Paulas Nachrichten

Paula isst gerne Geburtstagskuchen

09.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

jetzt ist ja schon richtig Frühling. Der Winter ist endgültig vorbei. Das ist sehr schön. Aber irgendwie habe ich schon seit Wochen das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Ostern war schon. Das Freibad hat aufgemacht. Das ist alles in Ordnung. Aber irgendwie hat mich das Gefühl nicht losgelassen, dass etwas nicht stimmt.

Das Gefühl ist in dieser Woche immer größer geworden. Kennt ihr das? Das ist wie ein Luftballon, den man in eurem Köpfchen aufpumpt. Die Gedanken werden größer und größer, und ihr wisst nicht, was los ist. Wie ein riesiges Fragezeichen!

Ganz schlimm wurde es am Mittwoch. Da hat mir der Andreas von seinem Projekt „Zeitungstreff im Kindergarten“ erzählt. Er durfte da einen Geburtstag mit einem Jungen feiern. Es gab einen leckeren Kuchen, und er hat mir nichts davon mitgebracht. Die Kinder und er haben den ganzen Kuchen alleine aufgegessen. Schnief!

Da ist mir plötzlich eingefallen, was mich so quält. Ja, plötzlich wusste ich, was zum Winter gehört. Mein Geburtstag! Letztes Jahr war ich traurig, weil sich alle schon auf den Geburtstag vom Sohn von Andreas gefreut haben. Und dann hat der Andreas eine Geburtstagsparty für mich gemacht. Mit Salat und vielen anderen leckeren und gesunden Sachen.

Plötzlich wusste ich wieder alles: Er hat mir damals erzählt, dass in Zukunft mein Geburtstag der 9. Februar sein soll. Denn am 9. Februar 2007 bin ich zum ersten Mal in der Nürtinger Zeitung erschienen. Verflixt! Warum hat er das nur vergessen in diesem Jahr? So ein Schuft!

Ich wollte gleich los und mit ihm schimpfen. Aber ich habe mir überlegt: Ich habe meinen Geburtstag ja selbst vergessen. Vielleicht hätte ich auch mal eine Party machen und ein paar Freunde dazu einladen sollen. Dann hätten mir sicher viele zum Geburtstag gratuliert und ich hätte eine Menge Geschenke bekommen. Wobei mir die Geschenke gar nicht so wichtig wären. Hauptsache, viele Freunde wären gekommen. Aber ich habe ja nicht eingeladen. Ich habe meinen Geburtstag ja einfach vergessen. Da kann ich doch mit dem Andreas nicht beleidigt sein, weil er ihn vergessen hat. Oder?

Dann hat er mir gestern auch noch erzählt, dass er am Nachmittag nicht arbeitet, weil er mit seinem Sohn Kindergeburtstag feiert. Kindergeburtstag! Dazu ist er doch schon viel zu alt! Na ja, wahrscheinlich muss er da die Kinder nur bedienen und Spiele mit ihnen spielen. Das geschieht ihm recht! Hoffentlich kommt er richtig ins Schwitzen, habe ich mir gedacht.

Ich habe ihm dann auf jeden Fall doch von meinem vergessenen Geburtstag erzählt. Das war ihm ganz arg. Er hat ganz traurig geguckt. Es sah beinahe so aus, als hätte er so runde Entenäuglein wie ich. Ich konnte ihm gar nicht mehr böse sein.

„Sei nicht traurig“, habe ich zu ihm gesagt, „nächstes Jahr denken wir zusammen daran!“

Dann ist mir aber ein guter Spaß eingefallen. Ich habe zu ihm gesagt: „Weißt du, Andreas, ich weiß, wie du das wieder gutmachen kannst. Darf ich mir was wünschen?“

Er hat richtig aufgeatmet und gleich gelächelt: „Klar, Paula! Du darfst dir wünschen, was du willst!“

„Na gut“, habe ich gesagt, „dann trägst du mich heute Abend beim Stadtlauf durch die Stadt. Mindestens zehn Runden lang.“

Da hat er plötzlich nicht mehr gelächelt. „Das würde ich gerne tun“, hat er gesagt, „aber ich kann nicht. Du weißt doch, dass mein Fuß gerade im Eimer ist.“

„Im Eimer?“, habe ich gefragt. „Ich sehe gar keinen Eimer an deinem Fuß!“

„Aber Paula“, hat er geantwortet, „das sagt man doch nur so, wenn etwas kaputt ist.“

Und dann hat er gesagt: „Aber weißt du was, Paula? Eine Kollegin von mir rennt heute Abend beim Stadtlauf mit. Ich frage sie mal, ob sie dich mitnimmt! Ich glaube schon, dass sie das macht! Aber ich gehe jetzt erst mal los und besorge einen Geburtstagskuchen für dich. Man muss ja nicht immer gesunden Salat essen!“

Stellt euch vor, Kinder, er hat tatsächlich einen Kuchen für mich gefunden. Das war noch ein tolles Fest! Danach hätte ich gar nicht mehr selber beim Stadtlauf mitlaufen können, so voll war ich! Eure Paula

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