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Paula lüftet ein altes Geheimnis

27.09.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paula lüftet ein altes Geheimnis

Hallo liebe Kinder,

ich bin ja ein fürchterlich neugieriges Tier! Das wisst ihr ja! Aber mein Andreas sagt immer: „Das muss so sein, als Zeitungsente!“

Aber in der letzten Woche war ich so neugierig, dass ich gar nicht mehr richtig schlafen konnte. Ein Freund vom Andreas repariert alte Bücher. Und bei einem Besuch hat der mir von einem Buch mit einem Geheimnis erzählt. Er hatte mir versprochen, dass er mir ein anderes Mal davon erzählen wird.

Also konnte ich es kaum erwarten. „Mensch, Paula“, hat der Andreas gesagt, „du siehst richtig müde aus. Dann lass uns mal zum Buchbinder gehen, bevor du vor lauter Neugier gar nicht mehr schlafen kannst.“

Der Freund vom Andreas hat gelacht, als wir angekommen sind.

„Na komm, Paula, ich erzähle dir die Geschichte“, hat er gesagt. „Es ist ja schön, wenn du dich so für Bücher interessierst.“

Dann hat er mir das Buch gezeigt. Wieder so eines mit Texten von einem Pfarrer drin. Und er hat erzählt: „Vor einem Jahr ist ein Mann zu mir gekommen. Er hat jemanden gesucht, der ihm dieses alte Buch abkauft. Ich habe reingeschaut. Hinten drin stand der Name Boffenmeyer. Hm, den Namen kannte ich. So hießen auch Vorfahren von mir. Vor vielen, vielen Jahren. Ich habe ihm das Buch abgekauft.“

Vorne waren zwei Seiten zusammengeklebt. Das hat er als Experte schnell festgestellt. „Das haben die früher immer so gemacht, wenn das Buch vom Vater an den Sohn vererbt wurde. Dann haben sie die ersten Seiten mit Mehl zusammengeklebt und den Namen vom neuen Besitzer reingeschrieben.“

„Mit Mehl?“, habe ich gefragt. „Ich denke, mit Mehl bäckt man Brot und Kuchen?“

„Ja, das stimmt schon“, hat der Buchbinder gesagt, „aber die Leute haben sich früher immer irgendwie zu helfen gewusst. Kleber hat es ja noch keinen gegeben.“

„Ich habe die Seiten dann angefeuchtet“, hat er berichtet, „damit ich sie wieder auseinanderbekommen habe. Und weißt du, was ich darunter entdeckt habe, Paula?“

Ich habe ihn nur groß angeschaut. Ich war ganz aufgeregt. Ich habe gemerkt, dass jetzt gleich das Geheimnis gelüftet wird. Er hat weitererzählt: „Da kamen die Namen Friedrich Boffenmeyer und Maria Magdalena Boffenmeyerin zum Vorschein. Das waren meine Urururgroßeltern! Die wurden vor über 200 Jahren geboren. Sie haben in Ohmden auf der Schwäbischen Alb gelebt.“

„Woher konnte der Mann das wissen, der dir das Buch verkauft hat?“, wollte ich wissen.

„Das wusste der gar nicht, das war einfach nur Glück, nur Zufall“, hat er geantwortet.

So ist das Buch einfach zufällig wieder in seine Familie zurückgekommen. Das ist doch toll, Kinder! Und es zeigt, dass man sich über Langeweile nie zu arg aufregen sollte: Man weiß ja nie, welch tolle Überraschung bald rein zufällig passieren wird! Und ich habe mir überlegt: Wir sollten auf unsere Bücher immer gut aufpassen. Vielleicht will ja in ein paar hundert Jahren auch jemand ein Geheimnis von ihnen lüften! Eure Paula

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