Paulas Nachrichten

Paula kauft sogar ohne Geld Salat ein

13.04.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal durch die Stadt gewatschelt. Es war Markt. Das finde ich immer richtig schön. Da sind viele Menschen unterwegs. Viele kennen mich und sprechen mich an. Das gefällt mir. Aber natürlich gibt es auf dem Markt auch viele tolle Sachen zu kaufen. Zum Beispiel frischen Salat. Mhhhhhhh, lecker!

Auch diesmal hat mich so ein wundervoller Salatkopf angelacht. Ich wollte ihn mir gleich kaufen.

„Ich hätte gerne so einen schönen saftigen Salat“, habe ich zur Verkäuferin gesagt. „Gerne“, hat die geantwortet.

Ich wollte ihn bezahlen. Aber, ach, ich habe gar kein Geld dabeigehabt. „Oh, tut mir leid“, habe ich gemeint, „ich habe meinen Geldbeutel vergessen! Dann kann ich doch nichts kaufen.“

Bestimmt habe ich mit meinen großen runden Entenäuglein ganz arg traurig geguckt. Denn die Verkäuferin hat lieb gelächelt und mir den Salat trotzdem gegeben. Dann hat sie gesagt: „Das ist kein Problem, Paula! Du kannst den Salat mitnehmen. Auch ohne Geld. Du hast Kredit! Guten Appetit!“

Das fand ich ja eigentlich richtig nett. Ich habe ganz lieb „Vielen Dank“ gesagt. Aber das eine Wort habe ich nicht richtig verstanden. „Was habe ich?“, habe ich geschnattert. „Kredi-was? Was ist denn das? Das habe ich aber auch nicht.“

Die nette Verkäuferin hat mir aber gar nicht mehr zugehört. Sie hat mir nur noch einmal lieb zugelächelt und jemand anderes bedient. Es wollten viele leckeren Salat und leckeres Gemüse einkaufen. Das kann ich ja verstehen.

Also habe ich meinen Salat schön brav eingepackt und bin weitergewatschelt. Mein nächstes Ziel war die Redaktion. Der Andreas war da und hat mich begrüßt: „Na, liebe Paula, was hast du denn Schönes eingekauft?“

„Äh, na ja“, habe ich gemeint, „eingekauft habe ich eigentlich nichts. Ich habe mein Geld nicht dabeigehabt. Aber ich habe den Salatkopf auch ohne Geld bekommen. Die Verkäuferin war sehr nett und hat ihn mir so mitgegeben. Na ja, sie hat gesagt, dass ich irgendetwas habe. Das hat sich angehört wie ,grätig‘ oder so. Aber ich war gar nicht grätig.“

Der Andreas hat mich groß angeguckt und überlegt. Er hat gesagt: „Hm . . . Grätig . . . Vielleicht hast du ja grätig geguckt. Weil du kein Geld dabeihattest . . . Da hast du gedacht, du bekommst keinen Salat. Na ja, und wenn du Hunger hast . . .“

„Nein, nein“, habe ich dazwischengeschnattert, „so war das nicht. Ich habe nicht vor Hunger grätig geguckt. Die Verkäuferin war auch ganz lieb. Und ich ja auch. Aber sie hat gesagt: ,Du hast . . . na ja, und das komische Wort. Du hast grätig ist ja auch Quatsch!“

Der Andreas hat mich noch eine Weile ganz groß angeguckt. Dann hat er vor Lachen losgeprustet. „Ha“, hat er gesagt, „na klar. Ich weiß es! Sie hat gesagt: ,Du hast Kredit!‘“

„Hä?“, habe ich gemeint, „das habe ich aber nicht. Das kenn ich gar nicht. Das wüsste ich doch, wenn ich so etwas dabeihabe!“

„Ah“, hat der Andreas gelächelt und gesagt, „das haben manche Menschen – und ja, entschuldige, natürlich auch manche Zeitungsenten immer bei sich. Ohne dass sie es merken. Warte mal, ich erkläre dir das!“

Dann hat er aus seinem Geldbeutel drei Euro rausgeholt. Er hat sie mir gegeben und gemeint: „Hier Paula! Du bekommst von mir einen Kredit von drei Euro. Das heißt: Ich leihe dir das Geld! Du musst es mir dann wieder zurückgeben.“

„Ah, ich verstehe“, habe ich geschnattert, „du leihst mir Geld! Damit könnte ich einen Salat kaufen gehen. Und die Frau hat mir den Salat ohne Bezahlung gegeben. So als leihe sie mir das Geld aus! Dann gebe ich ihr beim nächsten Markttag einfach das Geld für den Salat! Aber das hätte sie ja auch sagen können. Ohne das komische Wort!“

„So komisch ist das Wort nicht“, hat der Andreas gesagt, „das Wort ,Kredit‘ kommt vom alten Römerwort ,credere‘. Das heißt einfach ,vertrauen‘ oder ,glauben‘. Das bedeutet: Jemand leiht dir Geld. Denn er vertraut dir. Du sagst: ,Ich gebe es dir wieder zurück.‘ Und er glaubt dir das.“

„Ach so“, habe ich gesagt, „das ist ja nett.“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „von der Verkäuferin war das nett mit dem Salat. Aber einen richtigen Kredit bekommt man auf einer Bank. Und die Bank macht damit ein Geschäft. Sie leiht dir einen Betrag Geld aus. Und dann will sie mehr Geld zurück. Das sind dann die Zinsen. Die verdient die Bank. Auf der Bank kann man auch eine Kreditkarte bekommen. Mit der kann man auch in den Läden bezahlen.“

Der Andreas hat mir so eine Plastikkarte gezeigt und weitererklärt: „Die Bank gibt dann dem Laden Geld von meinem Konto, also von meinem Geldvorrat auf der Bank. Und wenn der leer ist, gibt sie mir Kredit. Dann kann ich mit der Karte trotzdem etwas einkaufen. Aber nur, weil sie mir vertraut. Sie weiß: Der Reporter bekommt wieder Geld von der Zeitung für seine Arbeit.“

„Ah“, habe ich gemeint, „deshalb habe ich auch Kredit bekommen. Die Frau weiß: Das ist die Paula von der Zeitung! Ha, und Zinsen muss ich auch nicht bezahlen! Ätsch!“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

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