Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Paula mag die Bisons am liebsten

05.09.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

Ferien und Urlaub, das ist schon was Tolles. In den letzten Wochen war ja auch super Wetter. Da konnte man draußen spielen. Oder aber auch ins Freibad oder an einen See zum Baden gehen. Aber jetzt habe ich wieder Lust auf Zeitung! Da trifft es sich gut, dass der Andreas endlich auch wieder da ist. Der ist ja nicht zu Hause geblieben wie ich. Der war wieder einmal in Amerika. In dieser Woche habe ich ihn besucht.

„Na, wie war’s?“, habe ich ihn gefragt. „Gibt es da drüben auch so nette Enten wie mich?“

Der Andreas musste lachen. „Also, wenn ich ehrlich bin, habe ich kaum Enten gesehen. Dafür aber eine Menge anderer Tiere“, hat er geantwortet.

Das konnte ich kaum glauben. „Ehrlich?“, habe ich nachgefragt. „Ich habe gedacht, in Amerika gibt’s nur so riesige Häuser mit ganz vielen Menschen und Autos. Da ist doch kein Platz für Tiere. Oder?“

Der Andreas hat mir das erklärt: „Aber, Paula, das was du meinst, das ist doch New York. Das ist die riesige Stadt. Aber in Amerika gibt es auch Gegenden, in denen kaum Menschen wohnen. Ich war jetzt zum Beispiel im Bundesstaat Wyoming. Das spricht man wie ,Wei-oh-ming‘. Der ist so groß wie Großbritannien. Also, wie England, Wales, Schottland und Nordirland zusammen. Dort wohnen aber nur so viel Menschen wie in Stuttgart. Dann war ich noch in einem anderen Staat. In South Dakota. Das spricht man ,Saus Dakota‘. Das ist nur ein bisschen kleiner. Also auch riesengroß. Ungefähr halb so groß wie Deutschland. Aber dort leben auch nur ein paar Einwohner mehr als in Stuttgart. Das ist auch so ein leeres Land.“

„Das muss ja toll sein“, habe ich überlegt. „Und was für Tiere laufen da rum, wenn es da so viel Platz gibt? Hunde und Katzen?“

„Nein, nein, Paula. Die gibt es dort auch nur in den Städten und Dörfern, in denen die Menschen leben. Aber draußen im Freien gibt es Rinder. Die züchten die Menschen. Und was besonders spannend ist: Da gibt es wieder viele Bisons.“

„Was sind denn das für Viecher?“, wollte ich wissen. „Beißen die?“

„Aber nein, keine Angst. Bisons kann man auch Büffel nennen. Die sind zwar sehr groß. Aber sie ernähren sich beinahe nur von Gras“, hat mir der Andreas erklärt.

„Das sind ja liebe Tiere. Die sind ja beinahe wie ich. Dort würde es mir auch gefallen“, habe ich mich gefreut.

Aber der Andreas hat mich gewarnt: „Weißt du, Paula, das ist ein großes, wildes Land. Da gibt es natürlich auch gefährliche Tiere. Bären zum Beispiel. Oder auch Wildkatzen, die sehr schnell laufen können. Und auch Kojoten. Das sind wilde Hunde, die aussehen wie kleine Wölfe. Die habe ich nachts heulen hören. Das war ganz schön unheimlich.“

Das habe ich ihm gleich geglaubt. Und ich war froh, dass ich zu Hause geblieben bin. „Hast du denn keine lustigen Vögel gesehen?“, wollte ich wissen.

„Naja, lustig . . . Ich weiß nicht so recht. Aber interessant waren die Truthahngeier, die wir beobachten haben. Aber die hätten dir auch nicht gefallen. Die essen tote Tiere.“

„Da hast du recht, das hätte mir nicht so gut gefallen. Da finde ich die Bisons viel besser“, habe ich geschnattert. „Bestimmt haben die viele Freunde.“

„Tja, das war nicht immer so“, hat der Andreas geantwortet. „Früher gab es Millionen Bisons dort in der Gegend. Viel mehr als Menschen. Die Ureinwohner, also die Indianer, haben immer nur so viele gejagt, wie sie zum Überleben gebraucht haben. Aber dann kamen die Weißen. Die haben die beinahe komplett ausgerottet. Die brauchten das Fleisch für die Arbeiter, die die Eisenbahnlinie gebaut haben. Und sogar in Europa haben sie aus dem Fell und Leder der Bisons Stiefel gemacht. Außerdem haben sie die Büffel gejagt, um den Indianern zu schaden. Zum Glück haben dann ein paar schlaue Leute die Bisons in Schutz genommen. Und heute gibt es wieder ein paar Tausend dort. Die sitzen dann oft auf den Weiden und kauen gemütlich Gras. Man darf sie aber nicht reizen. Die können nämlich ganz schön sauer werden. Und sie können ziemlich schnell rennen, obwohl sie so viel wiegen wie ein kleines Auto. Bis zu 50 Stundenkilometer können die schnell werden. So schnell dürfen die Autos in der Stadt fahren.“

Als mir der Andreas den süßen Büffel gezeigt hat, den sein Sohn aus Amerika mitgebracht hat, konnte ich mir das gar nicht vorstellen. Aber gut: Ich bin ja auch eine ganz liebe Zeitungsente. Aber wenn mich der Andreas mal ärgert, kann ich auch richtig sauer werden. Nur kann ich dann nicht so schnell rennen. Vielleicht muss ich einfach noch ein bisschen trainieren. Oder mal ein bisschen Gras essen. Eure Paula

Paulas Nachrichten

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten