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Paula lässt die Ente auf dem Mond landen

25.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

Mond, Mond, Mond. Bla, bla, bla. Alle haben die ganze Woche nur vom Mond geredet. Ich habe nachts immer nach oben geschaut. Naja, er sieht ja ganz hübsch aus. Aber was Neues ist das ja nicht. Also bin ich mal zum Andreas gewatschelt.

Ich habe geklingelt. Aber es hat ewig keiner aufgemacht. Dann hat sich der Herr doch an die Tür bemüht. „Komm’ schnell rein, Paula. Ich bin gerade auf dem Mond gelandet. Ich habe eine Mission zu erfüllen!“ Dann hat er sich umgedreht und ist wieder die Treppen raufgerannt. Oje, habe ich mir gedacht. Der spinnt auch. Noch mal so ein Mondsüchtiger.

Ich bin ihm hinterher. Er ging ins Arbeitszimmer. Da war alles ganz dunkel, obwohl draußen die Sonne geschienen hat. Da hat es gerattert und gezischt. Und manchmal ist ein orangenes Licht aufgeleuchtet. Ich habe mich gar nicht reingetraut. Immer wieder hat der Andreas gelabert. Ganz seltsames Zeug. Ich hatte echt Angst um ihn. Ich habe kein Wort verstanden. Das hat sich immer so angehört: „Mischen kompliet, Justen!“ Vielleicht hat er auch „husten“ gesagt, das konnte ich nicht richtig hören. Und dann kam immer wieder der gebrabbelte Satz: „Die Igel häs ländid!“

Mischen? Vielleicht spielt er ja mit jemand Karten, dachte ich mir. Aber das konnte doch nicht sein. Ich dachte ja, er ist allein. Und was soll das dann mit dem „Igel“? Mit einem Igel kann man ja eigentlich nicht Karten spielen. Oder doch? Und was war mit diesem „Justen“ oder „Husten“? Na gut, Husten: Vielleicht hat er ja Husten. Aber ich habe ihn nicht husten hören.

Also habe ich meinen ganzen Entenmut und meine Journalistenneugier zusammengekratzt und bin reingestürmt. Hä? Der Andreas ist auf dem Boden gekniet und hat mit einer Rakete aus Blech gespielt. Die hat für das Licht und den Krach gesorgt. Manchmal ist aus einer Klappe ein Männlein rausgekommen. Das hatte eine Kamera in der Hand. Als würde es filmen wollen. Dann ist es wieder verschwunden. Und dann kam der Andreas wieder mit seinem komischen Satz. Mit Mischen. Mit Igel. Mit Husten. Dann fuhr die Rakete ein bisschen vor und zurück. Er hatte sie auf so ein Spielfeld gestellt, das er seinem Sohn geklaut hat. Der spielt da immer mit seinen Spielzeug-Raumschiffen darauf.

„Was ist denn hier los? Was willst du mischen? Wo ist der Igel? Und wenn du husten musst, solltest du Hustensaft nehmen!“

Der Andreas hat mich mit riesigen Augen angeguckt. Ganz so, als wäre ich ein Auto. Oder eine Mondrakete. Dann hat er voll losgelacht. Er ist beinahe geplatzt.

„Aber Paula! Ich will doch nichts mischen. Und hier gibt’s keinen Igel und auch keinen Husten!“, hat er losgeprustet. „Ich erkläre dir das! Also: Was wie ,Mischen‘ klingt, ist das englische Wort für Mission. Und was wie „Mischen kompliet“ klingt, heißt ,Mission complete‘ – und das bedeutet ,Auftrag erfüllt‘. Was sich wie ,Igel‘ anhört ist das englische Wort ,Eagle‘ – und das bedeutet ,Adler‘. So nannten die Amerikaner die Landefähre, mit der sie auf dem Mond landen wollten. Das war sozusagen die Spitze ihrer Rakete. Was wie ,Die Igel häs ländid‘ klingt, heißt ,The Eagle has landed‘. Und das heißt aus dem Englischen übersetzt: ,Der Adler ist gelandet.‘ Das haben die ersten Menschen, die auf dem Mond gelandet waren, zur Erde gefunkt. Das ist in dieser Woche vor 40 Jahren gewesen. Das kam doch in allen Zeitungen und im Fernsehen, Paula. Hast du das nicht mitbekommen?“

„Natürlich habe ich das mitbekommen“, habe ich mich empört. „Aber ich habe nicht gedacht, dass du auch so daran hängst. Du musst doch damals noch ein Kind gewesen sein und kannst dich doch bestimmt nicht daran erinnern!“

Der Andreas hat gemeint: „Klar war ich damals noch ein Kind. Ich war noch nicht einmal ganz drei Jahre alt, als der Adler landete. Aber stell’ dir vor: Ich kann mich ganz vage daran erinnern. Es war ein sehr warmer Tag. Und ich bin in die Küche gekommen. Meine Mutter hat das Mittagessen gekocht. Sie muss dabei Radio gehört haben, denn ich habe eine undeutliche Stimme gehört. Die sprach in einer Sprache, die ich nicht verstand. Meine Mutter hat mir gesagt, dass das ein Mann auf dem Mond ist, der da spricht. Ich habe zum Fenster rausgeguckt in den blauen, unendlichen Himmel und habe keinen Mond gesehen. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Wo sollte der Mann denn sein? Das hat mir Angst gemacht. Nur deshalb kann ich mich daran erinnern. An andere Sachen aus dem Alter kann ich mich nicht erinnern. Übrigens habe ich mich als Kind lange vor der ratternden Rakete gefürchtet. Die hat mir meine Tante kurz nach der ersten Mondlandung zum Geburtstag geschenkt.“

Ich habe dann verstanden, warum der Andreas noch mit der Rakete spielt. Aber draußen hat so schön die Sonne geschienen. Ich habe den Andreas gefragt, ob wir draußen mit seiner Rakete spielen. Und das haben wir dann auch gemacht. Ich habe dann aber immer gerufen: „Die Ente ist gelandet!“ Eure Paula

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