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Paula mag das Aufzug-Eis überhaupt nicht

26.06.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wie entstehen Hagel und Gewitter?

Hallo, liebe Kinder,

am Mittwochabend wollte ich mit dem Andreas Fußball gucken. Davor wollten wir mit Freunden grillen. Das finde ich immer richtig toll. Ich esse zwar kein Fleisch. Aber es gibt dann immer ganz leckeren Salat dazu. Tja, und zum Nachtisch gibt es oft auch leckere Sachen.

Vorfreude ist ja die schönste Freude. Also habe ich den Andreas gefragt: „Duuuu, was gibt es denn zum Nachtisch? Gibt es vielleicht ein schönes Eis oder so?“

Der Andreas hat kurz überlegt. Dann hat er gemeint: „Eis gibt es bestimmt. Aber ob du das magst . . . Es wird dir vielleicht auch zu viel sein.“

Das habe ich gar nicht verstanden. Deshalb habe ich geguckt wie ein großes Auto. Ihr wisst schon, liebe Kinder, wie ein Lastwagen. Und ich habe natürlich losgeschnattert: „Was? Eis, das ich nicht mag? So ein Quatsch! Und zu viel Eis? Das ist ja noch viel größerer Quatsch! Das gibt es doch gar nicht!“

Jetzt musste der Andreas lächeln. Er hat gesagt: „Hoffentlich hast du recht.“

Dann ist es draußen aber bald richtig dunkel geworden. Die Wolken hatten auch eine ganz komische Farbe zwischen Gelb und Schwarz. Das sah nicht gut aus. Ich bin direkt ein bisschen nervös geworden. Es hat bald angefangen zu regnen. Und der Regen ist immer stärker geworden. Bald hat es richtig getrommelt und gepocht, ja, geklopft und geschlagen.

Der Andreas hat zu mir gesagt: „So, Paula, jetzt hast du dein Eis!“

Natürlich habe ich gleich zurückgeschnattert: „Was? Es regnet Eis?“

Dann bin ich ganz vorsichtig zur Terrassentür gewatschelt. Und ich habe sie noch vorsichtiger einen kleinen Spalt aufgemacht und mit meinen schönen runden Entenäuglein rausgeguckt. Da lagen echt richtige Eisbälle vor unserer Terrassentür. Obwohl wir da ein Vordach haben. Auf das Vordach haben die Eiskugeln richtig eingeschlagen. Sie prasselten auf die Terrasse und in den Garten. Und viele von ihnen rollten bis zu unserer Tür.

Ich habe die Terrassentür zugeschlagen und so laut ich konnte geschnattert: „So blöde Eiskugeln mag ich überhaupt nicht! Die machen ja alles kaputt. Und essen kann man sie auch nicht!“

„Ja, da hast du recht, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Hagel ist echt eine blöde Sache. Ich hatte das schon in der Wettervorhersage gelesen. Deshalb habe ich den Witz mit dem Eis gemacht.“

„Toller Witz“, habe ich geschnattert, „das Eis kannst du selber essen! Das ist doch sowieso total seltsam. Heute war es doch wieder richtig heiß. Wieso gibt es denn dann am Himmel so viel Eis, dass das auf uns runterfallen muss? Bei der Wärme muss das doch schmelzen. Das nervt nur!“

„Gute Frage, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Aber das kann ich dir erklären. Für so einen bösen Hagelsturm braucht man richtig große Gewitterwolken. Und die gibt es vor allem im Sommer. Für die muss es nämlich feuchte, warme Luft geben. Die steigt nach oben. Dabei kühlt sie sich ab. Denn weit, weit oben ist es immer kalt. Ob es Winter oder Sommer ist. Dadurch entsteht Wasserdampf. Das ist wie im Badezimmer beim heißen Duschen, Paula.“

„Oh“, habe ich gemeint, „aber im Bad hagelt es nicht, gell?“

Der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Keine Bange, Paula! Ich habe ja gesagt: Das passiert alles sehr weit oben. So hoch ist unser Badezimmer natürlich nicht. Die Wolken türmen sich nämlich immer mehr auf und wachsen weit hinein in die kalte Höhe, bis ein paar Kilometer hoch. Das fängt erst so in fünf, sechs Kilometern an. Das ist sehr hoch. Der höchste Berg in Europa ist nicht einmal ganz fünf Kilometer hoch. Dort oben bilden sich dann aus der Feuchtigkeit in der Kälte Eiskristalle.“

„Ach“, habe ich geschnattert, „und die blöden Kristalle fallen uns dann auf den Kopf!“

„Langsam, langsam“, hat der Andreas gesagt, „zuerst müssen die Kristalle noch eine Weile Aufzug fahren. Rauf und runter!“

„Was?“, habe ich dazwischengeschnattert, „die haben da einen Aufzug? Na, denen würde ich gleich den Strom abstellen!“

„Nein, nein“, hat der Andreas gemeint, „das habe ich doch nur so gesagt. So kann man sich das vielleicht besser vorstellen. Da gibt es natürlich keinen Fahrstuhl. Aber es gibt Winde, die nach oben wehen. Und die nehmen die Eiskristalle mit nach weiter oben. Und wenn sie zu schwer sind, fallen sie wieder eine Weile runter. Dann nehmen sie noch mehr Wasser auf. Und wenn der Wind sie wieder hochweht, friert das alles wieder zusammen. So werden die immer größer. Irgendwann sind sie sehr schwer. Dann nimmt der Wind sie nicht mehr mit hoch und sie fallen runter. Sie sind dann ja groß und schwer. So fallen sie sehr schnell runter. Und deshalb können sie unterwegs in der wärmeren Luft nicht mehr schmelzen. Dann hagelt es bei uns!“

„Oh“, habe ich gemeint, „ich finde das Aufzug-Eis echt dämlich. Ich hätte lieber Schokoladeneis. Da kriegt man höchstens mal ein bisschen Bauchweh davon. Aber auch nur, wenn man viel zu viel isst. Aber kaputt machen tut es zum Glück nichts.“ Eure Paula

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