Paulas Nachrichten

Paula isst lieber das süße Brot

02.03.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Das macht mich manchmal richtig hungrig. Das ist nicht schlimm. Denn oft gibt es in der Redaktion etwas Leckeres zu naschen.

Diesmal lag weit und breit nichts zu naschen herum. Der Andreas kam ums Eck. Ich habe ihn begrüßt und gesagt: „Äh, tja, ich bin richtig stramm gewatschelt. Ja, und ich war auch noch schnell baden heute mit meinen Entenkumpels im Neckar! Puh. Das war schön. Aber auch ganz schön anstrengend. Jetzt habe ich richtig Hunger!“

„Ah“, hat der Andreas geantwortet, „du hast Hunger? Na ja, der Ente kann geholfen werden!“

Da sind meine großen runden Entenäuglein noch größer und runder geworden vor Vorfreude auf etwas Leckeres zum Naschen. Der Andreas hat das bemerkt und gemeint: „Na, dir läuft ja schon das Wasser im Mund zusammen, Paula!“

Das habe ich nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Wasser im Mund? Na ja, etwas zu trinken ist ja ganz in Ordnung! Aber eigentlich habe ich Hunger. Durst habe ich gerade nicht so sehr! Da brauche ich kein Wasser im Mund!“

„So?“, hat der Andreas ganz komisch gesagt und gegrinst. „Ohne Wasser im Mund kannst du aber gar nichts essen, liebe Zeitungsente. Deshalb ist das mit dem ,Wasser im Mund‘ auch eine ganz wahre Redewendung. Das funktioniert so: Wir sehen etwas Leckeres zu essen oder wir riechen etwas Gutes. Dann wird im Mund ganz viel Speichel gebildet. Den brauchen wir nämlich zum Schlucken. Nur so wird das Essen weich. Und dann schlucken wir es über die Speiseröhre runter in den Magen. Dort wird es verdaut. Also läuft dir vor lauter Vorfreude auf das Essen das Wasser im Mund zusammen. Das hat mit trinken gar nichts zu tun.“

„Ah, in Ordnung“, habe ich gesagt, „Aber jetzt lass uns endlich mal etwas zu essen organisieren.“

„Hm“, hat der Andreas überlegt, „ich hätte noch ein Vollkornbrot mit Käse da. Das ist normalerweise mein Vesper. Aber ich teile es gerne mit dir.“

Das fand ich jetzt nicht so toll. Ich habe gemeint: „Na ja, äh, das ist ja sehr lieb von dir. Aber ich will dir jetzt dein Vollkornbrot nicht wegessen. Ich dachte eher auch an etwas zum Naschen . . .“

Der Andreas hat komisch gelächelt und ganz übertrieben „Ach sooooooo“ gesagt. Dann hat er gemeint: „Das habe ich mir schon gedacht. Aber gegen den Hunger hilft so ein gesundes Vollkornbrot natürlich viel besser als etwas Süßes. Da hat man viel länger keinen Hunger. Da sind mehr Nährstoffe drin. In Süßigkeiten ist so viel Zucker. Der gibt uns zwar schnell Energie. Aber nur kurz. Und dann wollen wir schon wieder mehr von dem süßen Zeug. Die Menschen sind von klein an ganz verrückt nach Zucker. Die sind das nämlich gewöhnt. Denn schon die Muttermilch schmeckt süß. Das bekommt man nicht mehr los. Aber wie das bei euch Zeitungsenten ist . . .“

„Ah“, habe ich gemeint, „ich habe auch keine Ahnung. Ich mag’s halt.“

„Na gut“, hat der Andreas lächelnd gesagt, „ich habe noch eine Tüte Russisch Brot für dich.“

Jetzt habe ich den Andreas aber richtig grätig angeschaut. Meine Entenäuglein waren wahrscheinlich gar nicht mehr rund. Das waren sicher nur noch ganz schmale Schlitze. Ich habe geschnattert: „Schon wieder Brot? Ich wollte doch etwas Süßes!“

„Aber, Paula“, hat der Andreas zurückgeschnattert, „du als Süßigkeitenexpertin müsstest doch das Russisch Brot kennen. Das ist eine Süßigkeit!“

„Ach so“, habe ich gemeint, „und warum machen die Russen süßes Brot? Sind die viel schlauer als die Deutschen mit ihrem Vollkornbrot? Und deshalb holt ihr euch das Brot aus Russland hierher nach Deutschland? Das ist toll!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er mir erklärt: „Nein, nein. Das Russisch Brot wird schon hier hergestellt. Das ist ein Gebäck in Buchstabenform. Es gibt zwei Erklärungen für den Namen. Die eine geht so: Ein deutscher Bäcker hat das Rezept dafür vor fast 200 Jahren aus Russland mitgebracht. Die andere Erklärung geht so: Die Buchstaben sind ein bisschen härter. Die sind ein bisschen knusprig. Und anstelle des Wortes ,knusprig‘ kann man auch das Wort ,rösch‘ nehmen. Ja, und ,brod‘ steht auch für süßes Gebäck. Dann hieß das einfach früher ,rösches Brod‘. Und das hat sich ein bisschen wie ,russisch Brot‘ angehört. Dann haben die Menschen das einfach so genannt. Ich weiß aber nicht, was stimmt.“

„Hm, das ist ja nicht so wichtig. Hauptsache, es schmeckt gut. Komm, wir probieren es aus“, habe ich gesagt.

Das haben wir gemacht, liebe Kinder. Ich habe zuerst einmal meinen Namen aus den Buchstaben gelegt. Und den habe ich dann zuletzt gegessen. Er hat besonders gut geschmeckt. Eure Paula

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