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Paula kennt den Navi nicht

28.08.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wie findet man eigentlich den Weg zu einem Ort, an dem man noch nie war? Und wie hat man das früher gemacht?

Hallo, liebe Kinder,

mein Freund, der Reporter Andreas, wollte vor ein paar Tagen zu einem Freund fahren. Er hat mit seiner Frau ein paar Taschen in unser, äh, in sein Auto geladen. Ich bin gleich mal zu ihm hingewatschelt und habe ganz lieb geschnattert: „He, aber verfahre dich nicht! Nicht dass du nicht hinfindest! Oder noch schlimmer: Dass du nicht mehr nach Hause findest!“

Das sollte natürlich ein Spaß sein. Der Andreas macht mir auch immer solche Späße. Mit denen will man den anderen auch ein bisschen ärgern.

Er hat das verstanden und gelächelt. Dann hat er geantwortet: „Kein Sorge, Paula! Ich gehe nicht verloren! Sonst watschelst du halt los und holst mich nach Hause! Nein, keine Angst! Nur Spaß. Wenn ich nicht weiterfinde, frage ich halt das Navi!“

„Wen?“, habe ich losgeschnattert. „Navi? Wer soll das denn sein? Ich habe gedacht, du verreist mit deiner Frau! Du wirst doch nicht . . . äh . . . also . . .“

Dann hat mich der Andreas lieber ganz schnell unterbrochen. Er hat dabei nicht mehr gelächelt. Er hat jetzt sogar gelacht und gesagt: „Also, Paula, Navi ist kein Mensch – und er ist auch keine Zeitungsente. Keine Bange! Navi ist einfach die Abkürzung für Navigationsgerät. Das ist ein Gerät in meinem Auto. Da kann ich die Adresse meines Ziels eingeben. Und dann zeigt mir das Gerät auf einer Karte den Weg. Und es sagt mir auch immer, wo ich gerade hinfahren soll.“

„Ah, ja“, habe ich gemeint, „das ist ja schlau von dem Navitondings.“

Der Andreas hat geantwortet: „Noch mal zum Mitschreiben, Paula: Das ist ein Navigationsgerät. Das Wort Navigation kommt vom alten Römerwort ,navigare‘. Das bedeutet so viel wie ,ein Schiff führen‘.“

Ich habe natürlich gleich losgeschnattert: „Was? Ein Schiff führen? Bist du jetzt ein Kapitän? Da musst du aufpassen! Dann lenkt dich der Navi-Typ über die Flüsse und Seen. Und ich weiß nicht . . . äh . . . kann dein Auto schwimmen?“

Jetzt hat der Andreas ein bisschen genervt seine rechte Augenbraue nach oben gezogen. Dann hat er gesagt: „Nein, nein, ich fahre schon nicht in einen Bach – nur weil ich ein Navigationsgerät habe. Aber ,navigieren‘ kann man heute bei allen Fahr- und Flugzeugen sagen. Also auch bei Autos und Schiffen. Aber auch bei Raumschiffen oder Fliegern. Dann steuert man die einfach sicher ans Ziel. Das nennt man ,Navigieren‘.

Dazu gehören zwei Dinge. Man muss feststellen, wo man ist. Das macht das Navi mithilfe von Satelliten. Die orten das Gerät und stellen die Position auf einer Karte fest. Dann sucht das Gerät das Ziel auf der Karte. Und dann wird auf den elektronischen Karten der beste Weg dorthin gesucht. Ja, und dann startet man das Gerät und es zeigt und sagt einem den Weg! Komm’, ich zeige dir mal das Gerät in meinem Auto!“

Ich habe mir das angeguckt. Das war süß. Da war ein kleines Haus an der Stelle von Andreas seinem Haus. Da bin ich ja auch zu Hause. Da arbeite ich auch seit eineinhalb Jahren im Heimbüro. Und der Andreas hat dann die Adresse von seinem Freund am Bodensee eingegeben und das Gerät hat die Rute berechnet. Das habe ich natürlich nicht kapiert. Mit einer Rute kann man ja in den Nikolaus-Märchen ein Problem kriegen. Aber nur, wenn man nicht brav war. Der Andreas hat es mir aber gleich erklärt. Das Wort schreibt man ,R-o-u-t-e‘. Es kommt aus dem Französischen. Es bedeutet einfach ,Weg‘ oder ,Reisestrecke‘.

„Ah ja“, habe ich gesagt, „das ist natürlich praktisch. Aber . . . du fährst doch zu einem Freund. Da warst du doch schon ein paar Mal ... Hast du den Weg jetzt wieder vergessen? Naja, du bist ja schon älter ...“

„Warte nur, du freche Ente“, hat der Andreas gemeint, „ich zwicke dich auch mal, auch ohne Schnabel. Dann siehst du mal, wie alt ich bin. Ich kenne den Weg natürlich. Aber das Navi weiß auch, wo Staus sind und so und warnt einen.“

„Na gut“, habe ich lächelnd gesagt. „Das ist ja ein tolles Gerät. Aber so Computerzeugs gab es doch früher gar nicht, also wo du jung, äh, wo du noch jünger warst. Wie habt ihr denn da einen unbekannten Weg gefunden?“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Gut gesprochen, Ente! Also, da gab es einen Straßenatlas. Das ist ein Buch mit lauter Straßenkarten drin.“

Der Andreas hat ein altes zerfleddertes Buch geholt. Da waren echt viele Karten drin. Er hat gesagt: „Der ist nach einem griechischen Märchenriesen benannt. Der hat im Märchen das Himmelsgewölbe gehalten. Mit solchen Kartenbüchern hat man schon auch den Weg gefunden.“

„Ja“, habe ich lachend gemeint, „aber der Atlas hat nicht wie der Navi gesprochen. Der hat nur gezeigt!“ Eure Paula

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