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Paulas Nachrichten

Paula liebt ihr Buddelschiff

18.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

endlich sind die Ferien wieder vorbei! Oje, hoffentlich bekomme ich jetzt keinen Ärger mit euch. Ich weiß: Für die Schulkinder sind die Ferien natürlich das Größte. Und auch für die Menschen, die arbeiten müssen. Die freuen sich dann auf ihren Urlaub. Aber ich erzähle euch halt zu gerne Geschichten!

Ich habe ja jetzt auch Urlaub gehabt. Über drei Wochen! Ich habe immer Urlaub, wenn der Andreas auch Urlaub hat. Leider war das Wetter nicht so toll. Man konnte gar nicht so richtig ins Freibad. Das hat mich sehr geärgert. Der Andreas hat zu mir mal gesagt: „Mensch, Paula! Rege dich nicht auf. Für die Herbstferien ist das Wetter doch echt toll!“ Zuerst habe ich gedacht, er spinnt. Aber das sollte natürlich ein Witz sein. Dabei hatte er gar nicht so unrecht. Wir hatten ja echt Herbstwetter mitten im schönsten Sommer.

Normalerweise bekomme ich immer eine tolle Aufheiterung in den Ferien. Irgendwann kommt nämlich der Andreas vom Urlaub zurück. Und dann bringt er mir was mit. Eigentlich immer. Aber dieses Jahr war er ja schon an Pfingsten in Amerika. Ich bin in den Ferien mal bei ihm vorbeigewatschelt und habe zu ihm gesagt: „Duuuuu, gehst du jetzt gar nicht mehr in den Urlaub?“

Er hat geantwortet: „Nein. Wir besuchen nur kurz Freunde in Hamburg. Wieso fragst du? Willst du mich loswerden? Oder denkst du an ein Mitbringsel? Keine Angst: Ich bringe dir auch aus Hamburg was mit.“

Ich bin ganz rot geworden. Der Andreas hat mich total durchschaut. Er hat das gemerkt. Na ja, er kennt mich halt.

Sein Versprechen hat er aber tatsächlich wahr gemacht. Ich war schon ganz neugierig, als er zurückkam. Er hat mich freudig begrüßt. Dann hat er ganz wichtig getan: „Tätärätätä! Ich habe der Paula ein Schiff mitgebracht! Es ist die ,Rickmer Rickmers‘. Ein Segelschiff mit drei Masten. Normalerweise liegt es im Hafen von Hamburg.“

„Ein Schiff? Wie hast du denn das gemacht? Hast du das auf einem Anhänger transportiert?“, habe ich ganz aufgeregt geschnattert.

„Nein, Paula“, hat er gesagt. „Dafür brauche ich keinen Anhänger. Ich habe das Schiff verzaubert. Jetzt passt es in eine winzige Flasche.“

Ich habe ihn ganz kritisch angeschaut. Zaubern kann er ja nicht. Aber er hat wirklich eine kleine Flasche rausgeholt und in der war ein winziges Schiffchen mit Segel und Flaggen und allem Drum und Dran. Das war wunderschön. Ich habe den Andreas gleich gefragt: „Wie kommt denn das Schiff in die Flasche? Zaubern kannst du doch wirklich nicht!“

Der Andreas hat gelacht: „Na ja, tatsächlich ist das ja nur ein Schiffsmodell. Aber so leicht kommt das auch nicht in die Flasche. Das Modell wird außerhalb der Flasche gebaut. Die Masten müssen klappbar sein. Dann kommt der Rumpf in die Flasche. Und mit besonderem Werkzeug werden die Masten dann in der Flasche wieder aufgestellt.“

„Das ist ja toll“, habe ich gemeint. „Die Methode muss ein besonders schlauer Hamburger entwickelt haben!“

„Wahrscheinlich nicht“, hat der Andreas geantwortet. „Vor ein paar Hundert Jahren hat man im Allgäu und im Erzgebirge schon kleines Spielzeug in Flaschen verstaut. Wahrscheinlich wurde dann mal so ein Bergler Seemann. Dann hat er das Handwerk seinen neuen Kumpels gezeigt. Manchmal waren die lange unterwegs. Bis nach China. Und wenn die See ruhig war, gab’s für sie nicht viel zu tun am Schiff. Dann haben sie angefangen, Buddelschiffe zu bauen.“

„Buddelschiffe? Haben sie die dann verbuddelt oder was?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat auch das erklärt: „ Buddel heißt in Norddeutschland einfach Flasche. Also heißt Buddelschiff einfach Flaschenschiff.“ Mit der Erklärung war ich zufrieden. Ich habe mein Buddelschiff ganz glücklich angeschaut. Aber ein paar Fragen hatte ich schon noch: „Warum heißt denn mein Buddelschiff so komisch?“

„Ganz einfach“, hat der Andreas erklärt. „Die richtige ,Rickmer Rickmers‘ wurde vor über 100 Jahren gebaut. Sie trägt den Namen des Enkels des Reeders, dem sie gehörte. Der Reeder ist der Besitzer des Schiffs. Er transportiert mit den Schiffen Sachen von einem Hafen zum anderen. Dafür bekommt er Geld. Aber jetzt liegt die ,Rickmer Rickmers‘ nur noch als Museumsschiff da. Heute gibt es viel größere und schnellere Schiffe. Die laden nur noch Container auf. Die können mit einem Kran dann einfach auf einen Lastwagen oder einen Zug gestellt werden. Das geht viel schneller und ist viel praktischer.“

Das hat sich spannend angehört. „Und solche Schiffe sieht man dann auch auf dem Meer bei Hamburg?“, habe ich gefragt.

Der Andreas hat geantwortet: „Deine Frage ist nicht ganz richtig, Paula. Solche Schiffe sieht man natürlich in Hamburg. Denn der riesige Hafen liegt mitten in der Stadt. Aber Hamburg liegt nicht am Meer. Es liegt an dem Fluss Elbe. Und die Schiffe fahren die hundert Kilometer vom Meer über die Elbe nach Hamburg.“

Das hat sich zwar sehr spannend angehört. Aber so schön wie meine „Rickmer Rickmers“ kann ein Containerschiff gar nicht sein! Oder was meint ihr, liebe Kinder? Eure Paula

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