Paulas Nachrichten

Paula kann in die Zukunft sehen

12.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich an einem ganz trüben Tag zum Andreas gekommen. Es war noch früh am Morgen. Ich wollte gerade klingeln, als die Türe plötzlich aufging. Ich bin richtig erschrocken. Der Andreas ist vor mir gestanden. Er war warm angezogen und hat mich angestrahlt. Er hat gesagt: „Na, Paula, ich laufe in die Redaktion. Willst du mitwatscheln? Dann komm’!“

Ich habe mit dem Kopf genickt. Aber ich bin beinahe nicht mitgekommen. Er ist ganz schön schnell gegangen. „He, so kenne ich dich gar nicht!“, habe ich geschnattert. „Du bist ja schon richtig aktiv am frühen Morgen!“

„Tja, Paula, wir sollen doch etwas für unsere Gesundheit tun! Da kommt das echt gut!“, hat er gemeint.

Ich konnte gar nicht viel dazu sagen. Ich musste nämlich arg schnaufen. Zum Glück sind wir irgendwann an eine Fußgängerampel gekommen – und die war rot. Ich habe mich ein bisschen erholt und konnte dann wieder was sagen. Ich habe gemeint: „Na, wenn du jetzt so aktiv bist, kannst du ja dein Auto verkaufen. Du läufst dann jeden Tag ins Geschäft. Und wenn du mal schneller sein willst oder sein musst, nimmst du das Fahrrad. Dann brauchst du das Auto gar nicht mehr.“

Die Ampel ist dann grün geworden und der Andreas ist wieder schnell losgegangen. Dabei hat er mit dem Kopf geschüttelt und geantwortet: „Nee, Paula, das ist leider eine Utopie!“

Ich habe ihn schlecht verstanden. „Was ist mit dem Opi? So langsam wie ein Opi laufe ich ja dann doch nicht! Das ist voll frech und fies von dir!“, habe ich geschnattert und versucht, noch ein bisschen schneller zu gehen.

Der Andreas hat aber nur gelacht und gemeint: „Aber, Paula, du bist doch kein Opi! Und auch keine Omi. Auch wenn es ganz schön schnelle Omis und Opis gibt. Ich habe doch Utopie gesagt. Das ist was ganz anderes. Ich erkläre dir das: Das Wort Utopie kommt von den alten Griechen. Das ,U‘ steht für das Wort für ,nicht‘. Und ,topie‘ kommt von ,topos‘. Das heißt einfach ,Ort‘. Utopie heißt also eigentlich ,Nicht-Ort‘.“

Ich musste kurz überlegen. Dann habe ich gemeint: „Ach so, du meinst also einen Ort, den es gar nicht gibt. Dann gibt es also keinen Ort, an dem du kein Auto mehr hast?“

Der Andreas hat mich angestrahlt. „Mensch, äh, Entschuldigung, Ente, Paula! Du bist echt ganz schön schlau. Genau das ist gemeint. Mit einer Utopie beschreiben die Menschen eine Welt, die es wahrscheinlich niemals geben wird. Also, einen Andreas ganz ohne Autos wird es wahrscheinlich nicht geben. Schließlich muss ich ja auch mal schnell zu Terminen. Bei jedem Wetter. Zu jeder Zeit. Also werde ich schon immer ein Auto brauchen. Da muss ich gar kein Hellseher sein!“

Ich habe ihn ganz schräg von der Seite angeschaut. Auf seine Brille habe ich geguckt. Die ist nämlich oft ganz schön dreckig. Der Andreas hat das gemerkt und gemeint: „Aber, Paula, Hellsehen hat doch nichts mit der Brille zu tun. Hellseher können in die Zukunft gucken! Die hatten früher immer so eine Glaskugel. In die haben sie reingeschaut und dann die Zukunft gesehen.“

Das fand ich komisch. „Wie soll denn das gehen?“, habe ich gefragt.

Der Andreas hat überlegt. „Hm, eigentlich gar nicht natürlich. Hellseher sind Schwindler. Man kann nicht in die Zukunft schauen!“

Dann hat das Handy vom Andreas gesurrt. Die Sekretärin von der Redaktion war dran. Sie wollte etwas von ihm wissen. Der Andreas hat zu ihr gesagt: „Kein Problem, wir werden gleich da sein!“

Irgendwie hat das zu unserem Gespräch gepasst. Mir ist dann auch gleich der Grund dafür eingefallen und ich habe gemeint: „Also können wir doch in die Zukunft schauen! Sonst könnten wir ja nicht wissen, dass wir gleich in der Redaktion sind!“

Jetzt musste der Andreas eine Weile überlegen. Dann hat er gemeint: „Gar kein schlechter Einwand, liebe Paula. Aber dazu muss man auch nicht hellsehen können. Wir wissen einfach: Wir setzen Schritt vor Schritt. Es sind noch vielleicht 500 Meter. Dann sind wir also gleich da. Es sei denn, wir verstauchen uns den Fuß. Das könnte noch dazwischen kommen. Aber das ist unwahrscheinlich. So weit können wir also schon in die Zukunft schauen. Es kommt immer darauf an, was wir schon wissen. Man kann immer viel planen. Und man kann sagen, wenn nichts dazwischenkommt, wird das passieren.“

Wir sind dann in der Redaktino angekommen. Auf einem Schreibtisch habe ich so eine metallische Kugel gesehen. Die hat sehr schön geglänzt. Das hat mich auf eine Idee für einen tollen Spaß gebracht. „Ha“, habe ich gelacht. „Ich kann doch in die Zukunft schauen. Auch wenn diese Kugel nicht aus Glas, sondern aus Metall ist. Wetten?“

Ich habe ganz wichtig auf die Kugel geschaut. Und der Andreas hat mich kritisch angeschaut. „Na gut, wir wetten um ein gutes Essen. Wenn du gewinnst, bekommst du einen feinen Salat und ein Glas Wasser von mir!“

Da ist mir das Wasser im Mund zusammengelaufen. Deshalb habe ich gleich gesagt: „Na gut, ich sage voraus: Morgen nach der Nacht wird es wieder hell.“

Ich habe den Andreas angestrahlt. Und der hat nur die Augenbrauen nach oben gezogen. Dann hat er gesagt: „In Ordnung, Paula. Da wird garantiert nichts dazwischenkommen. Du hast gewonnen.“ Jetzt freue ich mich auf meinen Salat und mein Wasser, auch wenn ich kein echter Hellseher bin. Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula hat ein Rätsel für die Kinder

Hallo, liebe Kinder,

am Montag in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Ich hatte nämlich etwas Interessantes in der Zeitung gelesen. Das war ein Rätsel. Und Rätsel mache ich sehr, sehr gerne. Ihr auch, liebe Kinder?

Der Andreas hat mich begrüßt. Und ich habe…

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