Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Paula mag den kleinen Bären

13.03.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum erzählt man Kindern Gute-Nacht-Geschichten?

Hallo, liebe Kinder,

vor ein paar Tagen habe ich einen Brief bekommen. Das freut mich immer besonders. Das wisst ihr ja.

Der Brief kam diesmal aber nicht von einem Kind. Dieser Brief kam von einer Großmutter. Die Elke Maisch aus Nürtingen hat mir geschrieben. Sie hat mir berichtet: Ihre kleine Enkeltochter Anna wollte zum Einschlafen eine erfundene Gute-Nacht-Geschichte von ihr hören. Deshalb hat sie sich die Geschichte vom kleinen Bären ausgedacht. Die Geschichte muss schön gewesen sein. Denn die kleine Anna wollte diese Geschichte immer wieder hören.

Deshalb hat die Elke Maisch die Geschichte aufgeschrieben und Bilder dazu gemalt. Da gibt es zum Beispiel ein Bild von dem Bären mit einer lustigen Schnecke und einer schönen Blumenwiese. Aus dem allen hat sie dann ein Buch gemacht. Und das hat sie der Anna geschenkt. Das hat nicht nur der Anna gefallen. Auch der Rest der Familie und ihre Freunde mögen das Buch, hat die Elke mir berichtet.

Das fand ich richtig schön. Die Oma hat sich für ihre Enkelin etwas einfallen lassen und hat alles selbst gemacht für sie. Den kleinen Bären und seine Freunde finde ich süß – und die Geschichte gefällt mir.

Deshalb wollte ich euch, liebe Kinder, auf meiner Seite davon berichten. So etwas bespreche ich ja immer mit meinem Freund, dem Reporter Andreas. Der hat gemeint: „Na gut, Paula! Das können wir machen! Aber schlaf bloß nicht gleich ein beim Lesen und Angucken – sonst kannst du nicht mehr arbeiten!“

Das fand ich frech. Deshalb habe ich gleich mal losgschnattert: „Was? Einschlafen beim Arbeiten? Warum sollte ich denn das tun? Ich bin doch eine fleißige Zeitungsente!“

„Ja, ja, Paula“, hat mich der Andreas ein bisschen beruhigt. „Ich wollte dich nur ein bisschen veräppeln. Schließlich sind solche Gute-Nacht-Geschichten ja zum Einschlafen da!“

„Ach so“, habe ich jetzt gesagt – und nicht mehr geschnattert. „Stimmt. Hm ... Aber warum ist denn das eigentlich so? Warum erzählt man uns, äh, den Kindern, denn Geschichten zum Einschlafen?“

„Das ist natürlich eine gute Frage, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Also bei mir hat das immer gut funktioniert. Und bei meinem Kind auch. Dem habe ich auch immer Geschichten erzählt.“

„Echt?“, habe ich ganz neugierig gefragt. „Und was waren das für Geschichten? Kamen da auch Tiere vor? Also du kennst ja ein paar Tiere . . .“

Der Andreas musste lächeln. „Ja, klar, da kam zum Beispiel ab und zu der freche Bär Willy vor“, hat er gesagt.

Ich habe jetzt nicht gleich gelacht. Der Andreas hat das gemerkt und gemeint: „Du, vielleicht hätte ich ihm auch Geschichten von der Zeitungsente Paula Print erzählt oder vorgelesen. Aber der ist schon älter. Damals gab es dich noch gar nicht.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „und er hat mit dem Bär Willy gut schlafen können?“

„Ja“, hat der Andreas gemeint. „Wenn man den Kindern jeden Abend eine Geschichte erzählt oder vorliest, schlafen sie besser ein. Das ist eben immer schön. Man kuschelt zusammen. Nimmt sich Zeit füreinander. Ist sich nahe. Das kann ein richtiges Ritual werden. Das ist ein altes Römerwort. Bei einem Ritual macht man immer alles gleich. Und alles hat eine feste Bedeutung. Dadurch fühlt man sich sicher und beschützt. Das alles ist sehr schön. Und mit diesem schönen Gefühl entspannt man sich, findet Ruhe – und dann schläft man schnell ein.“

„Hm“, habe ich überlegt, „das ist echt schön. Schade, dass so eine Gute-Nacht-Geschichte nur was für Kinder ist.“

„Nein, nein“, hat der Andreas gemeint. „Ich kann dir auch mal eine erzählen. Denn ich habe auch mein abendliches Geschichtenritual: Ich lese jeden Abend in einem Buch. Das schaltet mich richtig ab – ganz so, wie man das Licht mit einem Schalter abschaltet. Klllack!“

Jetzt freue ich mich schon aufs Schlafengehen, liebe Kinder! Eure Paula

Mehr Infos zur Geschichte vom kleinen Bären unter E-Mail elkemaisch@web.de

Paulas Nachrichten