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Paula kann den Schnee fallen hören

27.01.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wer hat eigentlich die Schneemänner erfunden?

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem hat mich früh am Morgen ein komisches Geräusch geweckt. Normalerweise drehe ich mich dann immer schnell um und schlafe weiter. Aber diesmal war ich gleich ganz aufgeregt. Denn das war ein ganz besonders seltenes Geräusch bei uns.

Also bin ich gleich aufgestanden und so schnell wie ich konnte zum Andreas gewatschelt. Der hat natürlich noch geschlafen. Wie immer. Ich habe gleich losgeschnattert: „He, du Schlafmütze! Wach’ endlich auf! Es hat geschneit! Komm raus aus dem Bett!“

Der Andreas hat erst einmal gar nicht reagiert. Dann hat er aber müde geschnattert, äh, gesagt: „Es hat geschneit? Woher willst du das denn wissen? Die Rollläden sind doch noch alle unten!“

„Ja, klar“, habe ich weitergeschnattert, „dafür muss ich doch nicht rausgucken! Das hört man doch!“

Jetzt ist der Andreas ein bisschen munterer geworden. „Hä? Du hörst den Schnee? Wie das denn? ,Leise rieselt der Schnee‘ – das sagt doch sogar schon das Lied! Der rieselt so leise wie der Atem. Das ist viiiiel leiser als das Ticken einer Uhr! Wie willst du das denn hören durch die geschlossenen Fenster und Türen? Regen kann man fallen hören. Aber den Schnee doch nicht“, hat der Andreas gesagt, äh, jetzt wirklich eher geschnattert. Mich hat das gewundert: Eine Schlafmütze, die so viel labert! Komisch!

Aber ich hatte natürlich gleich eine Antwort für ihn: „Das weiß ich selber! Klar rieselt der Schnee sehr leise! Aber kannst du nicht das Kratzen hören? Die Nachbarn schippen schon den Schnee weg! Daran erkenne ich das! So höre ich den Schnee!“

Jetzt musste der Andreas ganz lieb lächeln. Er hat gemeint: „Ach so! Na, du bist halt eine absolute Schlaumeier-Ente, Paula!  Das ist richtig. Vielleicht sollten wir auch mal ein bisschen Schnee schippen. Nicht dass die Nachbarn meinen, wir pennen immer so lange. Also, äh, ich meine, vielleicht solltest du mal Schnee schippen! Ich könnte uns ja solange das Frühstück machen!“

Das hatte ich mir schon gedacht: Der Andreas bleibt lieber noch im Warmen. Und ich soll raus in die Kälte watscheln. Aber mir hat das nichts ausgemacht. Für mich ist das in Ordnung. Ich habe mich ja auch so über den Schnee gefreut. Vor unserem Haus hatten aber schon unsere lieben Nachbarn Schnee geschippt. Unsere Nachbarskinder waren schon auf der Straße. Die haben sich ein kleines Iglu gebaut. Das ist so ein Haus aus Schnee. Das haben die ganz einfach gemacht: Die haben einen kleinen Gang in einen großen Schneehaufen gegraben.

Später bin ich dann wieder rein. Der Andreas hatte tatsächlich schon Frühstück gemacht. Und er war schon fertig mit essen. Er hat nur noch einen Kaffee getrunken und dazu die Zeitung gelesen. So macht er das immer. Er hatte auch schon unsere Post angeguckt. Zwei Kinder haben mir tolle Bilder geschickt. Ein Bub hatte einen Schneemann gebaut. Das Mädel hatte sich lieber einen Schneebären gebaut. Die Figuren fand ich beide so richtig toll. Eine Ente hat jetzt aber keiner gebaut.

Ich habe zum Andreas gesagt: „Ähm, eigentlich könnte man ja auch mal eine Ente aus Schnee bauen!“

„Ja, klar, aber dann darfst du beim Schmelzen nicht jammern! Unlängst warst du noch froh, dass du nur weiß und nicht aus Schnee bist!“, hat der Andreas geantwortet.

„Ja, das stimmt schon“, habe ich zugegeben. Dann habe ich gefragt: „Aber man könnte aus Schnee natürlich alles Mögliche machen. Wer hat denn dann genau den Mann aus Schnee erfunden?“

Der Andreas musste kurz überlegen. Dann hat er geantwortet: „Hm, das ist nicht so klar. Aber in einem Buch kommt eine Figur aus Schnee erst in einem englischen Buch vor fast 500 Jahren vor. Dann gab es einen Schneemann in einem deutschen Liederbuch so vor 250 Jahren. Da war der Schneemann aber eher noch ein Bösewicht. Er war ein Zeichen für den Winter. Und der war für viele Menschen damals einfach noch mit gefährlicher Kälte und Hunger verbunden. Erst später wurde das besser. Die Menschen mussten nicht mehr so viel Angst vor dem Winter haben. Und der Schneemann stand dann für den Schnee- und Winterspaß. So wie heute!“

„Ja“, habe ich geschnattert, „so wie der Schneemann vom Silas und der Schneebär von Leonie!“

„Hm“, hat der Andreas überlegt und gemeint, „für was dann wohl eine Schnee-Ente stehen würde? Hm, bestimmt dafür, dass man den Schnee fallen hören kann! Die würde nämlich bestimmt die ganze Zeit schon früh am Morgen laut schnattern – damit ich auch ja früh aufwache! Da müsste ich immer auf die schnelle Schneeschmelze hoffen!“

„Ja“ , habe ich gesagt, „und du müsstest aufpassen. Denn die könnte dir immer in den Popo kneifen!“ Eure Paula

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