Paulas Nachrichten

Paula mag den süßen Kerl am liebsten

07.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Muss der Nikolaus überallhin?

Hallo, liebe Kinder,

gestern war ja ein ganz besonderer Tag. Der Nikolaus-Tag. Manchmal denke ich gar nicht dran. Aber dann erinnert mich der Andreas daran. Man sollte ja immer einen Schuh vor die Tür stellen. Dann sind am nächsten Tag Geschenke drin. Der Nikolaus war nämlich vor langer, langer Zeit ein lieber Chefpfarrer in Myra. Das ist eine Stadt in der heutigen Türkei. Er hat sich um arme Familien gekümmert. Und deshalb feiert man heute noch seinen Namenstag. Da steckt er anscheinend Geschenke in die Schuhe von lieben Kindern und Zeitungsenten. Ich habe ihn noch nie gesehen. Aber ich finde ihn richtig gut.

Ich hatte da schon einmal Probleme damit. Denn wir Enten haben keine Schuhe. Da habe ich schon gedacht: „Oh, ich bekomme nichts geschenkt.“

Aber der Andreas leiht mir jetzt immer einen alten Schuh von sich aus. Der wird auch nicht mehr dreckig übers Jahr. Denn er zieht ihn gar nicht mehr an. Das ist gut. Denn die Schuhe müssen sauber sein. Sonst denkt der Nikolaus noch: „Das ist ja kein braves Kind oder kein braves Zeitungsentenkind. Dem schenke ich mal lieber nichts.“

Trotzdem war das sehr spannend. Ich schlafe dann immer gar nicht so lange. Weil ich aufgeregt bin. Also bin ich gleich morgens zum Andreas gewatschelt. Es war beinahe noch ganz dunkel. Ich habe geklingelt. Es hat eine Weile gedauert. Dann hat er aufgemacht. Er hatte noch ganz kleine Augen. Ich habe zu ihm gesagt: „Oh! Bist du es überhaupt? Du siehst ganz anders aus!“

„Äh“, hat der Andreas gesagt. Und das „Äh“ ist in ein „Gäääähn“ übergegangen. Dann hat er sich geschüttelt wie ein Hund und gemeint: „Brrrrr! Also, was machst du denn schon hier, Paula? Bist du aus dem Bett, äh, aus dem Nest gefallen?“

„Waaaaaas? Bin ich denn verbeult, oder was?“, habe ich geschnattert.

Jetzt war der Andreas wacher. Er hat gemeint: „Nein, nein. Manchmal steht man früher als normal auf. Dann sagt man das so. Aber du bist sicher wegen Nikolaus hier! Na, dann gucken wir mal!“

Tatsächlich waren Geschenke in den Schuhen! Bei mir ein Schoko-Nikolaus! Die süßen Kerle habe ich am liebsten!

„Hm, lecker“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat gelacht und gemeint: „He, du wirst doch nicht den Nikolaus aufessen wollen? Dann kann er ja gar keine Geschenke mehr bringen.“

Ich habe mein Entenköpflein geschüttelt und gemeint: „Quatsch! Das ist doch nett von ihm, dass er Schoko-Figuren von sich verschenkt! Der wird schon weiterarbeiten. Er muss ja in alle Länder!“

„Stimmt“, hat der Andreas gesagt. „Außer nach Griechenland zum Beispiel. Da verschenkt er nichts.“

„Waaaaas?“, habe ich wieder geschnattert. „Waren die alle nicht brav oder kennen die den da gar nicht?“

„Doch“, hat der Andreas geantwortet, „die waren genauso brav wie wir hier. Und die kennen den Nikolaus auch. Und wie! Dort bringt er aber nicht die Geschenke. Denn er ist der Schutzpatron der Schiffe und Seeleute. In Griechenland gibt es viele Inseln und viel Meer. Da hat jeder etwas mit der Seefahrt zu tun. Da gibt es auch viele kleine Kirchen. Die sind ihm geweiht. Die stehen oft am Hafen. Die heißen dann Agios Nikolaos.“

„Ach“, habe ich überlegt, „und was heißt ,Agios? ,Ich bin der Keine-Geschenke-Bringer-Nikolaus‘?“

„So ein Quatsch“, hat der Andreas gesagt und gelacht, weil er wusste: Ich wollte nur einen Spaß machen. Er hat weiter erklärt: „,Agios heißt heilig. Und Nikolaus ist eh ein griechischer Namen. Das kommt von griechisch ,niko‘. Das heißt Sieg. Und ,laos‘ steht für Volk. Also heißt sein Name Sieg des Volkes. Das ist ein uralter Name.“

„Na schön“, habe ich gemeint. „Dann soll er dort halt gut auf ihre Schiffe und so aufpassen – wenn sie von ihm schon keine Geschenke bekommen. Die Armen!“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint. „So arm sind die gar nicht. Die feiern an manchen Orten den Nikolaus an seinem Namenstag schon mit Tanz und Musik Und sie haben ja noch den heiligen Vassilios. Sein Namenstag ist am 1. Januar. Und er war auch ein sehr lieber Chefpfarrer. Deshalb bringt er an seinem Namenstag Geschenke.“

„Na“, habe ich lachend gemeint, „ein Schoko-Vassilios ist bestimmt auch lecker.“ Eure Paula

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