Paulas Nachrichten

Paula mag die Kelten lieber als die Kälte

31.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wie kommt der Graben auf die Alb?

Hallo, liebe Kinder,

natürlich habe ich in dieser Woche wieder einmal den Andreas in der Redaktion besucht. Eine Kollegin hat ihm gerade ein Buch auf den Tisch gelegt und gemeint: „Das kannst du jetzt im Urlaub mal lesen. Da geht es um die Kelten. Paula, du kannst auch mal reingucken!“

Der Andreas wollte gerade etwas antworten. Aber ich habe schneller geschnattert: „Was? Was soll ich denn mit der Kälte? Darüber will ich nichts lesen! Ich will den sonnigen Sommer voll genießen! Da wird es mir ja kalt beim Lesen, mit eurer Kälte!“

Der Andreas und seine Kollegin haben zuerst mich ganz lange angeguckt. Dann haben sie sich gegenseitig angeguckt. Und dann haben sie ganz laut gelacht.

Das habe ich nicht verstanden. Der Andreas hat langsam aufgehört zu lachen und hat gemeint: „Ah, Paula, da hast du recht. Weißt du, ich lese das Buch absichtlich wegen der Hitze. Mir ist viel zu heiß. Und dann wird es automatisch kälter.“

Ich habe das immer noch nicht so richtig verstanden und weiter geguckt wie ein riesengroßes Auto. „Jetzt sei mal nicht so albern zu der Paula“, hat seine Kollegin gesagt. „Zeig’ ihr doch mal das Buch und erkläre es ihr!“

Ich habe auch auf das Buch geguckt. Ich habe dazu gesagt: „Hä? Also arg kalt kann es da nicht sein. Auf jeden Fall hat es keinen Schnee da auf dem Bild!“

„Ach“, hat der Andreas gemeint, „das ist das Zangentor! Ja, das ist im Sommer fotografiert. Nicht im Winter!“

„Mhm“, habe ich gemeint, „da sehe ich aber gar kein Tor. Und eine Zange sehe ich auch nicht. Kälte hin oder her! Oder ist das ein besonderes Fußballtor? Weil es auch mitten im grünen Rasen steht . . .“

Der Andreas hat auf das Bild gezeigt und gemeint: „Nein, Paula, mit Fußball hat es trotz des Rasens nichts zu tun. Schau mal, da hat es doch solch kleine Mäuerchen. Die laufen zusammen wie eine Zange. Und siehst du: In der Mitte ist ein Durchgang. Deshalb war das ein Tor. Da konnte man super kontrollieren, wer rein darf und wer nicht.“

„Ach“, habe ich gemeint, „so ein wichtiges Tor ist das! Aber dann ist das mit den Mäuerchen ja richtig doof. Da kann man doch einfach drüber hüpfen.“

Der Andreas musste lächeln. Er hat geantwortet: „Das stimmt natürlich, Paula. Aber das war auch früher ganz anders. Da standen da richtig mächtige Mauern. Und die konnten von Soldaten verteidigt werden. Deshalb haben die auch so ein Tor in der Form einer Zange gebaut. Die Feinde sind vor das Tor gerannt. Und dann waren sie von drei Seiten von Mauern umgeben und konnten von diesen drei Seiten aus bekämpft werden.“

„Hm“, habe ich gemeint, „und wer war so schlau und hat so ein Tor gebaut?“

„Na“, hat der Andreas geantwortet, und wieder ein bisschen gelächelt. „Das waren natürlich die Kelten. Die haben nämlich nichts mit der Kälte zu tun. Die schreiben sich mit ,e‘ und nicht mit ,ä‘. Die haben vor über zweitausend Jahren hier in der Gegend gewohnt. Und da oben am Heidengraben auf der Alb hinter der Burg Hohenneuffen haben sie eine riesengroße Siedlung gehabt.“

„Heidengraben? Waren das jetzt die Kelten oder die Heiden? Und wo soll da ein riesengroßer Graben sein? Ich sehe gar keinen.“

Wieder musste der Andreas lächeln. Dann hat er weiter erklärt: „Ja, das waren schon die Kelten. Von ihrer starken Stadt gab es vor ein paar hundert Jahren, noch so zur Ritterzeit und später, noch ein paar Erdwälle und ein paar Gräben. Die Einheimischen wussten aber über die Erbauer nichts. Sie wussten nur: ,Das war vor ganz langer Zeit.‘ Da gab es noch gar keine Christen hier. Und da haben sie das geheimnisvolle Volk einfach Heiden genannt. Das waren für sie die Menschen, die nicht an ihren Christengott glauben. Also war das der Graben von den Heiden. Der Heidengraben. Später dann haben Archäologen viele Dinge dort gefunden.“

„Archo-was? Haben die was mit der Arche zu tun? Gab’s die wirklich?“, habe ich geschnattert.

„Nein“, hat der Andreas gemeint, „das sind Wissenschaftler. Die graben alte Dinge aus. Das kommt von Wörtern der alten Griechen. ,Archäo‘ heißt einfach ,alt‘ und ,logos‘ heißt ,Lehre‘. Das ist also die Lehre von den Altertümern. Die haben auch die Mauern wieder ein bisschen aufgebaut. Da kann man sich das gut vorstellen. Da oben war mal eine der größten Siedlungen der Kelten. Da konnten tausende Menschen leben. Der Berg ist da von drei Seiten vom Tal umgeben. Deshalb sagt man auch Berghalbinsel. Das war sehr sicher in einer kriegerischen Zeit. Und die anderen Stellen haben sie mit ihren Mauern und Gräben gesichert. Die Archäologen haben aber auch die Gräber am Burrenhof ausgegraben und ganz viele schöne Schätze gefunden. Schmuck und Waffen zum Beispiel. Die kann man sich in Museen angucken. Aber so richtig schön ist es draußen. Da kann man sich das richtig vorstellen, wie das früher mal war.“

„Hm“, habe ich mir überlegt, „das könnten wir uns ja mal anschauen!“

„Klar“, hat der Andreas gesagt, „und bald gibt es auch da ein richtiges Erlebniszentrum, Paula. Das ist wie ein ganz spannendes Museum. Da kann man dann auch hin, wenn es kalt ist bei den Kelten.“ Eure Paula

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