Paulas Nachrichten

Paula ist die Bürzeltagskönigin

02.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Der begrüßt mich immer sehr nett. Aber diesmal war er besonders lieb. Er war ganz seltsam lieb. Er hat mich in den Arm genommen. Und er hat mir einen Schmatz gegeben.

Ich habe gesagt: „Klar, ich habe dich auch lieb!“

Er hat mich ganz seltsam angeguckt. Wie ein großes Auto eben. Ein Lastwagen! Dann hat er ganz überdreht gerufen: „Aber Majestät! Heute ist doch Euer ganz besonderer Tag!“

„Besonderer Tag?“, habe ich geschnattert. „Mayonnaise? Mag ich gar nicht, die Mayonnaise!“

„Doch nicht Mayonnaise, Paula“, hat der Andreas gesagt und gelacht. „Majestät! Das kommt vom alten Römerwort ,maiestas‘. Damit heißt eigentlich ,Größe‘ oder ,Hoheit‘ gemeint. Das sagt man zu Königen und Königinnen.“

„Äh, schön, aber seit wann bin ich eine Königin?“, wollte ich wissen. Und ich muss ihn dabei auch wie ein noch größeres Auto angestarrt haben.

„Aber Paula“, hat der Andreas ganz ungläubig gesagt, „du bist doch heute die Burzeltagskönigin!“

Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Bürzeltag? Königin? Was ist denn mit meinem Bürzel? Ist da heute eine Krone darauf?“

Dann habe ich mich umgedreht und nach meinem Bürzel geschaut. Ihr wisst doch Kinder: Der Bürzel ist mein Schwänzchen. So heißt das bei uns Vögeln. Aber ich konnte da nichts Besonderes feststellen. Meine Schwanzfedern sahen aus wie immer. Weiß. Mit schwarzen Buchstaben darauf. Sie sahen einfach so schön aus wie immer.

Jetzt hat mich der Andreas ganz lieb angelächelt und gesagt: „Heute geht es doch nicht um deinen Bürzel! Es geht um dich. Und um deinen Geburtstag! Dazu sagen manche auch Burzeltag! Das hört sich halt einfach lieb an!“

Oh, habe ich mich gefreut, liebe Kinder! Geburtstag! Wie konnte ich das nur vergessen!

Der Andreas hat dann weitererzählt: „Ja, weißt du, und die Geburtstagskinder sind dann eben für einen Tag die Könige! Hier hast du eine Krone, Paula. Aber nur für heute. Deshalb habe ich Majestät zu dir gesagt. Und nicht Mayonnaise. Das ist ja die Creme aus Eigelb, Öl und Zitronensaft. Manche sagen: Die wurde in der spanischen Stadt Mahon erfunden. Deshalb heißt sie so. Und manche sagen: Die heißt so nach dem französischen Wort ,mailler‘. Das heißt auf Deutsch einfach ,schlagen‘. Denn die Creme wird geschlagen, also gerührt. Sonst wird sie nicht steif.“

„Ach so“, habe ich gemeint und gelacht, „da bin ich lieber Königin als Creme – denn geschlagen will ich nicht werden! Aber wenn es ums Essen geht . . .“

Der Andreas musste wieder lachen. „Ah, so kenne ich meine Majestät! Na klar, Paula, heute lade ich dich zum Essen zu mir nach Hause ein. Und da wartet bestimmt auch ein Geschenk auf dich! Schließlich will so ein zwölfter Geburtstag ja gefeiert werden. Vor zwölf Jahren bist du das erste Mal in der Zeitung erschienen!“

„So lange ist das schon her!“, habe ich gesagt. „Da kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern . . .“

„Das ist ganz normal“, hat der Andreas gemeint. „Ich kann mich ja auch nicht mehr an meine Geburt erinnern. Man kann sich immer erst an viel, viel spätere Erlebnisse erinnern. Und manchmal bekommt man dann auch etwas von den Älteren erzählt. Und dann glaubt man irgendwann: ,He, daran kann ich mich erinnern!‘ Aber das kann man gar nicht. Man kann sich nur an das Erzählte erinnern. Man kann sich eigentlich erst an Dinge aus seinem dritten oder vierten Lebensjahr erinnern. Aber das muss dann etwas ganz Besonderes sein. Ich erinnere mich zum Beispiel an die erste Mondlandung.“

„Na ja“, habe ich gemeint, „daran würde ich mich auch erinnern! Auf dem Mond landen ist ja auch toll. Aber, sag mal, mhhhh, warst du wirklich schon mal auf dem Mond?“

Der Andreas musste richtig lachen. Dann hat er gesagt: „Klar, als kleines Kind schon war ich Raumschiffkommandant! Nee, nee. Nur Spaß. Natürlich nicht. Auf dem Mond waren bisher erst zwölf Menschen. Das ist sehr, sehr wenig. Aber bei der ersten Mondlandung war ich drei Jahre alt. Ich bin in die Küche gekommen. Meine Mutter hat gekocht und Radio gehört. Sie hat gesagt: ,Hör mal, da spricht ein Mann vom Mond aus!‘. Das hat mich sehr beeindruckt. Man hat den Mond ja immer am Himmel gesehen. Und jetzt war da ein Mann und hat im Radio gesprochen.“

„Ja“, habe ich gemeint, „aber mit der Krone, einem leckeren Essen und einem Geschenk werde ich mich immer an meinen zwölften Bürzeltag erinnern können! Da bin ich sicher!“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula freut sich über den Föhn-Vogel

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas nach Hause gewatschelt. Der hat sich gerade ein Fotobuch angeguckt. Die Bilder sahen nach Urlaubsbildern aus. Meistens freut er sich dabei und lächelt. Diesmal hat er aber traurig ausgesehen.

Ich habe geschnattert: „He, hast du…

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