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Paulas Nachrichten

Paula ist kein Zeitungshuhn

15.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

der Andreas hat zwei Nachbarjungs. Das sind fleißige Zeitungsleser. Und sie sind auch fleißige Bastler. Deshalb hat ihnen unser Bericht über die Kinderkulturwerkstatt sehr gut gefallen. Könnt ihr euch erinnern, liebe Kinder? Da kann man sich doch so schicke Bastelkisten ausleihen. Das haben die zwei Nachbarjungs gemacht. Und dann haben sie in ihrem Gärtle direkt neben unserem Heimarbeitshaus gebastelt. In einer Pause habe ich sie gefragt: „He, Jungs! Sind die Kikuwe-Kisten in Ordnung?“

Sie haben gleich mit dem Kopf genickt. Und dann hat mich der eine gefragt: „Was ist denn sonst noch so los in der Kinderkulturwerkstatt gerade?“

Ich habe kurz überlegt und dann geantwortet: „Hm, na ja, ich denke, nicht so viel. Ich weiß nicht so genau. Aber ich kann ja mal nachfragen. Schließlich bin ich ein Zeitungsentenreporter.“

Das habe ich dann auch gemacht. Ich habe bei den Menschen von der Kinderkulturwerkstatt nach Neuigkeiten gefragt. Und dann haben sie mir von ihren Hühnern erzählt. Und sie haben mir Bilder geschickt. Da waren süße Küken und größere Tiere zu sehen.

Das fand ich richtig toll. Denn schließlich sind die Hühner ja beinahe verwandt mit mir. Wobei . . . Zeitungshühner gibt es jetzt noch keine. Na ja, das ist ja auch der Job von uns Enten, äh, von uns Zeitungsenten.

Also, die haben mir von den Hühnern in der Kinderkulturwerkstatt berichtet: „Im November konnten die Kinder die Küken kurz nach dem Schlüpfen schon sehen. Es braucht drei Wochen vom Ei zum fertigen Küken. Der eigentliche Schlupf kann mehr als 24 Stunden dauern, da das Küken kaum Bewegungsspielraum im Ei hat und nur sehr mühevoll und mit höchstem Krafteinsatz und seinem sogenannten Eizahn sich aus dem Ei zwängt. Wenn sie erst einmal draußen sind, sind sie sehr nass und fiepsen. Nach einigen Stunden sind sie dann getrocknet und flauschig. Sie können sich die ersten beiden Tage vom sogenannten Dottersack ernähren und fangen dann erst an, anderes Futter, wie zum Beispiel Haferflocken, zu essen.

Nach acht Wochen sind sie in den richtigen Hühnerstall umgezogen. Wo sie glücklich bis heute leben und beinahe ausgewachsen sind. Berta hat eine Fußfehlstellung, wodurch ihr Bewegungsradius ein wenig eingeschränkt ist. Und Carli hat mittlerweile lautstark demonstriert, dass er kein Huhn, sondern doch ein Hahn ist. Carli ist sehr zutraulich und neugierig.“

Der Carli, liebe Kinder, das ist der schwarze Gockel auf der Stange auf dem großen Bild.

Die Menschen von der Kinderkulturwerkstatt haben mir auch berichtet, dass sie ihre Hühnergruppe vergrößern wollten. Deshalb haben sie die Hühner im März noch mal brüten lassen. Aber leider konnten die Kinder diesmal nicht den Schlupf und die ersten Lebenswochen der Kinder miterleben. Da ist natürlich die Coronakrise daran schuld.

Sie haben mir berichtet: Die beiden Küken bekommen langsam Federn. Sie wohnen gerade bei einer Frau von der Kinderkulturwerkstatt zu Hause. Da kann sie sich gut um sie kümmern.

Der Andreas hat mich dann beobachtet. Ich habe mir gerade die Bilder angeschaut.

Er hat gemeint: „He, Paula, du bist ja ganz begeistert von den Hühnern! Nicht dass du jetzt auch das Gackern anfängst. Und dann auch noch Eier legst!“

„Hahaha“, habe ich gemeint, „ich bin doch kein Zeitungshuhn. Ich bin eine Zeitungsente. Aber wenn du schon so schlau herumlaberst: Ich habe da noch ein paar Fragen zu den Hühnern und den Küken. Also . . .“

„Äh, Moment“, hat mich der Andreas unterbrochen, „ich bin jetzt bestimmt kein Hühnerexperte. Da müssen wir die Leute von der Kinderkulturwerkstatt noch mal fragen. Und da du ja kein gackerndes Zeitungshuhn bist, sondern eine schlaue Zeitungsente, kannst du das einfach mal selber machen!“

„Na gut“, habe ich gemeint. Das mache ich jetzt auch, liebe Kinder. Dann erzähle ich euch nächste Woche, was ich noch von den Küken und Hühnern herausbekommen habe. Eure Paula

Das Projekt „Ein Ei, ein Huhn, was nun?“ das dank der Heidehof und Baden-Württemberg Stiftung mitfinanziert wird und den Kindern in der Kinder-Kultur-Werkstatt ermöglicht, das Leben von und mit Hühnern hautnah zu begreifen, läuft seit September 2019.

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