Paulas Nachrichten

Paula mag die Geisterpaula nicht

02.11.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum träumt man eigentlich?

Hallo, liebe Kinder,

am Donnerstag war ich am Nachmittag in der Stadt unterwegs. Es ist schon langsam dunkel geworden. Aber es waren noch viele Menschen unterwegs. Manche haben verschiedene Stände aufgebaut. Ich habe zu einem gesagt: „He, ist noch Markt? Der war doch heute schon!“

Der Typ hat mich nur kurz angeschaut und gemeint: „Hä? Sie sind doch auch schon verkleidet! Heute Abend ist doch Halloween-Party!“

Das mit der Verkleidung habe ich nicht verstanden. Denn ich sah so aus wie immer. Aber das mit Halloween habe ich gleich kapiert. Das ist die Nacht mit den komischen Gruseltypen. Da verkleiden sich manche. Als Geister oder so. Der Andreas hat mir das mal erzählt: Das ist ein alter Brauch von den Kelten. Das ist ein altes Volk. Die lebten früher. Zur Zeit von den alten Römern lange vor den Rittern. Die haben sich in der Nacht vor Allerheiligen verkleidet, um Geister zu verjagen. Es gibt zwar keine Geister. Aber viele finden das lustig. Zuerst haben sie das auf der Insel mit den Briten gefeiert und in Amerika. Und jetzt auch hier.

Das finde ich blöd. Denn die Gruseltypen machen mir Angst. Deshalb bin ich so schnell wie möglich zum Andreas nach Hause gewatschelt. Ich habe oft geklingelt. Aber er hat nicht aufgemacht! Ich habe immer mehr Angst bekommen. Bei ihm im Haus hat man nur ein schwaches Licht gesehen. Aber ich habe gedacht: Der ist doch zu Hause!

Also habe ich weitergeklingelt und so laut ich konnte geschnattert: „He, lass mich rein! Ich bin nicht als Geist oder so verkleidet! Ich bin doch die Paula!“

Irgendwann hat er mal kurz zum Fenster rausgeguckt und mich gesehen: „Na, du bist mir ja ein aufdringlicher Geist! Komm rein! Aber schnell!“

Er hat auf den Türöffner gedrückt. Ich bin schnell rein. Der Andreas hat gesagt: „Weißt du, hier klingeln dauernd die Geistertypen. Die wollen doch immer Süßigkeiten. Und ich habe keine mehr!“

„Oh“, habe ich gesagt, „schade! Dann können wir nichts mehr naschen! Aber blöder ist ja: Die Geistertypen kommen hier auch her! Aber dann verstecke ich mich auf deinem Sofa. Du machst keinem mehr auf!“

Der Andreas hat genickt. Ich habe mich aufs Sofa gelegt. Da war es kuschelig warm. Und ich war in Sicherheit. Und angestrengt vom schnellen Watscheln war ich auch. Da habe ich erst einmal durchgeschnauft.

Aber das Nächste, was ich gesehen habe, war schrecklich: Da waren die komischen Typen! Ja, und da war plötzlich eine Zeitungsente. Mit einem Gefieder wie meinem. Aber der Kopf! Sie hatte keinen orangenen Schnabel. Sie hatte einen ganz orangenen Kopf! Wie so ein Kürbisgeist. Und dann habe ich ein ganz seltsames Gefühl gehabt. Ich habe gedacht: Das bin ich! Als würde ich in einen Spiegel schauen!

Da bin ich richtig aufgeschreckt. Ich bin vom Sofa hochgeflattert und habe geschnattert: „Nein, nein! Ich bin kein Geist! Und will auch keiner sein. Ich . . .“

In dem Moment hat mich der Andreas geschnappt und richtig fest in den Arm genommen. Er hat ganz laut gesagt: „Paula, es ist alles gut! Du hast nur geträumt! Wach auf! Alles gut!“

Ich habe ihn jetzt richtig verdutzt angeschaut und ganz schnell geschnauft. Meine Entenäuglein waren noch viel größer als sonst. Und mir war sehr, sehr heiß. Aber die komische Kürbisgeistzeitungsentenpaula war auch weg.

Ich habe gemeint: „Das habe ich gar nicht gemerkt. Ich muss eingeschlafen sein. Aber warum habe ich so ein Zeug geträumt?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „das ist ganz normal. Du hast dich ja wegen der Geister auf der Straße aufgeregt. Und vor der Tür hier hast du Angst gehabt und gedacht, ich mache dir nicht auf. Ja, und dann bist du hier eingeschlafen. Aber nicht tief. Deshalb hat sich deine Angst mit den Figuren in deinen Traum geschlichen und etwas gezeigt, was es nicht geben kann: eine Paula mit fiesem Kürbiskopf. Im Traum verschmilzt oft das Wirkliche mit ganz komischen und unmöglichen Sachen. Das war ein richtiger Albtraum!“

„Hm“, habe ich gemeint, „das verstehe ich. Aber die Berge von der Alb habe ich im Traum nicht gesehen.“

„Daher kommt das Wort Albtraum auch nicht“, hat der Andreas erklärt. „Das kommt von den Alben. Das waren bei den alten Germanen, unseren Vorfahren zur Römerzeit, kleine boshafte Elfen. Das sind Naturgeister. Die gibt es aber gar nicht. Die haben sie sich nur vorgestellt. Heute nennt man solche fiesen Träume so.“

„Hm, warum träumt man eigentlich und schläft nicht einfach gemütlich?“, wollte ich wissen.

„Das ist eine gute Frage“, hat der Andreas gemeint. „Das weiß keiner so richtig. Manche Wissenschaftler sagen: Da streitet unser ganz tiefes Ich mit dem, was in unserem Kopf zwischen gut und böse und richtig und falsch entscheidet. Sie sagen: Im Traum kann man ganz frei sein. Und andere sagen: Da übt das Hirn für die Wirklichkeit. Mit dem Albtraum ist das anders: Da kommen direkt unsere Ängste raus. In so einem Wachtraum wie deinem vorher kommt ja deine echte Angst von gerade eben raus. Das ist, weil du gar nicht richtig tief geschlafen hast, sondern halb wach warst.“

„Das ist ja gut“, habe ich mich überlegt. „Dann denke ich jetzt fest an was Schönes. An Schokolade oder an Salat. Und dann schlafe ich ein.“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

Seen fast so groß wie ein Meer

Der größte Süßwassersee der Welt

Wasser, Strand, Dünen, Wind und hohe Wellen. Klingt nach einem Meer? Ist es aber nicht. Wer das Wasser der Großen Seen in Nordamerika in den Mund bekommt, schmeckt: Es ist Süßwasser!

MUNISING. Wasser, nichts als…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten