Paulas Nachrichten

Paula ist froh, dass sie nicht tanken muss

30.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

ich bin ja oft in der Stadt unterwegs. Da komme ich oft an einer Tankstelle vorbei. Meistens ist da ganz normaler Verkehr. Aber manchmal gibt es richtige Staus. Das verstehe ich nicht so richtig. Deshalb bin ich gleich mal zum Andreas gewatschelt und habe ihn gefragt, was da los ist.

„Gibt’s da was umsonst?“, wollte ich wissen. Der Andreas hat gelacht: „Nein, leider nicht, Paula. Benzin ist sehr teuer. Und wenn es denn mal etwas billiger ist, wollen die Menschen gleich volltanken.“

„Irgendwie ist das seltsam“, habe ich gemeint. „Benzin sieht ja eigentlich aus wie Wasser. Und Wasser ist doch viel billiger. Dabei ist das Benzin auch noch giftig. Man darf es gar nicht trinken. Und das Wasser ist gesund und schmeckt so lecker. Das verstehe ich nicht.“

„Ich kann dir das erklären“, hat der Andreas gesagt. „Die Menschen brauchen das Benzin unbedingt für ihre Autos und ihre Maschinen. Ohne Benzin fahren die nicht. Benzin wird aus Erdöl hergestellt. Das haben die Römer Petroleum genannt. Das heißt nämlich Steinöl. Sie haben das Öl in der Erde, im Gestein, gefunden.“

Das hat mich dann aber doch sehr gewundert. Ich habe gesagt: „Wie denn? Die Römer hatten doch noch gar keine Autos? Oder?“

„Richtig, Paula, die Römer hatten keine Autos. Aber ihnen ist schon aufgefallen, dass das Petroleum gut brennt. Und sie sollen die Achsen und Räder ihrer Wagen damit geschmiert haben. Viel, viel später, als die Menschen Maschinen bauten, brauchten sie Treibstoff dafür. Und sie machten aus dem Erdöl Benzin.

Das Erdöl kommt aber nur in wenigen Ländern vor. Zum Beispiel in einigen arabischen Ländern. Die lassen sich ihr Erdöl gut bezahlen, weil die Menschen überall so viel davon brauchen. Wenn von einer Ware viel verkauft wird, wird sie teurer. Und wenn mal wenig von etwas verkauft wird, wird sie billiger.“

„Und wie ist das mit dem Wasser?“, wollte ich wissen. „Davon brauchen doch alle Menschen viel!“

„Das stimmt, Paula, aber zumindest wir hier in Europa kommen leicht an genug Wasser. Aber Erdöl gibt es hier kaum“, hat der Andreas geantwortet.

„Das ist aber komisch. Warum gibt es denn in unserer Erde und in unserem Gestein kein Erdöl?“, habe ich nachgefragt.

„Das ist Zufall“, hat der Andreas gemeint. „Vor Millionen von Jahren sind Pflanzen kaputt gegangen und auf den Grund riesiger Meere gesunken. Das war noch lange vor den Dinosauriern, Paula. Das Meer hat die Luft von den Pflanzen abgehalten. Und im Laufe der Zeit ist das Meer verschwunden. Gesteine haben sich darübergeschoben. Und aus den Pflanzen ist auf diese Art und Weise Erdöl geworden.“

„Das ist ja dann echt toll für die Länder, wenn die uns das Erdöl verkaufen können“, habe ich gesagt.

Der Andreas hat geantwortet: „Das stimmt schon, Paula. Aber das Erdöl und das Benzin verdrecken unsere Luft, wenn wir es in unseren Maschinen und Autos verbrennen. Und dadurch gibt es doch die Klimaerwärmung. Die Wissenschaftler sollten also andere Autos erfinden. Autos, die mit der Sonnenenergie fahren zum Beispiel. Die verdreckt die Luft nicht. Und außerdem bringt das Erdöl noch ein anderes Problem mit: Es wird immer weniger. Und eines Tages gibt es keines mehr. Deshalb wird es immer teurer. Manchmal haben die Menschen schon Krieg darum geführt.“

Das hat mich dann doch traurig gemacht. Und ich habe mir überlegt, ob ich wohl lieber doch nicht Zeitungsreporter werden sollte. Ich könnte ja auch Wissenschaftler werden. Eine richtige Wissenschaftsente! Und dann könnte ich neue Motoren für Autos erfinden. Motoren, die ganz ohne Benzin fahren. Da würde ich bestimmt berühmt werden. Und ihr könntet dann sagen: Das ist doch unsere Paula! Aber eigentlich bin ich ja gerne eure Zeitungsente. Wissenschaftler gibt es ja schon genug. Die müssen sich eben nur mal so richtig anstrengen. So lange bin ich froh, dass ich watschele und nicht fahre – sonst müsste ich ja auch tanken! Eure Paula

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