extra Paparazzi genannt. Das ist doch ein Lob. Und der freut sich gar nicht.“

Der Andreas saß an seinem Schreibtisch und hat gelacht. Und wie der gelacht hat.

„Findest du das lustig, wenn der so unfreundlich zu mir ist?“, wollte ich von ihm wissen.

Er hat erst einmal weitergelacht. Dann hat er gemeint: „Du warst ja auch nicht freundlich zu ihm!“

Das hat mich sauer gemacht. Ich habe geschimpft: „Quatsch! Du hast doch gesagt: Ein Paparazzi ist ein besonderer Fotograf!“

Jetzt hat er endlich aufgehört zu lachen und gesagt: „Ja, Paula, das stimmt. Ich habe gesagt: Besondere Fotografen. Aber keine besonders beliebten. Ich gebe ja zu: Ich habe dir nicht alles erzählt. Aber jetzt erkläre ich es dir. Also: Paparazzi machen meistens Bilder von berühmten Menschen. Aber die machen das auch, wenn die Menschen gar nicht fotografiert werden wollen. Die lauern denen richtig auf. Und mit ihren großen Fotoapparaten glotzen sie manchmal in ihre Häuser, Grundstücke oder Autos. Ohne dass die Menschen das merken. Und dann verkaufen sie ihre Bilder meistens für viel Geld an irgendwelche Zeitungen.

Diese Zeitungen wollen aber nicht wie wir immer nur über wichtige Themen berichten. Die berichten auch Dinge, die andere Menschen gar nichts angehen. Zum Beispiel in wen ein Schauspieler gerade verliebt ist. Oder wie viel er trinkt. Oder welche Farben seine Unterhosen haben.“

Das fand ich nun wirklich blöd. „Dann würden die uns auch auf unserem Sofa fotografieren? Wenn wir da einfach mal rumliegen und uns ausruhen?“, wollte ich wissen.

„Ja, Paula – wenn wir so berühmt wären, dass man für solche Bilder von uns Geld zahlen würde“, hat der Andreas geantwortet.

„Das ist ja blöd, kein Wunder, dass die so einen Namen mit Ratzi oder so bekommen haben!“, habe ich geschnattert.

„Stimmt. Aber der Namen hat eine ganz besondere Geschichte. Paparazzi ist eigentlich die Mehrzahl. Ein komischer Fotograf müsste eigentlich nur Paparazzo genannt werden. Das ist nämlich italienisch. Vor über 50 Jahren wurde in Italien ein Film gedreht. Der hieß ,Das süße Leben‘. Da ging es um berühmte Leute, sogenannte Prominente. Und die wurden immer von einem ganz aufdringlichen Fotografen fotografiert. Und der hieß in dem Film Paparazzo. Seitdem werden solche unbeliebten Fotografen nach dieser Filmfigur benannt.“

„Na, dann haben wir ja Glück, dass der Jürgen kein Paparazzo ist“, habe ich gemeint. Sonst würde er mich bestimmt dauernd fotografieren – ob ich will oder nicht. Denn berühmt bin ich ja schon. Zumindest hier in Nürtingen. Oder? Eure Paula

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