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Paulas Nachrichten

Paula jagt die Leitungsmäuse

13.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Es war alles wie immer. Er hat mich nett begrüßt. Ich habe erst einmal ein bisschen geschnauft, bevor ich zu quasseln angefangen habe. Denn schließlich watschele ich als sportliche Ente immer ziemlich schnell von der Stadt raus in die Redaktion. Irgendwie war aber trotzdem nicht alles wie immer. Irgendetwas hat gefehlt.

Ich habe den Andreas deshalb genau beobachtet. Er hat das gemerkt und mich angelächelt. Aber ich bin nicht gleich darauf gekommen. „Na, Paula“, hat der Andreas gefragt, „fehlt dir was?“

Ich habe geantwortet: „Mir selber fehlt eigentlich nichts. Aber hier fehlt irgendwas. Es ist irgendwie anders als sonst.“

Dann ist es mir aufgefallen. Die Telefone haben keinen Ton von sich gegeben. Und keiner der Kollegen vom Andreas hat einen Hörer am Ohr gehabt. Nicht einmal der, der eigentlich immer telefoniert. „Das gibt’s doch gar nicht“, habe ich geschnattert, „ihr telefoniert ja gar nicht! Dann könnt ihr doch gar nichts Neues erfahren. Was ist denn da los?“

„Reg’ dich nicht auf, Paula“, hat der Andreas ganz ruhig gesagt. „Du kannst ja mal telefonieren. Ruf’ doch bei der Polizei an. Da kannst du fragen, ob es schlimme Unfälle gegeben hat oder so!“

„Aber das ist doch eigentlich dein Job“, habe ich gesagt. Und der Andreas hat geantwortet: „Klar. Aber du bist doch auch eine Zeitungsente, oder?“

„Also gut“, habe ich gesagt. Und ich habe versucht zu telefonieren. Das ging aber nicht. Es hat nur gepiept. Ich habe den Andreas mit meinen Entenäuglein ganz groß und fragend angeschaut. Er hat gemeint: „Siehst du, Paula. Wir würden ja telefonieren, wenn wir könnten. Wir sind echt nicht zu faul dazu. Das geht aber seit gestern schon nicht. Die Leitung ist tot!“

Das hat sich schrecklich angehört. „Tot?“, habe ich weitergeschnattert, „das ist ja grausam. Aber wie kann denn eine Leitung sterben?“

Der Andreas blieb weiter ganz ruhig. Er hat sogar gelacht und gemeint: „Ach, Paula, das sagt man doch nur so. Wenn eine Leitung nicht funktioniert, dann sagt man, sie ist tot. Das ist eben eine Redensart. Gestorben ist niemand. Aber die Leitung ist kaputt. Unsere Leitungen sind also mausetot.“

„Mausetot?“, habe ich gleich wieder geschnattert. „Was heißt das denn jetzt? Haben denn etwa die Mäuse die Leitung durchgeknabbert? Das sieht denen ähnlich. An meinen Salat gehen auch immer die Mäuse. Das sind aber die Wühlmäuse und nicht die Leitungsmäuse!“

„Nein, nein, Paula, das wäre ungerecht gegen die Mäuse! Die haben die Leitung nicht kaputt gemacht. Das kriegen die wahrscheinlich gar nicht hin. Äh, tja, deshalb gibt’s wahrscheinlich auch gar keine Leitungsmäuse. Da ist etwas von alleine kaputtgegangen.“

„Hm“, habe ich überlegt, „dann gehen wir eben zu unseren Nachbarn. Die lassen uns bestimmt telefonieren!“

Der Andreas hat wieder gelächelt und gemeint: „Das würden die bestimmt machen. Aber die können das auch nicht. Ihre Leitung ist auch kaputt. Da ist etwas an einer großen Leitung kaputtgegangen. Und an dieser großen Leitung hängen viele kleinere Leitungen mit vielen, vielen Telefonen. Insgesamt sind das 3000 Telefonanschlüsse hier in der Gegend. Die sind alle tot. Die werden alle von einer Firma angeboten und betreut. Die bekommt Geld von den Menschen, damit wir über ihre Leitungen telefonieren können.“

Das habe ich nicht ganz verstanden. „Die bezahlen die Firma alle fürs Telefonieren? Aber dann muss die das doch reparieren!“

„Da hast du recht, Paula. Das machen die auch. Aber das ist nicht so einfach. Die müssen das kaputte Gerät erst austauschen. Und dann muss es neu programmiert werden. Man bringt dem Gerät also mit dem Computer bei, was es tun muss. Du weißt doch: Heute funktioniert das alles über Computer“, hat der Andreas mir erklärt.

Ich habe mir überlegt: „Ja, ja, das mit dem Computer ist echt blöd. Einfacher wäre es, das wären doch irgendwelche Leitungsmäuse gewesen. Dann würden wir die einfach mit Salat anlocken und einsperren. Und dann könnte die Firma die Leitung flicken. Jetzt verstehe ich auch, dass viele Leute oft auf die Computer schimpfen.“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „ich habe manchmal auch ein Problem mit den Computern und bin ein bisschen vorsichtig mit denen. Aber jetzt sind sie echt gut für uns. Die Leute können uns nämlich mit ihren E-Mails gut erreichen. So kriegen wir auch ohne Telefon alles mit, was draußen passiert.“

„Ach“, habe ich mich gewundert. „Die E-Mail-Leitung ist nicht kaputt?“

„Nein“, hat der Andreas gesagt, „die gehört einer anderen Firma als der, der die Telefonleitungen gehören. Die ist nicht kaputt.“

„Dann ist das ja ein Glück. Und was ist mit den Handys?“, habe ich gefragt. „Die brauchen doch keine Leitungen. Die gehen doch über Funk.“

Der Andreas hat geantwortet: „Das ist nicht ganz richtig, Paula. Die funken auch zu Geräten von einer Firma, die ein Netz anbietet. Das Netz des Handys ist so etwas wie die Leitungen unseres Telefons. Manche Geräte sind für Telefon und Handy wichtig. Und wenn die dann kaputtgehen, geht das Handy hier auch nicht.“

Das fand ich sehr kompliziert. Ich hätte wirklich lieber nach Leitungsmäusen gesucht. Aber gestern Abend war das dann auch nicht mehr nötig. Da haben dann die Telefone wieder funktioniert. Eure Paula

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