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Paula kennt sich aus mit den Zinsen

11.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Donnerstag wollte ich den Andreas in der Redaktion besuchen. Er kam mir aber auf dem Parkplatz schon entgegen. „Wo gehst du denn hin?“, wollte ich von ihm wissen. Und er berichtete mir: „Ich gehe zur Kinder-Hochschule!“

Der Andreas macht ja schon manchmal komische Sachen. Aber ich weiß, dass er schon ganz lange auf die Schule gegangen ist. Eine Hochschule war da auch dabei. Deshalb habe ich ihn gefragt: „Kinder-Hochschule? Aber du bist doch kein Kind mehr!“

„An der Kinder-Hochschule erklärt ein Professor – das ist eigentlich ein Lehrer für Erwachsene – den Kindern heute, was es mit der Krise auf sich hat. Er will den Kindern beibringen, warum sogar manche Banken kein Geld haben. Das ist sehr schwierig zu verstehen. Und wenn er das als Erwachsener den Kindern gut erklärt, verstehe ich es auch.“

Der Andreas hat mir das mit der Krise ja schon einmal am Beispiel einer Salatfirma erklärt. Ich habe mir gedacht: „Ich höre mir das auch mal an. Und dann kann ich sehen, ob mir der Andreas das richtig erklärt hat.“

Der Raum in der Hochschule war ziemlich voll. Es waren viele Kinder da. Aber auch ein paar Erwachsene. Wahrscheinlich wollten die sich das auch mal einfach erklären lassen. Ich habe von draußen zugeschaut und zugehört. Ich wollte die Kinder nicht ablenken, die waren richtig dabei.

Der Mann sah tatsächlich aus wie ein richtiger Professor. Er hatte einen Anzug an und trug eine Krawatte. Der Andreas trägt so etwas nur selten. Aber ich mag das. Der Professor hat den Kindern erst einmal berichtet, wo die Krise überhaupt herkommt. Die kommt nämlich aus den USA, aus Amerika also. Dort waren mal die Zinsen sehr niedrig. Wisst ihr, was Zinsen sind? Ich kann es euch erklären. Ganz ohne den Andreas, denn ich habe in der Kinder-Hochschule aufgepasst! Also: Wenn ihr euch Geld auf der Bank ausleiht, müsst ihr Zinsen dafür bezahlen. Ihr müsst der Bank mehr zurückgeben, als ihr euch geliehen habt. Nehmen wir mal an, die Zinsen würden zehn Prozent betragen. Dann müsstet ihr der Bank jedes Jahr zehn Euro Zinsen zahlen, wenn ihr euch 100 Euro ausgeliehen habt. Das ist praktisch die Bezahlung dafür, dass euch die Bank Geld ausleiht.

Aber in Amerika mussten die Menschen vor ein paar Jahren viel weniger als zehn Prozent Zinsen zahlen. Da wollte sich beinahe jeder ein Haus kaufen. Deshalb sind die Häuser immer teurer geworden. Denn wenn viele Menschen das Gleiche wollen, gibt es weniger davon – und dann wird das eben immer teurer. Im Winter kostet der leckere Salat auch viel mehr. Weil man nur wenig davon im Gewächshaus anbauen kann.

Das mit den Zinsen war aber auch toll für die Amerikaner., die nicht so reich waren. Die konnten sich plötzlich auch Geld für ein Haus ausleihen, obwohl sie die Zinsen eigentlich gar nicht bezahlen konnten. Die Häuser sind nämlich immer noch teurer geworden. Und da haben sich die Banken gedacht: Die sollen halt nach ein paar Jahren ihre Häuser noch teurer wieder verkaufen und die Zinsen damit bezahlen!

Das hat sich ganz gut angehört. Ist doch schön, wenn sich jeder ein eigenes Häuschen bauen kann, habe ich mir gedacht. Schließlich machen die Schwaben das ja auch sehr gerne.

Aber der Professor hat den Kindern dann klargemacht, dass das doch keine so gute Idee war von den Banken und den Menschen. Eines Tages nämlich sind die Zinsen wieder hochgegangen. Das hat was mit den Preisen fürs Öl und so zu tun gehabt. Wenn das teurer wird, werden alle Waren teuer. Man braucht nämlich Öl als Kraftstoff für die Herstellung von fast allen Dingen. Weil alles teurer wurde, mussten die Zinsen raufgesetzt werden, damit die Leute weniger kaufen wollten. Dann gehen nämlich wieder die Preise runter.

Das hat sich ganz schön kompliziert angehört. Wie auf einer Achterbahn. Rauf und runter, rauf und runter. Aber ich habe das schon verstanden: Wenn ich wenig Geld habe, kann ich mir weniger Salat kaufen. Und wenn das allen so geht, wird viel weniger Salat gekauft. Dann machen die Salatverkäufer den Salat wieder billiger – damit sie wieder mehr verkaufen.

Als aber die Zinsen wieder hochgingen, konnten viele nicht so reiche Amerikaner ihre Zinsen für das ausgeliehene Geld nicht mehr an die Banken zahlen. Wisst ihr, was dann passiert? Dann wird es richtig hart! Die Bank darf dann den Menschen die Häuser wegnehmen und sie verkaufen – damit sie ihr Geld bekommt. Plötzlich gab es also ganz viele Häuser zu kaufen. Und deshalb wurden die immer billiger. Die wurden so billig, dass die Banken gar nicht mehr das Geld dafür bekommen haben, das sie verliehen hatten.

Ich habe mir gedacht: Das war ja zum Glück in Amerika und nicht hier! Aber irgendwie ist die doofe Krise auch hier zu uns gekommen. Das hat der Professor den Kindern gesagt. Ich kann euch das auch erklären. Aber heute nicht mehr. Ich muss nämlich mal dem Andreas in den Geldbeutel schauen. Ich hoffe, der kann sein Häuschen noch bezahlen. Das gefällt mir nämlich. Den Rest von der Krise erzähle ich euch das nächste Mal. Man kann nämlich sogar was dagegen tun! Eure Paula

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