Paulas Nachrichten

Paula kennt sich aus mit dem Kompass

07.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Freitag hat mich der Andreas wieder einmal geärgert. „Na, Paula“, hat er gesagt, „das war aber ein kurzer Frühling und ein kurzer und kalter Sommer. Schade, dass schon wieder Winter ist.“

Ich habe ihn nur angeguckt und gar nichts geantwortet. Ich hatte mich so gefreut, dass es wieder etwas wärmer geworden war. Und jetzt kommt der ganze matschige Schnee wieder. Brrrr!

Der Andreas hat gemeint, ich solle mich nicht ärgern. „Irgendwann kommt die Sonne wieder“, hat er gesagt. „Du musst immer nur da rüber schauen.“ Und dabei hat er auf den Berg hinter seinem Haus gezeigt. „Ex oriente lux, liebe Paula, wie wir Lateiner sagen.“

Der mit seinen alten Römern! Die Typen mit ihrer komischen Sprache können ganz schön nerven. „Was heißt das denn wieder?“, habe ich ihn gefragt. Obwohl ich gewusst habe, dass er genau darauf nur gewartet hat. Ich konnte es mir vor lauter Neugierde einfach nicht verkneifen.

„Ganz einfach“, hat er erklärt. „,Lux‘ heißt Licht, ,oriente‘ steht für Osten. Also heißt das: Aus dem Osten kommt das Licht.“

„Ach, dann ist da hinterm Berg Osten“, habe ich festgestellt. Der Andreas hat mich gelobt: „Das hast du ganz richtig verstanden, meine liebe Paula.“

Ich wollte dann aber noch etwas von ihm wissen: „Woher weißt du das denn so genau?“

Der Andreas hat gelacht: „Meine liebe Zeitungsente, das ist doch klar: Weil dort jeden Morgen die Sonne aufgeht. Und die Sonne geht eben im Osten auf. Das weiß man eben.“

Ich habe nachgedacht. Irgendwas stimmt da doch nicht, dachte ich mir. Die Sonne geht im Osten auf. In Ordnung, das habe ich auch schon gehört. Das glaube ich ihm. Und deshalb weiß er, dass da hinterm Berg Osten ist, weil da immer die Sonne aufgeht . . .

Plötzlich ist mir eingefallen, was da nicht stimmen kann. „Woher willst du das denn wissen? Die Sonne geht doch so früh auf. Da schläfst du alter Langschläfer ja immer noch!“, habe ich ganz aufgeregt geschnattert.

Der Andreas war ganz ruhig. Ich hatte ihn ertappt. Er hat gesagt: „Wenn ich mir das richtig überlege, hast du Recht. Das muss ich zugeben. Aber ich bin mir trotzdem ganz sicher. Dass da Osten ist. Warte mal, Paula!“

Dann ist er weggelaufen und nach ein paar Minuten wiedergekommen. Er hat so ein Gerät dabei gehabt. Da war ein rotes „N“ darauf, und drei andere weiße Buchstaben: „O“, „S“ und „W“. Wenn er das Ding bewegt hat, haben sich die Buchstaben bewegt.

„Das ist ein Kompass“, hat er mir gesagt.

„Ein Kompass?“, habe ich gesagt. „Haben das Wort wieder deine alten Römer erfunden oder womöglich deine alten Griechen?“

„Nein, weder noch, Paula. Das Wort kommt aus dem Italienischen. ,Com-passo‘ bedeutet so viel wie umschreiten, also etwas umrunden, oder drum herumlaufen. Weil die Nadel sich so im Kreis rumdreht.“

„Und woher weiß der Kompass, wo Osten ist?“, wollte ich wissen.

„Ich erkläre dir das“, hat der Andreas gesagt. „Du weißt doch, dass es Körper gibt, die andere Körper anziehen. Das sind Magnete. Das heißt einfach so, weil früher solch magnetische Steine einfach aus einer Stadt namens Magnesia kamen. Die Griechen haben den Steinen diesen Namen gegeben. Siehst du, wieder meine alten Griechen! Nun hat auch unsere riesige Erde ein magnetisches Feld. Das ist eigentlich immer ziemlich gleich. Und deshalb dreht die kleine metallische Nadel vom Kompass die Buchstaben immer an die richtige Stelle.“

„Aha“, habe ich gesagt. „Wenn ich also weiß, wo die Sonne aufgeht, kann ich mir auch vorstellen, wo die anderen Richtungen sind. Dann muss ich mir nur merken, in welcher Reihenfolge die kommen“, habe ich mir überlegt.

Der Andreas hat gelacht: „Klar, Paula, du weißt doch: Nie ohne Seife waschen!“

Ich habe an meinem Gefieder geschnuppert. Aber ich habe gar nicht gerochen. Ich hatte mich ja auch schon gewaschen. Das habe ich dem Andreas auch gleich gesagt.

Da hat er noch mehr gelacht: „Paula, mit dem Spruch kann man sich nur die vier Himmelsrichtungen merken: N wie nie steht für Norden, O wie ohne für Osten, S wie Seife für Süden und W wie waschen für Westen!“

Da war ich beruhigt, dass der Andreas nicht an meiner Sauberkeit gezweifelt hat. Und ich habe mich natürlich darüber gefreut, dass ich mit dem Seifenspruch immer die Himmelsrichtungen kenne. Dann muss nur noch die Sonne scheinen! Eure Paula

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